Mercedes SLK/SLC: Ohne Sorgen zum TÜV

Mercedes SLK/SLC: Ohne Sorgen zum TÜV
Trotz der knappen Außenmaße müssen sich Fahrer und Beifahrer im Mercedes SLK nicht eingeengt fühlen. © Daimler

Gebaut wird der Mercedes SLK/SLC seit 2020 nicht mehr. Wer den Zweisitzer fahren will, muss sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umschauen.

Beim Mercedes SLK (seit 2016: SLC) der dritten Generation (Typ 172) setzte Mercedes nochmals auf die aufwändige Stahl-Klapp-Dachkonstruktion, die den Roadster auf Knopfdruck in wenigen Sekunden in ein Cabrio verwandelt. Der seit 2011 gebaute Zweisitzer versuchte erneut, eine gelungene Mischung aus agilem Sportler, entspanntem Cruiser und praktischem Alltagsbegleiter zu geben.


Allerdings ließ das Kundeninteresse an Cabrios im Allgemeinen und Klappdach-Cabrios im Besonderen in den vergangenen Jahren stark nach. 2020 war Schluss, einen Nachfolger gibt es nicht.

SLK ist 4,14 Meter lang

Der SLK/SLC ist ein handliches Fahrzeug. Mit 4,14 Metern zählt der Zweisitzer zu den besonders kompakten Roadstern. Er wartet optisch mit den typischen Roadster-Zutaten wie langer Motorhaube und kurzem Heck auf. Das Interieur ist gediegen bis sportlich gestaltet – je nach Ausstattungslinie, aber immer hochwertig.

Trotz der knappen Außenmaße müssen sich Fahrer und Beifahrer nicht eingeengt fühlen, selbst wenn das Dach geschlossen ist. Letzteres dämmt gut, bietet Schutz vor Vandalismus und klappt bei Bedarf auch flott weg. Dank Nackenfön, Windschott und Sitzheizung kann man auch bei kühlen Außentemperaturen das Vergnügen des Offenfahrens genießen. Der Kofferraum schluckt bei geschlossenem Dach 335 Liter, bei weggeklappter Konstruktion sind es 100 Liter weniger.

Seit 2016 heißt der SLK SLC

Seit 2016 heißt der Roadster SLC; mit der Änderung sollte die Verwandtschaft zur C-Klasse in den Fokus gerückt werden. Gleichzeitig erhielt der Zweisitzer kleine optische Retuschen. So fährt der SLC mit einem Grill in Diamantoptik vor, schmalere Rückleuchten und verchromte Endrohre lassen den SLC optisch wuchtiger auf der Straße liegen. Am Heck sind schmalere Leuchten in LED-Technik montiert. Im Innenraum zogen Aluminium-Zierteile und ein optimiertes Kombiinstrument ein. Das Variodach lässt sich nicht nur im Stand sondern auch bei Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h öffnen.

Das Motorenangebot des SLK bietet für jeden Geschmack etwas, von genügsam bis sportlich; selbst ein Diesel steht zur Wahl. Schon der 184 PS starke 1,8-Liter-Turbo-Vierzylinder im Basismodell SLK 200 bietet Fahrspaß. Mit einem Normverbrauch von knapp 7 Litern ist er zumindest auf dem Papier sparsam. Darüber rangieren der SLK 250 mit 204 PS und der Sechszylinder im SLK 350. Der 3,5 Liter große Sauger bietet mit seinen 306 PS die besten Fahrleistungen unterhalb des AMG-Modells. Eine Siebengang-Automatik überträgt hier die Kraft an die Hinterräder. Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 5,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h elektronisch begrenzt.

Auch als AMG-Variante zu haben

Wenn es etwas mehr sein darf: Der SLK 55 AMG zeigt nicht nur optisch mit den AMG-Insignien, wie Schürzen, Spoiler und große Lufteinlässe an Front, Heck und Seite, dass er kein Braver ist; der 5,5-Liter-V8 mit 422 PS unter der Haube wird dem AMG-Anspruch gerecht. Der Sprint auf Tempo 100 ist in 4,6 Sekunden erledigt, die Spitzengeschwindigkeit bei 250 km/h abgeregelt. Hat der Erstbesitzer das „Driver Package“ geordert, ist die Topspeed auf 280 km/h hochgesetzt. Dank Zylinderabschaltung lässt sich der AMG-Bolide auch mit 8,4 Litern vergleichsweise sparsam bewegen, im Alltag dürfte der Verbrauch aber deutlich höher ausfallen.

Wer es sparsam mag, findet im Angebot sogar ein Dieselmodell. Der Vierzylinder kommt auf 204 PS und überzeugt zwar nicht mit schönem Klangbild, aber dafür mit mächtigem Durchzug (500 Nm) schon bei niedriger Drehzahl. Der Selbstzünder blieb bis 2017 im Angebot, zuletzt mit einer Neunstufen-Automatik (SLC 250d). Im Schnitt fließen zwischen 4,4 und 5 Liter durch die Leitungen.

Beim SLC kommen ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 156 PS (180) sowie ein Zweiliter-Vierzylinder mit 184 PS (200) und als SLC 300 in der Ausbaustufe mit 245 PS zum Einsatz. Topmotor (AMG 43) ist ein Sechszylinder mit zunächst 367 PS, ab 2018 dann 390 PS. Die SLC-Vierzylinder sind recht sparsam (5,6 bis 6 Liter), Der AMG-Sechszylinder verbraucht durchschnittlich 7,8 bis 8,2 Liter.

Umfangreiches Sicherheitsausstattung

Dank Nackenfön kann man im Mercedes SLK/SLC auch bei schlechtem Wetter gut unterwegs sein. Foto: Daimler

Mercedes hat seinem kleinen Roadster eine umfangreiche Sicherheitsausstattung spendiert. Gegen Aufpreis konnte der Erstbesitzer zudem unter anderem einen adaptiven Tempomat, Totwinkelwarner und Spurhaltehelfer ordern; beim SLC kamen noch ein automatischer Bremsassistent oder der Fernlichtassistent dazu. Die Komfortausstattung bietet ordentlichen Standard, doch wartete der der SLK/SLC mit einer langen Optionsliste zum Häkchensetzen auf. Sie bot etwa die Nackenheizung Airscarf, beheizte Sitze, Windschott oder das selbstständig verdunkelnde Glasdach Magic Sky (später Sky Control). Wem der Serien-SLK zu brav abgestimmt ist, achtet auf das Fahrdynamikpaket mit Sportfahrwerk und Sportlenkung.

SLK/SLC-Besitzer müssen vor der TÜV-Hauptuntersuchungen (HU) keine Angst haben. Der Roadster liegt in der HU-Statistik meist im grünen Bereich. Das dürfte zum einen an der Aufmerksamkeit liegen, die die Besitzer ihrem Fahrzeug in Form von Pflege und Wartungen zukommen lassen. Zum anderen wird der Zweisitzer vergleichsweise wenig bewegt und kommt auf niedrige Laufleistungen. Kaufinteressenten sollten jedoch die Achsfedern der vier bis sechs Jahre alten Fahrzeug genauer inspizieren lassen. Die Dachkonstruktion macht bislang keinen Ärger. (SP-X)

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