Nissan Qashqai: Mit Auffälligkeiten beim TÜV

Nissan Qashqai: Mit Auffälligkeiten beim TÜV
Der Nissan Qashqai avancierte zum Trendsetter. © Nissan

Der Nissan Qashqai gehört zu den Bestsellern des japanischen Autobauers. Doch wie schlägt er sich als Gebrauchtwagen?

Nun ja, es könnte besser sein. Doch der Reihe nach: Der Nissan Qashqai sorgte bei seinem Marktstart 2007 für viele Überraschungen. Nicht nur der Name ist ungewöhnlich, auch die Verkaufszahlen waren und sind außergewöhnlich.


Das Kompakt-SUV entwickelte sich zum Besteller innerhalb des Nissan-Portfolios. 2014 ging die erste Generation des Qashqai in Rente, die zweite machte da weiter, wo die erste aufhörte: erfolgreich. Jetzt steht die nächste Ablösung bereit, Zeit sich mit der noch aktuellen Generation im Gebrauchtwagen-Check auseinanderzusetzen.

Zweite Generation länger geworden

Im Vergleich zur ersten Ausgabe legt die zweite Generation um 6 Zentimeter auf eine Länge von 3,38 Meter sowie in der Breite um 2 Zentimeter (1,81 Meter) zu. Sie bietet ordentliche Platzverhältnisse für die Passagiere; besonders die Hinterbänkler profitieren vom Längenwachstum. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Sitzkonfiguration zwischen 430 und knapp 1600 Litern. Die 21 Zentimeter längere Version „+2“ für bis zu sieben Personen schafft es nicht in die Neuauflage des Qashqai. Nissan-Kunden, die mehr Raum und Sitzplätze benötigen, müssen seit 2014 zum X-Trail greifen. Geblieben ist die praktische Mischung aus Kombi, Limousine, SUV-Optik und natürlich die etwas erhöhte Sitzposition.

Das Cockpit des Qashqai. Foto: Nissan
Das Cockpit des Qashqai. Foto: Nissan

Die Facelift-Modelle (seit 2017) sind unter anderem an einem markanteren Kühlergrill und schmaleren Scheinwerfer mit optionaler LED-Technik zu erkennen. Der Innenraum wirkt wertiger, das Gestühl etwas härter. Am hohen Hartplastikanteil ändert auch die Auffrischung nichts.

Diesel und Benziner im Angebot

Für den Vortrieb sind Vierzylinder-Benziner- und Diesel zuständig. Zum Marktstart stehen zwei Ottomotoren sowie zwei Diesel zur Wahl. Der 1,2-Liter-Benziner leistet 115 PS, der 1.6er 163 PS. Die Normverbräuche liegen zwischen 5,6 und 5,8 Litern. Der 1.5 dCi kommt auf 110 PS, der 1.6dCi auf 130 PS. Der Kleinere glänzt mit einem Normverbrauch von 3,8 Litern, beim stärkeren Diesel fließt rund ein halber Liter mehr durch die Leitungen. Standard ist Frontantrieb.

Allrad lässt sich nur mit dem leistungsstärksten Selbstzünder kombinieren. Dieser lässt sich wie der Basis-Benziner als Alternative zum manuellen Sechsgang-Getriebe mit einer stufenlosen Automatik ordern.

2018 hat Nissan den 130 PS-Diesel aus dem Programm genommen; zwischen Ende 2019 bis Ende 2020 übernimmt ein 1,7-Liter-Selbstzünder mit 150 und 340 Nm die Rolle des Top-Diesels. Außerdem seit 2018 im Angebot: ein 1.5 dCi mit 115 PS sowie der Benziner 1.3 DIG-T in den Leistungsstufen 140 PS und 160 PS. Diese sind optional mit einen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Die Verbräuche liegen bei den Benzinern zwischen 5,3 und 5,8 Litern, bei den Diesel zwischen 3,8 und 5,2 Litern.

Fünf Ausstattungsvarianten

Den Qashqai gibt es in den bekannten Nissan-Ausstattungslinien: Visia, Acenta, N-Connecta, N-Vision und Tekna. Zwar ist das Basis-Komfortniveau recht ordentlich, doch locken die höheren Level unter anderen mit Alu-Felgen, Leder, elektrisch verstellbaren Sitzen und Außenspiegeln, Navigation sowie mit einem Bündel von Assistenten. Dazu zählen unter anderem Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, 360-Grad-Kamera und Einparkautomatik.

Mit dem Facelift helfen noch Querverkehrswarner und ein Autobahnassistent. Letzterer hält nicht Abstand zum Vorausfahrenden hält, sondern auch die Spur. 2014 hat der Qashqai beim NCAP-Crashtest 5 Sterne erhalten. Er überzeugte beim Schutz für den Fahrer und beim seitlichen Pfahlaufprall, wo er jeweils die Maximalpunktzahl erreichte. Auch für Kindersicherheit und Fußgängerschutz gab es gute Noten.

Auffällig beim TÜV

Der Nissan Qashqai ist nicht ganz mängelfrei als Gebrauchtwagen. Foto: Nissan

Guten Noten verteilt dagegen der TÜV-Prüfer nicht immer. Zwar schlägt sich der Qashqai Typ J11 besser als sein Vorgänger, doch müssen die Besitzer bei der Hauptuntersuchung immer noch mit negativen Überraschungen rechnen. Ölverlust und schnell abgenutzte Bremsscheiben gehören zu den Beanstandungen, die oft notiert werden. Außerdem fällt die Beleuchtungsanlage oft negativ auf. Immerhin: Beim Thema Fahrwerk ist der Typ J11 deutlich besser als der J10.

Wer sich für einen gebrauchten Qashqai entscheidet, sollte ein Augenmerk auf die TÜV-Auffälligkeiten achten. Ansonsten bietet das kompakte SUV gute Platzverhältnisse und ein recht großes Motorenangebot. Gebrauchtwageninteressenten müssen rund 9.000 Euro für ein Modell aus den ersten Jahrgängen der zweiten Generation anlegen; für Modelle ab dem Facelift weisen die Gebrauchtwagen-Portale Preise von ab 12.000 Euro aus. (SP-X)

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