Opel baut Warenverteilzentrum in Bochum aus

Einigung mit Betriebsrat

Das bald ehemalige Opel-Werk in Bochum
Das bald ehemalige Opel-Werk in Bochum © dpa

Opel zieht sich nicht aus Bochum zurück. Zwar werde die Fahrzeugproduktion Ende kommenden Jahres auslaufen, dafür wird das Warenverteilzentrum aufrechterhalten und ausgebaut.

Opel investiert am Standort Bochum in das Warenverteilzentrum. Am Montag einigten sich die IG Metall, der Bochumer Betriebsrat und die Geschäftsleitung der Adam Opel AG bei den Verhandlungen um einen Sozialtarifvertrag für den Opel-Standort Bochum auf wesentliche, verbindliche Eckpfeiler. "Es war unser Ziel, in dieser schwierigen Situation zu verantwortungsvollen, sozialverträglichen Lösungen für die Beschäftigten in Bochum zu kommen. Das haben wir in intensiven, aber konstruktiven Gesprächen mit dem Betriebsrat und der IG Metall gemeinsam erreicht. Zu den wichtigsten Eckpunkten eines Sozialtarifvertrages haben wir Einigkeit erzielt. Darüber bin ich sehr froh, denn so schaffen wir Klarheit für die Mitarbeiter", sagte Opel-Personalvorstand Ulrich Schumacher.

Opel-Fahrzeugproduktion schließt am 31. Dezember 2014

Wie angekündigt wird aber die Fahrzeugproduktion zum Ende des kommenden Jahres geschlossen. Von den rund 3300 Mitarbeitern sollen mindestens 200 an andere Opel-Standorte wechseln.

Den anderen betroffenen Mitarbeiter werden Abfindungspakete ebenso angeboten wie Neuorientierungen am Standort, wie Opel mitteilte. Zudem wird eine zweijährige Transfergesellschaft installiert, besondere Programme sollen älteren Mitarbeitern Perspektiven schaffen. Hierfür soll das Projekt "Bochum Perspektive 2022" stehen, bei dem neue Beschäftigungsmöglichkeiten bei anderen Unternehmen in der Region angeboten werden sollen.

40 neue Ausbildungsplätze im kommenden Jahr

Weiterhin stellt der Autohersteller sicher, dass die derzeit 171 Opel-Auszubildenden in Kooperation mit dem "TÜV Nord Bildung Opel GmbH" ihre Ausbildung ordnungsgemäß beenden können. Im nächsten Jahr werden zudem 40 weitere Ausbildungsplätze geschaffen.

Als kleinsten gemeinsamen Nenner bezeichnet die IG Metall die Einigung. "Die Werkschließung ist natürlich bitter. Aber wir haben jetzt für die Menschen mit der Einigung, den Abfindungen und der Transfergesellschaft ein Stück Ausgleich erreicht", sagte ein IG Metall-Sprecher der Autogazette, "ein wichtiges Ergebnis ist es, dass Opel weiterhin in Bochum bleibt und das Warenverteilzentrum aufrechterhält und aufstockt." Die Bochumer Opel-Beschäftigten hatten im Frühjahr als einzige in Deutschland den vorgeschlagenen Sanierungstarifvertrag des Unternehmens abgelehnt. Sie wollten sich mit dem Ende der Produktion nicht abfinden. In Bochum wird bisher der Familienvan Zafira gebaut. Danach hatte die Unternehmensleitung Zusagen für den Standort für hinfällig erklärt. Kurzzeitig drohte damit der völlige Rückzug des Unternehmens aus der Stadt. Auch für das Warenverteilzentrum war der Weiterbetrieb vertraglich bisher nur bis Februar 2016 gesichert. (AG/TF)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.