Neue GM-Strategie lässt Aktie steigen

Starkes Wachstum für China

GM-Chefin Mary Barra
GM-Chefin Mary Barra © dpa

GM-Chefin Mary Barra hat mit ihrem Team Wachstumspläne für die kommenden Jahre aufgestellt. Opel spielt dabei eine zentrale Rolle.

Der US-Autobauer General Motors (GM) hat sich einiges vorgenommen. 2016 werde der Konzern in Europa endlich wieder in die Gewinnzone fahren, kündigte GM-Chefin Mary Barra am Mittwoch auf dem Investorentag in Milford nahe Detroit an. Zudem soll das Geschäft im Heimatmarkt profitabler und die Expansion nach China forciert werden. An der Börse kamen die Ansagen gut an - die GM-Aktie stieg zwischenzeitlich um drei Prozent.

GM seit 1999 in Verlustzone

Der größte US-Autokonzern verliert in Europa seit 1999 Geld - schuld sind vor allem die Geschäfte der deutschen Tochter Opel. Hier soll 2016 die Gewinnzone erreicht werden. Zwar sei mit Russland der drittgrößte Markt für Opel geschrumpft. Das könne der Autobauer aber kompensieren, sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann am Donnerstag auf dem Pariser Autosalon. «Wir gewinnen im Moment in 14 europäischen Ländern Marktanteile dazu, dazu gehören Deutschland, England und Spanien.» Dabei helfe, dass Opel seine veraltete Modellpalette gerade Stück für Stück modernisiere. So stellt der Autobauer in Paris die fünfte Generation des Corsas vor. Um die Ziele zu erreichen, müsse der nach Absatz zweitwichtigste Wagen des Herstellers erfolgreich sein, räumte Neumann ein: «Die nächsten Schüsse müssen sitzen.»

Auch für den Heimatmarkt Nordamerika nimmt GM ambitionierte Ziele ins Visier: Die operative Gewinnmarge soll bis 2016 von zuletzt 7,8 auf 10 Prozent steigen. Das will Barra mit Kostensenkungen und Preisanhebungen erreichen.

GM hat in diesem Jahr vor allem mit Skandalen um defekte Zündschlösser und massenhafte Rückrufe auf sich aufmerksam gemacht. Mindestens 23 Todesopfer räumt das Unternehmen inzwischen ein. Hunderte Millionen Dollar wurden für Entschädigungszahlungen zur Seite gelegt. GM-Chefin Barra sprach von «tragischen Ereignissen» und will einen Neustart versuchen.

Cadillac soll in China etabliert werden

In den Wachstumsplänen von GM spielt auch der immer wichtiger werdende chinesische Markt eine große Rolle. Der Absatz soll bis 2018 von 3,5 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr auf 4,9 Millionen ausgebaut werden. Im Reich der Mitte wird Cadillac als Flaggschiff-Marke des Konzerns einen besonderen Stellenwert erhalten, da die Verantwortlichen erwarten, dass dort der Premiummarkt in den nächsten zehn Jahren am stärksten ansteigen wird. Mit neun neuen Modellen sollen dann die Ansprüche befriedigt werden.

Barra, seit Anfang des Jahres an der GM-Spitze und die erste Frau auf dem Chefsessel eines großen US-Autokonzerns, will ein weiteres Absacken des Aktienkurses stoppen. Deshalb stellte sie den Anlegern höhere Dividenden in Aussicht. Das GM-Papier hat im bisherigen Jahresverlauf um über 20 Prozent eingebüßt.

Rückenwind erhielt Barra zur Wochenmitte durch robuste Verkaufszahlen. Mit einem Plus von mehr als 19 Prozent im Jahresvergleich führte GM im September die Absatzliste in Nordamerika an. Das Unternehmen lieferte rund 223.400 Fahrzeuge aus - so viele wie seit September 2011 nicht mehr. (AG/dpa)

Vorheriger ArtikelVW setzt auf Plugin-Hybride
Nächster ArtikelDeutscher Automarkt noch im Aufwind
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.