Mercedes-Maybach: Chauffeur exklusive

Sub-Marke startet nächstes Jahr

Mercedes-Maybach S 600, das Auto für anspruchsvolle Kunden.
Mercedes-Maybach S 600, das Auto für anspruchsvolle Kunden. © Daimler

Es soll ja Kunden geben, denen eine S-Klasse ein wenig popelig erscheint. Für dieses anspruchsvolle Klientel bringt der Autobauer Daimler nun seine Sub-Marke Mercedes-Maybach auf den Markt.

Dass dieses Auto in der vergangenen Woche fast zeitgleich erst in Guangzhou und dann wenige Stunden später in Los Angeles vorgestellt wurde, war natürlich kein Zufall. Schließlich sind China und die USA für den Autobauer Daimler die zwei weltweit wichtigsten Märkte.

Hier geben die Kunden besonders viel Geld für Autos aus und haben einen besonderen Hang zum Luxus – und mit der neuen Sub-Marke Mercedes-Maybach stoßen die Schwaben mit ihrem Angebot ins exklusive Top-Segment vor. Ein Segment, mit dem Mercedes vor allem in China punkten dürfte. Die chinesischen Kunden stehen besonders auf Statussymbole. Sie wollen mit ihrem Auto zeigen: „Seht her, wir haben es geschafft!“

Kundenwunsch entsprochen

Dafür scheint die normale S-Klasse – von der sich im ersten Jahr der vollen Verfügbarkeit mehr als 100.000 Einheiten verkauften - allein offensichtlich nicht zu reichen, auch nicht bei der bei den Chinesen besonders beliebten Langversion. Wie Mercedes-Vertriebschef Ola Källenius sagte, hätte man gerade aus China den Kundenwunsch erhalten. „das beste Automobil der Welt in einer besonders exklusiven und großzügigen Variante anzubieten“.

Diesem Anspruch soll also nun der Mercedes-Maybach S 600 gerecht werden. „Damit erfüllen wir die Wünsche der anspruchsvollsten Automobilkunden in aller Welt“, ließ dann auch China-Vorstand Hubertus Troska bei der Weltpremiere in Guangzhou wissen. Wer anspruchsvoll ist, der ist natürlich auch zahlungsbereit. Zwar haben die Schwaben den Preis der im Februar 2015 auf den Markt kommenden Edelkarosse noch nicht kommuniziert, doch sie dürfte sich wohl irgendwo im Bereich von rund 200.000 Euro einpendeln. Dafür bekommt man dann auch nach Herstellerangaben leiseste Serienlimousine der Welt vor die Tür gestellt.

V12-Biturbo sorgt für Vortrieb

Ganz exklusiv geht es im Mercedes-Maybach S 600 zu.
Die Sitze im Fond des Mercedes-Maybach Daimler

Wer möchte es bei einem solchen Preis den Passagieren im Fond schon zumuten, mehr zu hören, als das sonore Brummen des 530 PS starken V12-Motors. Sie lesen richtig. In Zeiten, in denen die Motoren immer kleiner werden, verrichtet unter der langen Haube des Topmodells des Mercedes-Maybach nicht ein V8 seine Arbeit, sondern selbstverständlich ein statusfördernder sechs Liter großer Zwölfzylinder-Biturbo. Er bringt es auf ein maximales Drehmoment von 830 Nm. Ein Achtzylinder ist dem S 500 vorbehalten. Dann muss man sich indes nicht nur mit vier Zylindern weniger zufrieden geben, sondern hat auch nur noch 455 PS.

Doch nicht nur die Leistung zählt ja bekanntlich bei einem solchen Auto, sondern vor allem der Platz und der Luxus des Innenraums. Bei diesen beiden Aspekten braucht sich ja bereits die Langversion des S-Klasse nicht zu verstecken, doch der Mercedes-Maybach hat natürlich noch mehr zu bieten. Mit einer Länge von 5,45 Metern und einem Radstand von 3,37 Metern hat die Limousine um satte 20 Zentimeter zugelegt.

Wer sich so von seinem Chauffeur (exklusive) fahren lässt – wer einen Mercedes-Maybach kauft, der wird natürlich gefahren – kann dann auch auf zwei so genannten Executive-Sitzen im Fond Platz nehmen und sich damit gleich wie zu Hause auf dem Sofa fühlen. Nein, nicht Sessel, schon Sofa. Denn die Sitze erlauben in Kombination mit dem serienmäßigen Chauffeur-Paket eine Liegestellung, die es den beiden Mitreisenden ermöglicht, eine Schlaf- und Ruhepostion einzunehmen, die natürlich „neue Maßstäbe im Automobilsektor“ (Daimler) setzen soll.

Bei der ersten Sitzprobe im Mercedes-Maybach kann man bereits erahnen, dass da der Hersteller nicht zu viel verspricht. Wer möchte, für den gibt es natürlich auch Klapptische und eine Sprachverstärkung für die Kommunikation mit dem Fahrer. Wer will schon in der leisesten Serienlimousine der Welt seine Stimme zu sehr erheben müssen, wenn das auch die Technik erledigt.

Maybach-Logo an C-Säule

Mercedes-Maybach
Das Heck des S 600 Mercedes-Maybach Daimler

Natürlich ist auch von außen erkennbar, dass es sich hier nicht um eine profane Langversion der S-Klasse handelt, sondern um einen Mercedes-Maybach. Das Maybach-Logo befindet sich hinter den Dreiecksfenstern an der C-Säule. Durch diese Dreiecksfenster konnte nicht nur die Tür um sieben Zentimeter kürzer gehalten werden, sondern die Rücksitze hinter dem Türausschnitt positioniert werden.

Nun bleibt abzuwarten, ob die Kunden in China, den USA oder anderswo auf Welt den Mercedes-Maybach auch zum Erfolg werden lassen. Der Marke Maybach und ihren beiden Modelle Maybach 57 und 62 war ein solcher Erfolg nicht vergönnt. Deshalb wurde die Produktion auch 2012 eingestellt. Doch damals musste man für den Einstieg in die Maybach-Welt auch mehr als das Doppelte bezahlen. (AG/FM)