Mazda MX-5: Jubiläums-Roadster im knalligen Orange

Sondermodell 30th Anniversary

Der Mazda MX-5 in knalligem Orange. © Mazda

Der Mazda MX-5 kommt aus Anlass seines 30. Geburtstages als Sondermodell. Die Japaner bieten ihn mit einem peppigen Anstrich an.

Einen Auto-Klassiker wie den Mazda MX-5, der seit Erscheinen der Erstauflage keine Charakter-Wandlung durchgemacht hat, muss man erst einmal finden. Ob Fiat 500, Mercedes SL oder Porsche 911 – sie gehen allesamt zwar als Ikonen durch und stehen für Kontinuität, aber sind doch heute nicht mehr jene Autos, die sie anfangs einmal waren.


Nicht so der MX-5. Es gibt ihn mittlerweile in vier Generationen, und Mazda ist es virtuos gelungen, den Roadster so zu entwickeln, dass er weiterhin in die Zeit passt und seine elementaren Charaktereigenschaften beibehält.

Behutsame Designanpassungen

Während das Design behutsam angepasst wurde, blieb das Antriebskonzept quasi komplett erhalten. Noch immer werkelt unter der Haube des weniger als vier Meter messenden MX-5 ein Saugmotor, der seine Kraft auf die Hinterräder gibt. Weiterhin ist das Spaßvehikel ein Leichtgewicht und bringt lediglich rund eine Tonne auf die Waage.

Das nun ab 34.190 Euro erhältliche Sondermodell „30th Anniversary“ setzt mit dem Farbton Racing Orange einen optischen Akzent und betont sein sportliches Flair mittels konturierten Sportsitzen aus dem Hause Recaro (gibt es für die regulären Modelle gegen 1900 Euro Aufpreis). Das Grundrüstzeug für puren Roadster-Fahrspaß besitzen selbstverständlich auch die 5.500 Euro günstigeren konventionellen Ausgaben, die zudem den Vorteil haben, nicht wie die Jubi-Variante auf 350 Exemplare für Deutschland gedeckelt zu sein. Global wird die Produktion der orangefarbenen Ausreißer nach 3000 gebauten Fahrzeugen enden. Dass der Zweiliter inzwischen 184 PS mobilisiert, triggert die Vorfreude womöglich noch ein bisschen mehr.

Der knapp geschnittene Roadster fühlt sich gleich nach Einstieg unmittelbar vertraut an. Ein einziger Griff für die Verdeck-Verriegelung reicht, dann fällt die Stoffkapuze binnen weniger als drei Sekunden – schneller könnte das kein Elektromotor bewerkstelligen. Man sitzt zunächst geschützt hinter der recht steil stehenden Windschutzscheibe. Beim gemächlichen Anfahren merkt man aber schon: Hier kann es windig werden. Bei schnellerer Fahrt sollte die Frisur auf jeden Fall sturmfest sein, sonst gibt es unglückliche Gesichter.

Willig Richtung Begrenzer

Doch das Glück, das der MX-5 durch Antriebseinheit und Fahrwerk erzeugt, ist garantiert größer. Bullig schiebt der natürlich und gerade nicht synthetisch klingende Zweiliter aus dem Drehzahlkeller heraus und dreht linear stärker werdend willig Richtung Begrenzer. Mazda pfeift auf Dinge wie Downsizing oder Turboaufladung und agiert damit gegen den Trend. Mit dem bisschen Leergewicht hat der Vierzylinder natürlich leichtes Spiel, er wuchtet das Cabrio in kaum mehr als sechs Sekunden auf Tempo Einhundert.

Zu dem Dynamik-Spektakel passen Hinterradantrieb und das knackige Fahrwerk. Wer die Driftkunst beherrscht, lenkt den MX-5 notfalls auch mal mit dem Gaspedal um die Kehre. Ansonsten bereitet das stramm bedienbare, aber mit kurzen Schaltwegen gesegnete Sechsgang-Getriebe mächtig Freude.

Zum Schluss noch eine weitere schöne Facette des Umstands, dass die Ikone über Jahre kaum verändert wurde: Wer nämlich nicht deutlich über 20.000 Euro für einen Neuwagen ausgeben möchte, kann auch mit der aktuell etwa 5000 Euro gehandelten zweiten MX-5-Generation (NB) auf seine Kosten kommen. Vor allem die 110 PS-Versionen belasten die Geldbörse nicht über Gebühr und bereiten ähnlich viel Fahrspaß. Zwar schiebt der werdende Youngtimer nicht ganz so vehement an, ist aber kaum weniger kurvenräuberisch unterwegs. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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