Opel Corsa sorgt für Spannung im Kleinwagensegment

Weltpremiere in Paris

Der neue Opel Corsa wurde in Paris vorgestellt.
Der neue Opel Corsa wurde in Paris vorgestellt. © Opel

Opel hat am Vortag des Autosalons Paris die Weltpremiere des neuen Corsa gefeiert. Dabei überrascht der Kleinwagen der Rüsselsheimer durch sein frisches Design und einen aufgewerteten Innenraum.

Von Frank Mertens

Wie bitte? Wo bin ich hier? Ist das nicht der Place du Marche in Paris? So steht es zumindest im Stadtplan. Doch, doch, er ist es. Eigentlich, nur nicht an diesem Mittwoch. Denn am Vortag des Pariser Autosalons hat Opel diesen beschaulichen Platz samt aller Restaurants in Beschlag genommen, um den neuen Corsa vorzustellen und hat ihn gleich in Place de la Corsa umbenannt, wie auf den Straßenschildern an den Häusern zu lesen ist. Darauf muss man erst einmal kommen.

Doch wenn ein Auto wie der Opel Corsa neu auf den Markt kommt, dann gilt es sich besonders ins Zeug zu legen. Denn der Corsa ist für die Rüsselsheimer nicht irgendein Auto, es ist das wichtigste Modell im Portfolio. Seit seiner Markteinführung vor 32 Jahren hat er sich über zwölf Millionen Mal verkauft. Nun rollt in Kürze die fünfte Generation des Kleinwagens zu den Händlern.

Aufgehübschter Innenraum im Corsa

Und ist Corsa für Überraschungen gut? Ist er. Fangen wir im Innenraum an: Beim Platz nehmen fallen einem zunächst die neuen Sitze auf. Sie sind straff, aber bequem und dürften zugleich auch einen guten Seitenhalt bieten, was allerdings erst die Testfahrten Mitte des Monats zeigen dürften. Die Sitzbezüge, so erzählt Kurt Breyer vom Interior-Design, lassen sich dank einer neuartigen Printtechnologie farblich den Zierleisten am Armaturenbrett anpassen. Nett.

Opel schickt die fünfte Generation des Corsa ins Rennen.
Das neue Cockpit im Corsa Opel

Zwar hat sich bei den Abmessungen des Innenraums nicht großartig etwas getan, doch optisch erscheint der neue Corsa breiter als sein Vorgänger. Dafür sorgen auch die in verschiedenen Farben erhältlichen Zierleisten. Sie strecken den Innenraum deutlich nach außen. Die gefühlte Größe sei durch die horizontale Anordnung des Armaturenbretts deutlich besser geworden, sagt Friedhelm Engler, zuständig fürs Advanced Design, beim Rundgang um den neuen Corsa. Man kann ihm nach der ersten Sitzprobe zustimmen.

Moderne Instrumente im Opel Corsa

Opel Corsa
Der neue Corsa auf dem Place du Marché AG/Mertens

Vor allem aber fällt beim Corsa der fünften Generation das neue Cockpit auf. Mit seinem Vorgänger hat das nichts mehr zu tun. Es sieht nicht nur moderner aus, sondern ist auch funktionaler. Verschwunden ist endlich die mit Knöpfen überfrachtete Mittelkonsole. Hier dominiert nun das Intelli-Link-System die Optik: links und rechts finden sich ein paar Knöpfe, mit denen sich der Spurhalteassistent oder das beheizbare Lenkrad bedienen lassen. Das ist alles intuitiv zu erfassen und sorgt nicht mehr für Verwirrung.

Vor allem aber sind die Instrumente neu gestaltet worden, damit sind auch die Zeiten der unschönen roten Anzeigeziffern im Display vorbei. Gut so, denn damit wirkte der Corsa doch arg betagt. Nun ist er in der Neuzeit angekommen und erfreut das Auge. Wenn es denn etwas zu mäkeln gibt, dann ist es der Umstand, dass die Armablagen in den beiden Türen etwas schmal ausgefallen sind. Doch mehr Breite sei nicht möglich gewesen, sagt Friedhelm Engler.

Neue Motoren im Einsatz

Wer das Design des neuen Corsa betrachtet, der sollte zweimal hinschauen, denn hier haben die Designer Liebe zum Detail erkennen lassen. So finden sich bei den Seitenlinien so genannte Undercuts. Sie sehen optisch nicht nur schön aus, sondern sorgen auch beispielsweise am Dach dafür, dass es breiter erscheint. Gelungen ist die Seitenline, die sich über die Rückleuchten bis hin in die Heckklappen zieht. Das sieht wirklich gut aus. "Dieses Auto", so sagt Engler, "weiß, wo es hin will." Soll heißen: Es hat einen eigenen Charakter. Einen, der treue Corsa-Kunden nicht verprellen, aber dennoch neue gewinnen soll. Die Chancen, dass das gelingt, stehen nicht schlecht.

Opel Corsa
Der Opel Corsa macht auch von hinten eine gute Figur AG/Mertens

Dafür sorgen auch die technischen Modifikationen wie ein neues Fahrwerk, eine präzisere Lenkung und neue Motoren. Dazu zählt der neue Dreizylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer: dieser so genannte 1.0 ECOTEC Direct Injection Turbo ist mit 90 und 115 PS erhältlich. Das kleinere Aggregat begnügt sich nach Herstellerangaben mit gerade einmal 4,3 Liter auf 100 Kilometern (CO2-Ausstoß: 100 g/km).

Der neue Corsa wird als Dreitürer bei 11.980 Euro beginnen, der Fünftürer ist 750 Euro teurer. Natürlich wird es bei Generation fünf auch optional moderne Fahrassistenzsysteme geben wie beispielsweise eine Spurhalteassistenten oder einen Totwinkelwarner. Die Chancen stehen damit nicht schlecht, dass der neue Corsa sich gegen die starke Konkurrenz eines VW Polo oder eines Skoda Fabia behauptet.