Mercedes: Plug-in-Hybrid mit fast 100 Kilometern Reichweite

Daimler-Chef Ola Källenius © Daimler

Mercedes setzt seine Elektrifizierungsstrategie konsequent fort. Nachdem im Sommer das Elektro-SUV EQC auf den Markt kommen wird, wird es in der zweiten Jahreshälfte mit dem GLE einen Plug-in-Hybriden mit einer Reichweite von fast 100 Kilometern geben.

Es wurde bereits viel über den Mercedes EQC gesprochen, das erste Elektroauto der Schwaben. Seine Weltpremiere hatte das Elektro-SUV im vergangenen Jahr in Stockholm gefeiert. Doch auf dem Markt ist es noch nicht. Immer noch nicht.


Doch im Sommer soll die Wartezeit endlich zu Ende gehen. Dann soll der EQC ausgeliefert werden. Das kündigte Daimler-Entwicklungschef Ola Källenius am Montagabend am Vortag des an diesem Dienstag beginnenden Genfer Autosalons an.

Doch heißt das, dass das Fahrzeug bereits in großer Stückzahl auf den Markt kommt? Oder wird es vorerst nur an ausgewählte Kunden gehen? „Es wird in großer Stückzahl auf den Markt kommen, wir werden das Volumen nach und nach hochfahren“, stellte Källenius klar und beendete damit Gerüchte, dass der EQC erst Ende des Jahres in nennenswerter Stückzahl auf den Markt kommt.

EQC ein echter Mercedes

Dass Fragen zu einem möglicherweise verspäteten Marktstart und die damit verbundenen Gründe kursieren, liegt indes nicht an Mercedes. Denn der Autobauer sprach bei der Weltpremiere immer nur von einer Auslieferung in 2019 – also eine bis zum 31. Dezember dehnbare Zeitspanne.

Källenius jedenfalls verspricht, dass der neben in China auch im Werk in Bremen auf der gleichen Linie wie der GLC produzierte EQC mit seiner Performance „ein echter Mercedes“ sei. Mit dem, was Mercedes dabei seinen Kunden anbietet, ist Källenius augenscheinlich zufrieden. Mercedes sei jedenfalls in der Lage, auf die Nachfrage seitens der Kunden mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Batterie- und Produktionskapazitäten zu reagieren. Dass die Kunden, sollte die Nachfrage die bisherigen Planungen überschreiten, sich auch auf längere Lieferzeiten einstellen müssen, wollte Källenius dabei nicht ausschließen. Wie lang die sein könnten, wollte der Entwicklungschef nicht sagen.

Konsequent unterwegs Richtung E-Mobilität

Der neue Mercedes-AMG GLE 53 4Matic.Foto: Daimler

Für den Schweden bewege sich Mercedes konsequent Richtung Elektromobilität. So verwies Källenius auf die aus seiner Sicht auf Hochtouren laufende Elektrifizierungsstrategie. Sie sieht mit Blick auf das 48 Volt-Bordnetz vor, nach über 25 Modellen in 2018 diese Zahl in 2019 bereits auf über 50 Modelle zu steigern, ehe es in 2020 schon 100 sein sollen.

Ähnlich konsequent treibe man das Angebot bei den Plug-in-Hybriden voran, auf deren Bedeutung in der Elektrifizierungsstrategie eine entscheidende Rolle zukomme. Deren Zahl werde von über zehn Modellen in diesem Jahr auf über 20 im kommenden Jahr steigen. Als nächstes werden Plug-in-Hybride in der A- und B-Klasse Einzug halten. Zur konkreten elektrischen Reichweite dieser Modelle sagte er indes noch nichts.

Höhere Reichweiten in Aussicht

Generell stellte Källenius indes höhere elektrische Reichweiten bei den im Angebot befindlichen Plug-in-Hybriden (PHEV) in Aussicht. Der Reichweiten hätten sich seit dem Start der PHEVs in 2014 von damals 33 Kilometer auf aktuell 50 Kilometer gesteigert.

Der in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommende GLE als Plug-in-Hybrid soll schon über eine Reichweite von annähernd 100 Kilometern verfügen. Es ist eine Reichweite, die den Kunden eine große Flexibilität bieten würde, ist Källenius überzeugt. Mit dieser Reichweite werden man die Attraktivität der Plug-in-Hybride weiter steigen. Er verweist darauf, dass für die meisten Tagestouren Reichweiten um die 50 Kilometer vollkommen ausreichend seien.

Elektrische V-Klasse

Der Mercedes EQV. Foto: Daimler
Der Mercedes EQV soll bald in Serie anlaufen. Foto: Daimler

Und wie geht es elektrisch bei Mercedes weiter? Darauf gibt der EQV einen Ausblick, die Elektroversion der V-Klasse. Vorgestellt wurde sie am Dienstag bei der Pressekonferenz der Schwaben. Mit ihr will Mercedes „einen elektrischen People Mover“ anbieten, der sowohl für den privaten Einsatz als auch für die kommerzielle Nutzung vorgesehen ist. Ihre Reichweite soll sich auf bis zu 400 Kilometer belaufen.

„Die Studie bietet alle marken- und segmenttypischen Attribute, die Kunden von Mercedes-Benz kennen, schätzen und erwarten. Familienbegleiter, Freizeitabenteurer oder Shuttle-Fahrzeug mit Lounge-Charakter – diese Eigenschaften in Kombination mit einem batterieelektrischen Antrieb machen den Concept EQV zu einem Fahrzeugkonzept mit Zukunft“, sagte Mercedes-Vorstand Wilfried Porth. Der Konzeptcharakter des Elektroautos mit einer Batteriekapazität von 100 kWh soll schon bald mit dem Serienanlauf enden.

Der 150 kW/205 PS starke Elektromotor soll Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h erzeugen. Per Schnellladefunktion sollen 100 Kilometer Reichweite innerhalb von 15 Minuten geladen werden können.

CLA Shooting Brake außerhalb der Elektrifizierung

Abseits der elektrifizierten Fahrzeuge feierte mit dem CLA Shooting Brake die Kombiversion des viertürigen A-Klasse-Coupés seine Premiere. Dessen stärkste Motorisierung kommt auf 225 PS und benötigt anstatt Strom Super – 6,5 Liter auf 100 Kilometer. Preise nannte Mercedes noch nicht.

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