Mercedes Concept A-Class: Voll auf Angriff

Auto Shanghai

Die neue Mercedes A-Klasse fährt auf Angriff © Daimler

Mercedes präsentiert auf der Auto Shanghai das Mercedes Concept A-Class. Mit dem Nachfolger der aktuellen A-Klasse will Daimler neue Zielgruppen für die Marke erschließen. Das A stände dann auch für Angriff, wie Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte.

Von Frank Mertens, Shanghai

Für Dieter Zetsche hätte es keinen besseren Ort als Shanghai geben können, um über die Zukunft von Mercedes reden zu können. "Mercedes ist die am stärksten wachsende Premiummarke in China, auch im Vergleich zu den Wettbewerbern", sagte der Daimler-Chef am Montag am Vortag der Auto Shanghai. Und wie es vor derartigen Messen üblich ist, präsentierte der derzeit von einem Absatzrekord zum anderen eilende Autobauer aus Stuttgart bereits am Vortag der Messe sein neustes Produkt, die Mercedes Concept A-Class. Der Nachfolger der aktuellen A-Klasse soll wohl schon im Sommer 2012 auf den Markt kommen. "A steht für Angriff", so Zetsche selbstbewusst.

Mercedes will neue Zielgruppen erreichen

Mit der neuen Kompaktklasse will Mercedes die Marke für neue Zielgruppen öffnen, was nichts anderes heißt, dass die Schwaben endlich auch Kunden deutlich unter 50 für ein Auto mit dem Stern begeistern wollen. Die Chancen, dass das mit der Mercedes Concept A-Class gelingt, dürften nicht schlecht stehen. Mit einer langen Haube, einer flachen Dachlinie und einem muskulösen Heck gibt sich der Nachfolger der für viele langweilig daher kommenden aktuellen A-Klasse ausgesprochen sportlich, geradezu dynamisch. Angetrieben wird die Concept A-Class von einem Vierzylinder-Ottomotor der neuen Baureihe M270.

Wie Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber erzählt, seien die Aggregate für den Quereinbau konzipiert worden und würden dank Direkteinspritzung mit Turboaufladung nicht nur über gute Leistungsdaten, sondern zugleich auch über gute Verbrauchswerte verfügen. Unter der langen Haube verbirgt sich ein Zweiliter-Motor mit 155 kW/210 PS, wobei optional ein von Mercedes entwickeltes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz kommt. Dieses Doppelkupplungsgetriebe soll vorerst nur in der neuen Kompaktklasse zum Einsatz kommen.

Concept A-Class kommt Serienfahrzeug nah

Auch der Innenraum der Mercedes Concept A-Class zeigt sich seriennah Daimler

Das von Dienstag an auf der Auto Shanghai gezeigte Fahrzeug soll dem Serienfahrzeug bereits sehr, sehr ähnlich sein, wie Weber sagte. Auch im Innenraum werden sich im späteren Serienfahrzeug etliche Elemente finden, die jetzt auch im Concept-Car zu sehen seien. Dazu gehört auch die Integration eines iPhones in das Bedienkonzept der Concept A-Class. Daimler plant, mit dem Marktstart zeitgleich etliche Apps zur Verfügung zu stellen. So sollen die Funktionen des Smartphones wie Internet-Radio, E-Mail, Wetterdienste oder das Abrufen sozialer Netzwerke wie Twitter oder Facebook auf dem 17,8 Zentimeter großen Display angezeigt werden. Die Grafik wurde federführend von Mercedes im kalifornischen Palo Alto zusammen mit Apple entwickelt.

Wie es sich für ein Auto von Mercedes gehört, verfügt auch die Concept A-Class über Fahrassistenzsysteme, darunter der Bremsassistent Collission Prevention Assist (CPA). Er bremst vollautomatisch ab und soll damit typische Auffahrunfälle in der Stadt vermeiden. "Mit diesem radarbasierten System werden wir die Unfallzahlen um zirka 20 Prozent reduzieren", sagte Weber.

Als Weltauto konzipiert

Das Mercedes Concept A-Class ist deutlich flacher ausgefallen Daimler

Zur neuen Kompaktklasse der Stuttgarter gehört neben der neuen A- auch eine neue B-Klasse, die dann sicherlich höher aufbaut als das in Shanghai präsentierte Konzeptfahrzeug. "Die A- und B-Klasse haben sich bisher insbesondere nur durch die unterschiedliche Länge unterschieden. Mit der neuen Kompaktklasse wird dies anders sein", so Weber. Die Fahrzeugarchitektur lasse viele Spielarten zu.

Das neue Kompaktklasse-Modell sei übrigens kein Auto nur für bestimmte Märkte, sondern es sei laut Weber ein Weltauto. Ein Weltauto, das auch die Option für verschiedene Antriebsarten bieten würde. Beispielsweise auch die Brennstoffzelle, mit der Mercedes gerade eine Welttour über 30.000 Kilometer zurücklegt. Pünktlich zum Start der Auto Shanghai sind die drei Mercedes B-Klasse F-Cell gerade in der chinesischen Millionenmetropole eingetroffen.