Mitsubishi Colt: Als Gebrauchter sehr zuverlässig

Der Mitsubishi Colt ist als Gebrauchter zu empfehlen. © Mitsubishi

Der Mitsubishi Colt wird längst nicht mehr gebaut. Eigentlich schade. Denn der Kleinwagen ist zuverlässig, auch noch als Gebrauchtwagen.

Die sechste und letzte Generation (2004 bis 2012) des Kleinwagen kann als Empfehlung gelten, wenn man sich nach einem günstigen Modell auf dem Gebrauchtwagenmarkt umschaut.


Der sechste Mitsubishi Colt ist gegenüber seinem Vorgänger geschrumpft – auch, um Daimlers neuer Kleinwagenmarke als Basis für den Smart Fortwo dienen zu können. Beide Modelle wurden gemeinsam entwickelt und liefen auch im niederländischen Born gemeinsam vom Band.

Colt betont nüchtern

Gegenüber dem flippigen Smart gab sich der Colt jedoch so betont nüchtern, dass die Verwandtschaft von außen nicht zu erkennen ist. Beim Platzangebot hingegen wird schnell klar, dass der Mitsubishi ein Stadtauto von traditionellem Zuschnitt ist: Auf weniger als vier Metern Länge finden zwar Fahrer und Beifahrer durchaus großzügige Verhältnisse vor, Fondinsassen und Gepäck haben es hingegen eher knapp. Das gilt sowohl für den Fünf- als auch für den Dreitürer, besonders aber für das Cabrio Colt CZC (2006 bis 2009), bei dem die Rückbank noch nicht mal für Kinder taugt.

Trotz wetterfesten Stahlklappdachs, Pininfarina-Designs und bis zu 150 PS Leistung war dem offenen Minimobil kein großer Erfolg beschert, auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist er heute trotzdem durchaus zu bekommen – meist für sehr kleines Geld. Das Lifting im Jahr 2009 machte der CZC nicht mehr mit, die Limousine erhielt damals eine umfangreiche Überarbeitung, die vor allem an dem komplett neuen, deutlich aggressiveren Kühlergrill zu erkennen ist.

Mit ordentlich viel Leistung

So unauffällig der Colt von außen zunächst aussah, so faustdick hatte er es unter der Haube. Bereits kurz nach Marktstart ergänzte ein 1,5-Liter-Turbobenziner das bis dato eher zivile Motorenangebot, der es in seiner Karriere auf bis zu 197 PS brachte. Der Vierzylinder gilt als robust und ist daher auch bei Tunern sehr beliebt – beim Gebrauchtkauf sollte man sich die Fahrzeuggeschichte daher gegebenenfalls genau darlegen lassen. Auch die Saugerversion war mit 109 PS für damalige Verhältnisse ordentlich motorisiert. Standardkost hingegen bieten die 1,1- und 1,3-Liter-Motoren mit 75 PS bis 95 PS.

Heute nur noch selten auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden sind die 1,5-Liter-Dieselmodelle mit 68 PS bis 95 PS, die sich höchstens für absolute Vielfahrer rentieren. Geschaltet wird beim Colt in der Regel per Hand durch fünf Gänge, für den mittleren Benziner im Fünftürer gibt es ein automatisiertes Schaltgetriebe namens „Allshift“.

Günstige Basisvariante

Für die seinerzeit knapp 10.000 Euro, die die Basisausführung kostete, ist nicht viel zu erwarten. Doch schon ab dem zweiten Level „Inform“ ist der Colt ordentlich bis gut ausgestattet. „Invite“ und „Intense“ packen noch einiges drauf, was man nicht dringend braucht, aber das nett zu haben ist. Die mit dem Turbomotor gekoppelte „Ralliart“-Ausführung wartet mit Sportoptik und entsprechenden Sitzen auf. Eher dürftig ist vor allem in den beiden günstigen Varianten die Sicherheitsausstattung: Vier Airbags, ESP gab es nur gegen Aufpreis. Beim Euro-NCAP-Crashtest reichte es 2005 zu vier von fünf Sternen.

Bremsscheiben und Licht – das sind die zwei Schwachpunkte des Colt. Gerade ersteres ist unangenehm, kann aber wie die oft durchgebrannten Birnchen in der Heckleuchte einfach erkannt und vergleichsweise günstig behoben werden. Rost gibt es laut „TÜV Report“ so gut wie nicht, Probleme mit dem Fahrwerk sind selten. Wenigfahrer und Laternenparker sollten zudem die Batterie im Blick haben, die nicht zu den langlebigsten zählt. Unterm Strich gilt der Colt als durchwegs solide.

Schon für wenig mehr als 1.000 Euro werden ältere Colt gehandelt. Der Käufer erhält einen zuverlässigen Stadtwagen, der trotz geringer Abmessungen ein ordentliches Platzangebot offeriert. Wer ein günstiges Cabrio oder einen preiswerten Flitzer sucht, ist mit den jeweiligen Colt-Varianten ebenfalls gut bedient. (SP-X)