Mercedes X-Klasse: Abschied vom Pick-Up

Die X-Klasse von Mercedes. Foto: Daimler
Die Mercedes-Benz X-Klasse © Daimler

Die Mercedes X-Klasse war mit großen Erwartungen gestartet. Sie haben sich nicht erfüllt. Nun wird das Pick-Up eingestellt.

Die letzten Einheiten des Pick-ups laufen im Mai vom Band, Bestellungen werden nur noch bis Mitte Januar angenommen. Berichtet hatte das zunächst die Zeitschrift „Automotive News“, der Hersteller hat die Angaben mittlerweile bestätigt.


Mercedes hatte den ersten Pick-up seiner Firmengeschichte erst 2017 ins Programm genommen, die Plattform wurde vom Kooperationspartner Nissan übernommen.

Edler als der Nissan Navara

Im Vergleich mit dem Navara der Japaner und dem ebenfalls baugleichen Renault Alaskan tritt die X-Klasse außen und innen deutlich edler auf. Als einziges Modell in dem Trio verfügt der Mercedes zudem über einen optionalen Sechszylindermotor sowie einen permanenten, nicht nur zuschaltbaren Allradantrieb.

Im Gegenzug rufen die Stuttgarter auch höhere Preise auf: Aktuell startet die Liste bei eingeschränktem Motorenangebot bei knapp 49.000 Euro, deutlich günstiger als 40.000 Euro waren auch die billigsten Varianten nicht zu haben. Zum Vergleich: Der Technik-Bruder Nissan Navara, aber auch andere Konkurrenzmodelle wie VW Amarok und Ford Ranger starten eher bei um die 30.000 Euro. Gerade für den preissensiblen Teil der Pick-up-Zielgruppe – die Handwerker und Gewerbetreibenden – ist das ein wichtiges Kaufargument.

Positionierung fehlgeschlagen

Eine Positionierung der Mercedes X-Klasse als edle Alternative zu den robuster ausgestalteten Pritschenwagen der Konkurrenz ist offenbar nicht aufgegangen. Bereits im ersten Quartal 2019 hatte Daimler sich entschieden, die X-Klasse nicht wie geplant auch in Argentinien bauen zu lassen. Das Land gilt zu den Märkten, in denen Pick-Ups bei den Kunden stark nachgefragt sind. Grundlage dafür war nach Unternehmensangaben vor allem, dass die Preiserwartungen der Kunden in Lateinamerika nicht zu erfüllen waren.

Zu den wichtigen Märkten zählten daher neben Europa zuletzt nur Australien und Südafrika, für den US-Markt war der vergleichsweise kleine Pick-up nie vorgesehen. Möglicherweise ein Fehler. Zuletzt konnte Mercedes weltweit nur noch rund 10.000 X-Klassen pro Jahr absetzen. (SP-X)