Betriebsrat: Produktion des Opel Corsa ist sicher

Nach Verlagerung des Astra ins Ausland

Nach dem Aus für die Produktion des Opel Astra im Stammwerk Rüsselsheim scheint der Bau des Kleinwagens Corsa im Werk Eisenach gesichert zu sein. Betriebsrat Lieske sagte, dass es entsprechende Verträge auch nach dem Modellwechsel gebe.

Trotz der Verlagerung der Astra-Produktion ins Ausland gibt sich der Betriebsrat des Eisenacher Opel-Werks gelassen. «Es gibt einen Vertrag, der die Produktion des Kleinwagens Corsa auch nach dem Modellwechsel im Thüringer Werk sichert», sagte der Eisenacher Betriebsratsvorsitzende Harald Lieske am Samstag auf dpa-Anfrage.

Zum Modellwechsel in zwei Jahren würde die Produktion im spanischen Saragossa zwar aufgestockt, das Thüringer Werk werde jedoch noch 28 Prozent aller Corsa produzieren, so Lieske. «Den Vertrag haben Opel, General Motors, die Gewerkschaften sowie die Beschäftigten beider Werke unterschrieben», sagte Lieske. «Und Verträge werden eingehalten.»

Keine komplette Verlagerung des Corsa nach Spanien

Lieske widersprach damit einer Meldung des Nachrichtenmagazins «Focus», Opel prüfe intern eine komplette Verlagerung der Corsa-Produktion nach Spanien. Dort liefen im vergangenen Jahr 216 000 Kleinwagen vom Band. Ein Opel-Sprecher war am Samstag zunächst nicht zu erreichen. Im nicht voll ausgelasteten Eisenacher Werk sind derzeit rund 1600 Opel-Mitarbeiter beschäftigt. Ab Januar 2013 soll hier neben dem Corsa auch der neue Stadtflitzer Adam vom Band laufen. Derzeit laufen 30 Prozent aller Corsa in Eisenach vom Band, die anderen in Saragossa.

Das Unternehmen hat angekündigt, die Produktion seines Erfolgsmodells Astra ab 2015 aus dem Stammwerk Rüsselsheim ins günstigere Ausland ins englische Ellesmere Port und polnische Gliwice zu verlagern. Das hat die Sorge vor einem baldigen Aus für das Werk in Bochum genährt, dem der Zafira produziert wird. Es wird darüber spekuliert, dass nach dem Aus der Astra-Produktion in Rüsselsheim der Van zukünftig im Stammwerk produziert werden könnte.

Die IG Metall drohte dem Management mit einer «harten Auseinandersetzung», um alle Standorte in Deutschland zu erhalten. Seitens der Politik hatte die Entscheidung der Produktionsverlagerung für Unmut gesorgt. So sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Opel-Mutterkonzern GM würde die Beschäftigten gegeneinander ausspielen. Im englischen Ellesmere Port hatten die Mitarbeiter einem neuen Tarifvertrag mit entsprechendem Lohnverzicht zugestimmt und sich damit die Astra-Produktion gesichert. (AG/dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.