Deutsche Automarken bestimmen Segmente

VW T-Roc
Der VW T-Roc macht einen dynamischen Eindruck © VW

Von starkem Wachstum ist derzeit auf dem deutschen Automarkt nichts zu spüren. Doch nach den ersten drei Monaten liegt er immerhin leicht im Plus. Vorwiegend wird er dabei von den deutschen Automarken bestimmt.

Dort hat man zwar weiter unter den Problemen mit dem neuen Abgaszyklus WLTP zu kämpfen. Doch immerhin gab es im Vormonat auf dem Gesamtmarkt noch mit 345.523 Neuzulassungen nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Nach den ersten drei Monaten steht ein Zuwachs von 0,2 Prozent in der KBA-Statistik. Nun darf man abwarten, was der April den Herstellern bringt.


Für die fünf deutschen Volumenmarken Audi, BMW, Mercedes, VW und Opel lief es dabei im März indes durchwachsen. Einzig Audi und Opel kamen auf ein Plus von fast 16 beziehungsweise 6,4 Prozent. BMW verzeichnete einen Rückgang von 3,1 Prozent, Mercedes von 5,2 Prozent und VW ein Minus von 2,9 Prozent.

Deutsche Marken führen meist Segmente an

Der Blick auf die Segmente zeigt dabei ein deutliches Bild: Hier führen zumeist deutsche Marken die Zulassungsstatistik an. Gleich dreimal findet sich ein Audi in der Segmentliste vorne wieder.

Minis: Fiat 500 (3.789), Opel Adam (3.609), VW Up (3.179)
Kleinwagen: Mini (4.690) (3.914), Skoda Fabia (4.586), VW Polo (5.986)
Kompaktklasse: Skoda Octavia (5.777.), Ford Focus (6.801), VW Golf (20.430)
Mittelklasse: Audi A4, S4, RS4 (5.584), Mercedes C-Klasse (4.941), VW Passat (6.072)
Obere Mittelklasse: Audi A6, S6, RS6 (4.107), BMW 5er (3.175), Mercedes E-Klasse (3.675)
Oberklasse: Mercedes S-Klasse (2941)
SUVs: Ford Kuga (3.794), Mercedes GLK, GLC (3.183), VW T-ROC (5.971)
Geländewangen: Audi Q3 (2.309), BMW X1 (3.418), VW Tiguan (7.884)
Mini-Vans: Mercedes B-Klasse (3.206)
Großraum-Vans: VW Touran (3.590)

Kleiner Opel Adam stark nachgefragt

Der Opel Adam. Foto: Opel
Bei Neuwagen stehen Autokäufer selten auf bunte Farben wie beim Opel Adam. Foto: Opel

Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres konnte  bei den Kleinwagen der Opel Adam den größten Zuwachs mit über 78 Prozent verzeichnen. Leider wird der stylische Kleinwagen der Rüsselsheimer zukünftig nicht mehr gebaut.

Ein Plus von 71,4 Prozent zeigt sich beim Skoda Karoq im Vergleich der Daten des Vorjahreszeitraumes. Im Mercedes-Modell-Wettkampf geht die A-Klasse mit einem Plus von 41,8 Prozent hervor. VW überragt bei den Zulassungs-Zuwächsen alle: 159,7 Prozent mehr für den T-ROC und 131,3 Prozent mehr für den VW Transporter. Diese Zahlen sind indes auch immer im Zusammenhang mit dem Marktstart des jeweilen Modells zu sehen.

Ein Überraschung stellt in diesem Zusammenhang vor allem der Transporter dar, denn der größte Absatzmarkt waren und sind traditionelle private Halter. Im Jahr 2018 gingen rund 1,25 Millionen Neuzulassungen (von insgesamt 3,4 Millionen Neuzulassungen) auf das Konto von Privatpersonen. Im März 2019 sind 71,7% der Neuzulassungen wieder gewerblich.

Marke Audi kaufen meist Männer über 30

Doch warum entscheiden sich Privatpersonen heute eigentlich für ihr Traumauto? Welche Gründe sind ausschlaggebend für einen Kauf? Diese Statistik über die Halterstruktur bei Audi zeichnet beispielsweise ein ganz deutliches Bild: Audi-Fahrer sind vor allem männlich (75 bis 76 Prozent). Die Frauenquote liegt hingegen nur zwischen 23 und 24 Prozent.

Erklären lassen sich diese Zahlen aus zweierlei Gesichtspunkten: Zum einen kann die teure Marke als Prestige-Objekt fungieren. Zum anderen sichert eine gute Versorgung mit Original-Teilen im Audi-Shop auch ein hohes Maß an verfügbarem Zubehör- und Ersatzteilen. Das kommt zumindest bei all jenen gut an, die selbst noch Hand anlegen können, um die eine oder andere Reparatur in Eigenregie zu bewerkstelligen.

Audi-Fahrer sind meist über 30 Jahre alt. Nur etwa acht Prozent der Audi-Fahrer sind unter 29-Jahren. Vermutlich spielt der Anschaffungspreis der Markenfahrzeuge in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, denn ein Neuwagen der Marke kann mitunter recht teuer in der Anschaffung werden. Jahreswagen oder Gebrauchte lassen sich ebenfalls nur dann finanzieren, wenn ein regelmäßiger Verdienst vorliegt.

Audi weckt Begehrlichkeiten

Der Audi SQ5 in auffälliger grüner Lackierung. Foto: Audi

Mit Blick auf das gesamte Bundesgebiet zeigt sich: Im Januar 2019 fuhren rund 3,2 Millionen Audis durch Deutschland. In einer Umfrage von Aral liegt Audi im Übrigen auf Rang 1 der Fahrzeugmarken, die voraussichtlich von jenen angeschafft werden, die in den nächsten eineinhalb Jahren ein Fahrzeug kaufen werden. Damit liegt die Marke Audi auf einem historischen Höchststand, während VW nach wie vor im Sinkflug ist. Auch Autos der Marke BMW erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, die Liebe zum Mercedes-Benz hingegen fällt.

Bei der Wahl für ein neues Fahrzeug zählen Preis-Leistungs-Verhältnis und Komfort
48 Prozent der Befragten gaben das Preis-Leistungs-Verhältnis als den wichtigsten Faktor beim Autokauf an. Auch Komfort (47 Prozent), Sicherheit (45 Prozent) und Design (41 Prozent) landeten auf den vordersten Rängen der Entscheidungskriterien.

Auch Preis (36 Prozent), Verbrauch (35 Prozent), Platzangebot (33 Prozent), Ergonomie (30 Prozent), Wiederverkaufswert (27 Prozent), Image und Prestige (27 Prozent) sowie Umweltfreundlichkeit (25 Prozent) und Familienfreundlichkeit (22 Prozent) waren für einige Befragten wichtige Kaufkriterien. Die Limousine ist mit Abstand die beliebteste Karosserieform und auch die Farbe Schwarz liegt bei den Befragten sehr hoch im Kurs.

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