Mazda5: Temperamentvoller Familien-Van

Gute Fahrleistungen im Einstiegsbenziner

Der Mazda5 bietet anständige Fahrleistungen. © Mazda

Wer einen praktischen Familien-Van sucht und dabei unbedingt auf Schiebetüren nicht verzichten will, sollte sich auch den Mazda 5 anschauen. Der Japaner bietet fast ein stimmiges Gesamtpaket.

Von Frank Mertens

Im Segment der Familien-Vans tummeln sich neben dem VW Touran eine Vielzahl von attraktiven Modellen. Sei es nun der Opel Zafira, ein Ford C-Max oder der von uns getestete Mazda5, der im Gegensatz zur genannten Konkurrenz auf Schiebetüren setzt.

Ja, sie haben gerade in enge Parklücken ihre Vorteile und erleichtern deutlich das Ein- und Aussteigen. Doch allein die praktischen Schiebetüren animieren noch keinen Kunden zum Kauf – das Gesamtkonzept muss stimmen. Und stimmt es beim 4,58 Meter langen Japaner? Im Großen und Ganzen ja. Sein Design mit der frechen Front und der leicht nach hinten ansteigenden Seitenlinie, die dem Mazda5 einen Hauch von Dynamik verleiht, ist ausgesprochen gefällig. Keine Frage: Hier muss sich der Mazda 5 nicht verstecken, ganz im Gegenteil.

Mazda5 mit billig anmutender Mittelkonsole

Doch wenn man in den Mazda einsteigt, wird dieser erste positive Eindruck leider etwas getrübt. Die Mittelkonsole versprüht Plastikcharme. Wer die vielen Kunststoffflächen aufs Auge wirken lässt, kommt leider zur Feststellung, dass das schlicht billig wirkt. Dass Kunststoff auch anders wirken kann, zeigt beispielsweise Mitkonkurrent VW mit seinem Bestseller Touran.

Viel Kunststoff bestimmt die Mittelkonsole im Mazda5 Mazda

Wer sich ein Auto wie den Mazda5 bestellt, dessen Einstiegspreis für den von uns getesten 1.8-Liter-Benziner in der Ausstattungsvariante Prime-Line bei 20.490 Euro beginnt, kann auch bei der Optik der Mittelkonsole mehr erwarten. Dass die Japaner hier nicht mehr Sorgfalt haben walten lassen, ist schade, denn ihr Familien-Van macht sonst eine rundum gute Figur.

Die Instrumente sind intuitiv zu bedienen und klar strukturiert. Hier braucht man sich nicht auf eine Rätselreise durch eine überfrachtete Mittelkonsole begeben. Auch die Sitze sind nicht zu beanstanden. Sie sind zwar durchaus straff, aber immer noch bequem genug, um auch nach einer längeren Fahrt bequem aus dem Auto aussteigen zu können.

Ausreichend Platz auch im Fond

Die Schiebetüren am Mazda5 Mazda

Über zu wenig Platz braucht sich auch niemand im 1,75 Metern breiten und 1,61 Meter hohen Mazda5 beklagen. Selbst Großgewachsene finden im Fond bequem Platz, ohne dabei Probleme mit der Kopf- und Kniefreiheit zu bekommen. So muss es in einem Familien-Van sein, in dem nun auch einmal nicht nur Kinder in der zweiten Reihe Platz nehmen. Nett sind die Armlehnen für die Mitreisenden auf den zwei äußeren Plätzen im Fond.

Zudem offeriert der Mazda5 auch eine dritte Sitzreihe, die aus dem Fünf- einen Siebensitzer macht. Sie ermöglicht es zumindest Kindern, auch einmal kürzere Strecken dort zurückzulegen, wo sonst der Platz für das Gepäck ist. Durch sein durchdachtes Sitzkonzept lässt sich aus dem Mazda5 auch ein Zwei- oder auch ein Viersitzer machen. Wer mit ihm als Fünfsitzer unterwegs ist, dem steht ein Kofferraumvolumen von akzeptablen 426 Litern zur Verfügung.

Einstiegsbenziner mit 115 PS

Doch wie fährt sich der Mazda5 nun? Gut, ausgesprochen gut sogar, wie unsere Testfahrt mit dem 115 PS starkem Einstiegsbenziner zeigte. Mit diesem Motor hinterlässt der Mazda5 einen ausgesprochen agilen Eindruck, sein maximales Drehmoment von 165 Newtonmetern stellt er bei 4000 Touren zur Verfügung. Seine Leistungsentfaltung geschieht souverän – in flotten 12,8 Sekunden erreicht er Tempo 100 und seine Spitzengeschwindigkeit ist bei ausreichenden 182 km/h erreicht – mehr braucht man nicht.

Das Heck des Mazda5 Mazda

Die Lenkung reagiert direkt, vermittelt so eine gute Rückmeldung zur Straße. Das Fahrwerk des Mazda ist recht knackig abgestimmt, was eine auch einmal sportliche Fahrweise in Kurven erlaubt – auch hier hinterlässt der Mazda einen guten Eindruck, Wankbewegungen treten trotz seiner erhöhten Karosserieform kaum auf.

Gute Noten verdient sich auch das manuelle Sechsganggetriebe, das seine Arbeit ohne Beanstandungen verrichtet. Mazda verspricht einen Verbrauch von durchschnittlich 7,2 Litern (CO2-Ausstoß 168 g/km). Ein Wert, den wir bei den Testfahrten jedoch nicht erreicht haben, hier genehmigte sich der Mazda gut einen Liter mehr auf 100 Kilometern.

Wer auf der Suche nach einem praktischen Familien-Van ist, mit dem man auch einmal mit sieben Personen unterwegs sein kann, ist mit dem Mazda5 gut bedient. Und wem nach noch mehr Leistung als im Einstiegsbenziner der Sinn steht, dem offeriert Mazda den 2.0-Liter-Benziner mit 150 PS, der auch über ein Start-Stopp-System verfügt.