Darauf sollte man bei der Kaufentscheidung achten

Gebraucht- oder Neuwagen?

Neuwagen im Auslieferungslager.
Die Rabatte von Neuwagen haben einen neuen Höcststand erreicht. © dpa

Sie wollen sich ein Auto zulegen? Sie wissen aber nicht genau, ob es ein Neu- oder Gebrauchtwagen werden soll? Dann haben wir für Sie einige Ratschläge zusammengestellt.

Es gibt zwei Lager von Autokäuferinnen und Autokäufern, die immer wieder aufeinander prallen und sich womöglich niemals in der Mitte treffen können. Während die eine Gruppe sagt, nur der Erwerb eines Neuwagens sei die richtige Entscheidung, verweisen die Fans der Gebrauchtwagen auf deren Stärken. Doch welche dieser beiden Gruppen hat nun Recht?


Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wollen wir uns mit den Vor- und Nachteilen von neuen und gebrauchten Autos auseinandersetzen und haben einige Tipps für die Kaufentscheidung zusammen gestellt.

Vorab zu klären: Die Finanzierung und der Bedarf

Grundsätzlich ist klar, dass die Finanzierung eines jeden mobilen Neuerwerbs geklärt sein muss. Klar ist, dass man sich vor der konkreten Überlegung die eigenen finanziellen Möglichkeiten anschauen muss. Sprich: Kann ich mit den Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens überhaupt leisten. Das bedeutet, dass klare Vorstellungen vom gegenwärtigen Budget vorhanden sein müssen.

Aber nicht nur das: Bei Kaufvorhaben, die nicht alleine auf Bar- beziehungsweise Direktzahlungen beruhen, müssen diverse Gegebenheiten berücksichtigt werden. Hat man zum Beispiel noch andere Kredite abzuzahlen (beispielsweise für ein Haus, eine Wohnung, Unterhaltungselektronik etc.), muss berechnen, welcher finanzieller Spielraum für einen Autokauf besteht.

Eine Frage des Feelings

Selbstverständlich ist die Abwägung der Frage, ob man einen Neuwagen oder ein gebrauchtes Fahrzeug kauft, eine, die ganz subjektiv ist. Das liegt schon daran, dass manche Menschen einfach das Gefühl des Neuen erleben möchten, wenn sie sich einen neuen Wagen zulegen. Andere kennen dieses Gefühl kaum oder es ist ihnen einfach egal.

Was bin ich zu zahlen bereit?

Selbstverständlich geht es beim Kauf eines Wagens nicht nur um die eigene Liquidität, sondern auch um die Zahlungsbereitschaft. Während es viele Autofans gibt, für die Autos nicht nur einfach Gebrauchsgegenstände sind, sondern auch Objekte der Leidenschaft und echte Bereicherungen ihrer Freizeit, wollen andere wiederum einfach nur halbwegs und zuverlässig zu ihrem Zielort kommen. Dass zwischen diesen beiden Vorstellungen große Unterschiede auch finanzieller Art liegen. Denn desto klarer und auf Leistung sowie Komfort fokussiert die Vision des Kaufinteressenten ist, desto höher muss der Preis sein, denn er zu zahlen bereit ist.

In der Praxis: Wer eine Limousine mit einer starken Motorisierung, vielen Extras und ausgezeichneter Verarbeitung haben möchte, wird mit Sicherheit tiefer in die Tasche greifen müssen als jemand, dem auch ein Kleinwagen reicht, mit dem er seine Strecken fahren kann. Diese Tatsache gilt sowohl für neue als auch für gebrauchte Fahrzeuge – nur ist natürlich klar, dass man bei einem Gebrauchtwagen sozusagen mehr für sein Geld bekommt.

Worauf achten beim Gebrauchten?

Selbstverständlich gibt es gerade bei Gebrauchtwagen eine ganze Menge an Details, auf die man achten sollte. Schließlich gibt es nicht ausschließlich Wagen, die dafür bekannt sind, auch über die Jahre gute Leistungen abzuliefern. Hier sollte man entsprechende Testberichte konsultieren, um keinen Schiffbruch zu erleiden.

Doch selbst nach dem Aussuchen eines als zuverlässig geltenden Wagens gibt es immer noch keine Garantie dafür, dass man mit dem Auto auch glücklich wird. Denn grundsätzlich ist zwischen Privatpersonen und Händlern zu unterscheiden. Während nämlich die Händler gesetzlich verpflichtet sind, eine zweijährige Sachmängelhaftung zu gewähren, ist dies bei Privatpersonen anders. Befindet sich schon beim Kauf ein Mangel am Wagen, bleibt man beim Gebrauchtkauf bei Privatpersonen also darauf sitzen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Zahl der Rabatte beim Neuwagenkauf nimmt leicht ab
Eine Kundin im Gespräch mit einem Verkäufer. Foto: ZDK

Deshalb gilt es, schon bei der Besichtigung des Wagens eine große Aufmerksamkeit an den Tag zu legen. Stimmt beispielsweise der Kilometerstand mit den Angaben aus dem Inserat in Zeitungen oder aus dem Internet nicht überein, ist fast garantiert davon auszugehen, dass auch andere Angaben geschönt sind. Eine Probefahrt und damit einhergehende Überprüfung der Beleuchtung sowie der Fahreigenschaften sollte also unbedingt vorgenommen werden.

Schon vorab sollte man sich Informationen über die Eigenschaften des Fahrzeugs holen – schließlich sind die Auswirkungen des Dieselskandals nach wie vor für die Autofahrerinnen und Autofahrer kaum abzuschätzen. Dabei gibt es umweltbelastende Stoffe, die immer wieder im Gespräch sind. Damit man möglichst lange etwas vom eigenen Gebrauchtfahrzeug hat, empfiehlt es sich, sich die Abgaswerte des Wagens zu kennen. Selbstverständlich ist dabei der Kauf eines schadstoffarmen Gebrauchtwagens zu empfehlen, da wir gegenwärtig noch nicht sicher sein können, welche Veränderungen es hier in der zukünftigen Politik geben wird.

Der Kauf eines Neuwagens

Sollte der Kaf eines Gebrauchten aber nicht in Frage kommen, ist die wahrscheinlichste Variante die des Gangs zu einem ganz gewöhnlichen Autohändler. Selbstverständlich muss man auch hier gut informiert sein, denn die Verkäuferinnen und Verkäufer sind natürlich darauf aus, die Margen ihrer Autohäuser zu maximieren.

Schon deshalb muss man sich vorab gut informiert haben und eine recht genaue Zielvorstellung mitbringen, denn die Verkäuferinnen und Verkäufer finden praktisch immer eine Möglichkeit, aus welchen Gründen das nächst teurere Modell doch viel besser für die Kundin oder den Kunden geeignet sei als das ursprünglich präferierte. Ähnliches gilt für die Ausstattung: Das eine oder andere Extra zusätzlich kann für immense Mehrkosten sorgen.

Aus diesen Gründen sind klare Vorstellungen wichtig. Welche exakten Zielvorstellungen habe ich? Am besten ist es, bereits klar zu wissen, welches Modell das präferierte ist, statt sich erst im Autohaus inspirieren zu lassen. Das Gleiche gilt für die Extras: Wer vorher weiß, was er für Extras braucht, macht sich dies einfach zu Nutze und überprüft, welche Neuwagen diese Extras bereits serienmäßig mitbringen – denn in den letzten Jahren kämpfen die großen Autobauer geradezu darum, wer mehr Komfort als Standard mitbringt.
Dabei sind wir bei einem der ganz großen Vorteile bei Neuwagen. Denn Gebrauchtwagen, die ganz genau zu den eigenen Vorstellungen passen, sind sehr selten. Bei Neuwagen hingegen kann man praktisch jedes Detail konfigurieren – insofern man das nötige Kleingeld mitbringt.

Der niedrigste Preis für den Neuwagen

Selbstverständlich möchte man auch für den Neuwagen den niedrigsten möglichen Preis bezahlen. Um dies zu gewährleisten, sollte man ähnlich wie beim Gebrauchtwagen in der Lage sein, einen möglichst hohen Betrag direkt zahlen zu können. Nur auf diese Art und Weise sind Verkäuferinnen und Verkäufer bereit, möglichst hohe Nachlässe zu geben. Je mehr man hingegen auf eine Finanzierung angewiesen ist, umso geringer sind die Rabatte, auf die man sich beim Verhandeln einstellen kann. Versuchen sollte man es im Übrigen allerdings trotzdem – schließlich erwarten die Berater genau das und sind darauf eingestellt. Auf diese Weise kann auch das eine oder andere Komfortpaket womöglich für den Standardpreis ergattert werden.

Verschiedene Finanzierungsmodelle

Die Bedingungen nach dem Gebrauchtwagenkauf ändern sich
Beim Gebrauchtwagenkauf sollte man genau hinschauen. Foto: SP-X

Der Klassiker unter den Finanzierungsmodellen für Autos ist natürlich der sogenannte Ratenkauf. Dabei gibt es eine monatliche Tilgung, bei der der Autokauf teilweise oder sogar ganz finanziert wird. Selbstverständlich gilt: Je höher der Eigenanteil, desto besser. Denn zusätzlich zu der Tilgung des Kaufpreises muss natürlich noch ein Zins bezahlt werden. Diese Finanzierungsmethode ist natürlich vor allem für diejenigen Autokäuferinnen und Autokäufer interessant, die schon genau wissen, dass sie ihr Fahrzeug nach dem Abbezahlen behalten möchten. Anders verhält sich dies natürlich beim Leasing.

Tatsächlich gibt es noch einige andere Finanzierungsmodelle. Am sichersten und günstigsten fährt man jedoch insgesamt mit der kompletten Eigenfinanzierung, deren Vorbereitung natürlich auch am längsten braucht. In einer doch stark dynamisierten Wirtschaftswelt, in der die wenigsten Menschen davon ausgehen, dass sie noch in fünf oder zehn Jahren beim selben Unternehmen beschäftigt sind.

Alles in allem ist der Autokauf also eine überaus individuelle Angelegenheit, bei der es vor allem um individuelle Gegebenheiten und Bedürfnisse geht.

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