Mini Cooper Cabrio SD: Kraftvoll auf die Kurzstrecke

Ab 28.750 Euro

Das Mini Cooper Cabrio SD ist auch als Diesel kraftvoll utnerwegs. © Mini

In Cabrios war der Diesel lange Zeit verpönt. Dass Vorbehalte gegenüber Temperament und Klang unbegründet sind, zeigt nun der offene Mini Cooper SD, der trotzdem nicht alle Vorteile des Sparmotors voll ausspielen kann.

Von Holger Holzer

Lange Zeit mussten sparsame Mini-Fahrer mit wahlweise zwei 1,6-Liter-Dieseln Vorlieb nehmen. Die sind zwar genügsam, aber relativ schlapp – vor allem für ein Lifestyle-Mobil mit dynamischem Anspruch. Besserung gibt es seit kurzem in Form des 2,0-Liter-Triebwerks aus dem BMW 118d mit 105 kW/143 PS und einem Drehmoment von 305 Nm.

Mini Cooper Cabrio SD mit kraftvoller Beschleunigung

Sobald der originell gerundete Schüssel in den Zündschlitz gefitzelt ist, meldet sich der Diesel vergleichsweise zurückhaltend zu Wort. Seine Arbeitsweise kann er zwar akustisch nicht ganz verleugnen, was davon beim Fahrer ankommt, klingt aber eher kraftvoll als rau. Beim Tritt aus Gas wird die Geräuschkulisse dann angenehm kernig.

Viel besser noch ist aber der stete Druck, mit dem der Vierzylinder zu Werke geht. Ohne Anfahrschwäche strebt er schon deutlich unterhalb von 2000 Touren kraftvoll voran und dann gleichmäßig weiter. Der Cooper SD surft dabei auf einer mächtigen Drehmomentwelle, die Sehnsucht nach dem Turbobenziner des Cooper S erst gar nicht aufkommen lässt. Wer ungern schaltet, kann auch in der Stadt problemlos im fünften Gang zum Zwischensprint ansetzen. Allerdings verpasst er dann den Spaß, den das knackige Sechsganggetriebe beim Durchgleiten der Kulisse bereitet.

Kein Vergnügen auf langen Strecken mit dem Mini Cooper Cabrio SD

Go Kart-Gefühle gibt es auch im Mini Cooper Cabrio SD Citroen

Beim Verbrauch hingegen hält sich der Diesel eher zurück. Wer zum Normverbrauch von 4,5 Liter noch einen Liter hinzurechnet, kommt auf einen Praxiswert, der keinen Verzicht beim Fahrspaß bedeutet. Auf die dynamischen Qualitäten des Fahrwerks – abgegriffen, aber treffend oft als Go-Kart-artig beschrieben – muss der SD-Fahrer ebenfalls nicht verzichten. Direkte Lenkung, kurzer, wieseliger Radstand und ein straff abgestimmtes Fahrwerk gehören auch hier zu den Kenngrößen.

Straffes Fahrwerk schmälert Genuss im Mini Cooper Cabrio SD

Die Insassen des Mini Cooper Cabrio SD benötigen ein dickes Fell Mini

Allerdings gerät das Diesel-Cabrio eher konzeptionell an seine Grenzen. Denn wo die Agilität auf Landstraßen für Freude sorgt, schlägt sie bei längerer Autobahnfahrt aufs Kreuz. Fugen, Unebenheiten und Schlaglöcher werden fast ungefiltert an die Insassen in ihren engen Sportsitzen weitergegeben.

Auch Spurrillen nimmt der Cooper als willkommene Ablenkung von den Fahrerwünschen, so dass Langstreckenfahrten kein Vergnügen sind. Und der kleine Gepäckraum hinter der schmalen Ladeklappe lädt auch nicht gerade zur Urlaubs-Tour ein.

Mini Cooper Cabrio SD 1000 Euro teurer als Benziner

Das Mini Cooper Cabrio SD ist eher etwas für die Kurzstrecke Mini

Langstreckenmotor und Kurzstreckenauto wollen am Ende nicht so recht zusammenpassen. Am Triebwerk liegt es in diesem Fall nicht; das Vierzylinder-Kraftpaket gibt sich keine Blöße. In einem anderen Modell der Mini-Familie wäre es aber sicher besser aufgehoben, könnte etwa im reisetauglicheren Countryman-SUV seine Effizienzvorteile gegenüber den Ottomotoren ausspielen.

Im Cabrio für die kurze Frischluft-Tour hingegen bleibt der Turbobenziner die erste Wahl. Mit Preisen ab 27.750 Euro ist er zudem 1000 Euro billiger, Steuer und Versicherung kommen ebenfalls günstiger. (SP-X)