Die «Badewanne» wird 50

Ford Taunus 17 M

Die «Badewanne» wird 50
Der Ford Taunus 17 M auf einem Werbeplakat © Foto: Ford

Ford feiert den 50. Geburtstag des Taunus 17 M. Mit der «Badewanne» wurde in den sechziger Jahren auf die «Linie der Vernunft» gesetzt.

Seinen 50. Geburtstag feiert nun der Ford Taunus 17 M P3. Der Mittelklassewagen war der dritte Pkw, den das Unternehmen mit dem blauen Oval nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gefertigt hat. Wegen seiner Optik ist das Fahrzeug vom Volksmund nur «Badewanne» genannt worden.

Heckflossen adé

Erstmals vorgestellt ist der Ford Taunus 17 M P3 am 11. Oktober 1960. Die Mittelklasselimousine trägt die Handschrift des Designers Uwe Bahnsen, die laut der damaligen Werbung bewusst auf die «Linie der Vernunft» gesetzt hatte. Klare Linien und glatte Seitenflächen ohne irgendwelche Zierleisten sind ein Gegenentwurf zum Vorgängermodell, das mit Heckflossen und überbordendem Chromschmuck den automobilen Kundenwünschen der 50er Jahre entsprochen hat - und nun einem neuen Zeitgeist weichen musste.

Neben der dezenteren Optik wird auf Komfort besonderer Wert gelegt: Die weichen Kunstleder-Stoffsitze vorn und die Rückbank bieten den Insassen bequem Platz. Gepolstert sind das Armaturenbrett und die Sonnenblenden, die Chromblenden im Cockpit sind noch aus Blech. Insgesamt kann der Käufer aus 27 Farbkombinationen, zwölf Grundfarben und einer recht langen Zubehörliste mit unter anderem Stoßstangenhörnern und Rückscheinwerfern wählen.

In 22 Sekunden auf 100 km/h

Auch als Kombi erhältlich Foto: Ford

Den Vortrieb übernimmt in der Basismotorisierung ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Ottomotor, der 40 kW/55 PS leistet. Er erlaubt eine für die damalige Zeit ordentliche Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Der Sprint von null auf Tempo 100 soll in 22 Sekunden gelungen sein.

Wer es noch schneller mochte, konnte noch eine 10 PS und eine 20 PS stärkere Variante ordern - ein rasant-spritziges Vergnügen für die 60er Jahre. Produziert worden ist das Fahrzeug von 1960 bis 1964. Neben der Limousine hatte es auch eine Kombi- und eine Cabrioversion gegeben. Trotz «Badewannen»-Images hatte sich der Mittelklassewagen insgesamt 669.731 Mal verkauft. (mid)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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