Neuerfindung der Mercedes B-Klasse

Weltpremiere auf der IAA

Neuerfindung der Mercedes B-Klasse
Bislang sieht man die Mercedes B-Klasse nur getarnt. © Daimler

Mercedes hat die B-Klasse komplett überarbeitet. So viele Neuheiten habe es bislang bei einem Modellwechsel noch nie gegeben, sagt Entwicklungsvorstand Thomas Weber.

Mercedes-Benz hat die B-Klasse neu erfunden. Aus dem betulichen Seniorenauto ist ein pfiffiger Kompaktwagen geworden, der mit einer Vielzahl technischer Finessen glänzt. Highlights sind das serienmäßige Notbremssystem und aerodynamische Bestleistungen. Dazu kommt der Antrieb mit vier neuen Motoren - zwei Benziner und zwei Diesel - sowie dem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. "So viele Neuheiten auf einen Schlag gab es noch bei keinem Modellwechsel in der Geschichte von Mercedes-Benz", schwärmt Thomas Weber, Daimler-Vorstand für Konzernforschung und Leiter der Entwicklung von Mercedes-Benz Cars.

Präsentation auf der IAA

Noch vor der offiziellen Weltpremiere der neuen B-Klasse bei der IAA in Frankfurt (13.- 25. September) informiert Mercedes-Benz über die technischen Neuheiten des Kompaktwagens, ohne ihn aber vollständig zu zeigen. Ein Karosserie-Schnittmodell, ein getarnter Testwagen sowie die Gattungsbezeichnung zeigen, wohin die Reise geht. Optisch ist die neue B-Klasse eine geschrumpfte Variante der aktuellen R-Klasse, die Fahrzeugen wie dem Golf Plus oder dem Ford C-Max Konkurrenz machen soll. Dafür haben ihr die Entwickler einige technische Besonderheiten spendiert und speziell im Bereich aktive Sicherheit aufgerüstet.

Als Weltneuheit im Kompaktsegment verfügt die B-Klasse serienmäßig über das Notbremssystem "Collison Prevention Assist", eine radargestützte Kollisionswarnung mit adaptivem Bremssystem. Das gibt es zwar schon seit 2005 in der S-Klasse, ist aber dort nur gegen Aufpreis erhältlich. "Dieses System verhindert Auffahrunfälle mit fahrenden oder angehaltenen Fahrzeugen und deckt damit 90 Prozent aller Auffahrunfälle ab", erläutert Entwickler Uwe Petersen. Kollisionen mit parkenden Fahrzeugen können dagegen nicht verhindert werden. Dazu demokratisiert Mercedes-Benz die Sicherheit, indem die Stuttgarter weitere Assistenzsysteme aus der Oberklasse wie den Abstandstempomat Distronic plus, Totwinkel- oder Spurhalte-Asisstenten nun auch optional in der Kompaktklasse anbieten.

Neue Achsen und gesenkter Schwerpunkt

Die neue B-Klasse von Mercedes wird auf der IAA gezeigt Daimler

Beiträge zur aktiven Sicherheit liefern sicher auch das Fahrwerk, das auf zwei komplett neu konstruierten Achsen ruht sowie der gesenkte Schwerpunkt des Fahrzeugs. Das soll die B-Klasse nun auch deutlich agiler machen als bisher, selbst ein Sportfahrwerk wird bei Serienstart lieferbar sein. Für Vortrieb sorgen vier neue Motoren. Die beiden Benziner der Familie M270 sind komplette Neuentwicklungen, die in der B-Klasse Premiere feiern und in der Folge auch in der A-, C- und E-Klasse zum Einsatz kommen werden. Zunächst sind die Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum verfügbar, als B 180 mit 90 kW/122 PS oder als B 200 mit 115 kW/156 PS.

In der Leistungscharakteristik sind die beiden Turbo-Benziner durchaus mit Dieselmotoren vergleichbar, stellen sie ihr maximales Drehmoment von 220 und 250 Nm bereits bei 1 250 Umdrehungen zur Verfügung. Der Diesel-Vierzylinder ist eine Weiterentwicklung des bereits in der C- und S-Klasse eingesetzten OM651. Im B 180 CDI stehen 80 kW/109 PS mit einem maximalen Drehmoment von 250 Nm (ab 1 400 U/min) zur Verfügung, im B 200 CDI sind es 100 kW/136 PS und 300 Nm (bei 1 600 U/min).

Die Kraftübertragung besorgt auf Wunsch das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe 7G-DCT. Mit dieser Eigenentwicklung zielt Mercedes-Benz nun gezielt auf die VW-Kundschaft, die schon seit längerem Doppelkupplungsgetriebe bestellen kann. Das Getriebe ist nach Angaben der Mercedes-Entwickler leichter und kompakter als Wettbewerbsgetriebe, was den Einbau in Kompaktfahrzeuge begünstigt. Zunächst ist es für den Frontantrieb konzipiert, jedoch seien auch Allradvarianten möglich. Der Wählhebel des 7G-DCT ist als Lenkstockschalter ausgebildet, für den manuellen Eingriff stehen Schaltwippen zur Verfügung.

Die neuen Antriebskomponenten sollen zur besseren Effizienz der neuen B-Klasse ebenso beitragen wie die deutlich verbesserte Aerodynamik. Mit einem cw-Wert von 0,26 ist die B-Klasse Spitzenreiter in der Kategorie der sogenannten Vollheckfahrzeuge, also der Kombis. Damit sieht sich Mercedes-Benz im harten Wettbewerb in der Kompaktklasse gut gerüstet. Die neue B-Klasse wird von November an bei den Händlern stehen. (mid)

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