Opel fährt Produktion in Russland zurück

Webber neue Präsidentin

Susanna Webber ist die neue Präsidentin der Opel Group in Russland.
Susanna Webber ist die neue Präsidentin der Opel Group in Russland. © Opel

Opel reagiert auf die Turbulenzen in Russland. Im für die Rüsselsheimer drittgrößten Markt werden die Investitionen aber fortgesetzt.

Die Opel Group hat aufgrund des schwierigen Umfelds in Russland die Produktion im Werk von St. Petersburg auf Einschichtbetrieb zurückgefahren und den Mitarbeitern freiwillige Abfindungsangebote angeboten. "Im vergangenen Jahr war Russland unser drittgrößter Markt nach Großbritannien und Deutschland – aktuell steckt dieser Markt in ernsten Turbulenzen", sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Im Werk in St. Petersburg werden gegenwärtig der Opel Astra und der Chevrolet Cruze gebaut.

Opel-Chef Neumann glaubt an Erholung

Seit Januar ist Opel für die Russland-Aktivitäten von GM verantwortlich, seit Juli als neu gegründete Opel Group für ganz Europa. GM ist in Russland mit den Marken Opel, Chevrolet und Cadillac vertreten. Dort ging der Gesamtmarkt in den ersten acht Monaten zurück, bei GM sank der Anteil von neun Prozent im Vorjahr auf 7,8 Prozent.

Neumann sieht die derzeitige Lage aber als Delle an und glaubt an einen Erholungskurs. „Wir glauben an das langfristige Potenzial Russlands, aber Volumen und Preise sind momentan unter starkem Druck und der Rubel verliert weiter an Wert. Da dies alles Einfluss auf unsere Geschäftsergebnisse hat und im weiteren Jahresverlauf auch weiter haben wird, ergreifen wir jetzt Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren und auf Kurs zu bleiben.“

Webber neue Opel Group-Präsidentin für Russland

Zudem hat die Opel Group eine neue Präsidentin für Russland einberufen. Susanna Webber, bislang in der Geschäftsführung der Opel Group für die Bereiche Einkauf und Logistik zuständig, übernimmt die Führungsposition von Andy Dustan, der erst am 1. November 2013 seinen Posten angetreten hatte und nun als Vice President, Sales and Aftersales Russland fungiert. Webbers Nachfolgerin in Rüsselsheim wird Katherine Worthen, derzeit noch Executive Director Chassis Systems im Bereich Einkauf und Logistik bei General Motors.

Trotz der Probleme hält die Opel Group an den Expansions- und Investitionsplänen fest. „Wir beobachten die Marktentwicklung in Russland sehr genau und passen unsere Expansionspläne an“, so Neumann weiter. „Wir stehen zu unseren angekündigten Investments in das Joint-Venture GM-AVTOVAZ, das gerade den Marktstart des neuen Chevrolet Niva im Jahr 2016 vorbereitet. Neue Presswerke und Karosseriefertigungen sowie ein neues Logistik-Center sind Teil des Investments in der Region Samara.“ Dann sollen 60 Prozent der benötigten Teile vor Ort eingekauft werden.

Neben dem Werk in St. Petersburg laufen weitere Opel-, Chevrolet- und Cadillac-Fahrzeuge in den Werken der Partner Avtotor und GAZ in Kaliningrad und Nizhniy Novgorod vom Band. Der Chevrolet Niva wird im GM-AVTOVAZ Joint-Venture in Togliatti produziert. (AG)