Maserati GranTurismo: Pure Schönheit

Der Maserati GranTurismo © Foto: Werk

Coupé war gestern – der neue heißt GT, gestatten Maserati GranTurismo. Die Norditaliener haben sich viel Zeit gelassen, aber es hat sich augenscheinlich gelohnt.

Von Stefan Grundhoff

Das Maserati Coupé hat nach dem Genfer Salon im März einen Nachfolger und der Quattroporte endlich einen würdigen kleinen Bruder. Mit dem fordernd gespitztem Kussmund, den markig ausgestellten Kotflügeln und dem betont knackigen Heck will Maserati der internationalen Konkurrenz zeigen, dass die schönsten Sportcoupes nach wie vor in Italien erschaffen werden. In den letzten Jahren hatte die potente Armee aus 6er BMW, Mercedes CL, Aston Martin Vantage, Jaguar XK oder Porsche 911 dem kraftvollen Norditaliener mächtig das Wasser abgegraben.

Ein Hauch von Aston Martin

Damit ist es jetzt vorbei. Der neue Maserati GT präsentiert sich dem Betrachter wesentlich kraftvoller und mutiger als sein Vorgänger. Statt dezentem Understatement gibt es selbstbewusst zur Schau getragene Sportlichkeit mit einem Hauch britischem Charme. Man müsste lügen, würde man an diesem Hinterteil nicht eine Spur Aston Martin entdecken.

Sportwagentypisch sind die kurzen Überhänge, der lange Radstand und das weit hinter der Vorderachse beginnende Glashaus, das bis zu vier Passagieren Platz bietet. Neben den kantig ausgestellten Radhäusern fallen insbesondere die filigrane C-Säule und die drei Lüftungskiemen nach Quattroporte-Vorbild hinter dem vorderen Radhaus auf.

Cockpit aufgefrischt

Das Cockpit wurde aufgefrischt Foto: Werk

Das betagte Cockpit mit preiswert anmutenden Rundinstrumenten im Fiat-Stil und wenig standesgemäßen Bedienelementen in der Mittelkonsole ist zum Glück endlich verschwunden. Das wellenförmig geschwungene Armaturenbrett des Nachfolgers und die Mittelkonsole mit neuem Navigationsbildschirm sowie dem Automatikwahlhebel zeigen sich ebenfalls deutlich zeitgemäßer als bislang. Geblieben ist das edle Leder und an der Stirnseite des Cockpits die schmale Analoguhr, die von zwei Lüftungsöffnungen flankiert wird.

Beim Antrieb erwartet die erlauchte Maserati-Kundschaft zum Marktstart nichts Neues. Unter der bezaubernd langen Motorhaube grollt wie bisher ein 4.2 Liter großes V8-Triebwerk, das 405 PS leistet. Der Achtzylinder bringt seine Leistung via adaptivem Automatikgetriebe aus dem Hause ZF an die Hinterachse. Den Spurt 0 auf 100 km/h erledigt der Italiener in deutlich unter fünf Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit dürfte bei knapp 300 km/h liegen.

Hubraumerweiterung geplant

Britisches Styling nicht übersehbar Foto: Werk

Mittelfristig wird es eine Motorversion mit einer Hubraumerweiterung auf 4,7 Liter und mehr als 450 PS geben. Besonders viel Feinarbeit sollen die Maserati-Ingenieure bei der Abstimmung des Fahrwerks eingesetzt haben. Unter dem Strich steht eine nahezu ideale Gewichtsverteilung von 49:51 Prozent zugunsten der Hinterachse. Möglich wurde dies durch den weit nach hinten verlagerten Achtzylinderblock und die Verwendung von Leichtbaumaterialien aus dem Motorsport.

Der neue GranTurismo wandelt auf großen Spuren. Seinen ersten Gran Turismo präsentierte die Marke mit dem Dreizack bereits im Jahre 1947. Gezeichnet von Automobillegende Pinin Farina, basierte der erste Maserati GT auf der Rennversion des A6 1500. Vom ersten Straßenfahrzeug aus Maserati-Produktion kamen gerade einmal 58 Fahrzeuge auf die Straße. Der Marktstart für den neuen Maserati Gran Turismo soll im Sommer sein. Der Einstiegspreis steht noch nicht fest - dürfte jedoch bei mindestens 105.000 Euro liegen.