Linke: Führt kein Weg an Diesel-Nachrüstung vorbei

Bernd Riexinger und Katja Kipping sind Chefs der Links-Partei. © dpa

Für die Linke führt kein Weg an Hardware-Nachrüstungen für alte Diesel vorbei. Kritik übte die Partei an den Autobauern.

Zum Rabatt-Programm zur Verschrottung alter Dieselfahrzeuge seitens des VW-Konzerns sagte Linken-Chefin Katja Kipping der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Das ist ein weiterer Versuch der Autokonzerne, aus ihrem millionenfachen Diesel-Betrug an den Kunden erneut Kapital zu schlagen.“


Statt die Mängel an den Fahrzeugen auf eigene Kosten zu beheben, wollten die Autobauer die Kosten wieder auf die Käufer abwälzen und ihnen „ihre Ladenhüter mit satten Gewinnen verkaufen“.

Linke: Dreckschleudern kommen auf die Straße

Nach Kippings Worten würden so „wieder neue Dreckschleudern auf die Straße gebracht“, weil ein gutes Angebot umweltfreundlicher Antriebe fehle: „Wer sich kein neues Auto leisten kann, der hat so oder so Pech gehabt“, kritisierte die Parteivorsitzende. Es führe kein Weg an Hardware-Nachrüstungen auf Kosten der Hersteller vorbei.

Volkswagen will bundesweit alte Diesel mit den Abgasnormen Euro 1 bis 4 gegen Rabatte zurücknehmen und verschrotten. Zurückgenommen würden Modelle beliebiger Hersteller. Der Kauf eines Neuwagens oder eines jungen Gebrauchtfahrzeugs werde im Gegenzug mit einem Preisnachlass unterstützt.
Ablehnung für Vorschlag von Bouffier

VW hatte wie andere Autobauer bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Dieselgipfels vom August 2017 eine sogenannte Umweltprämie angeboten.
Der Vorstoß von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), die Diesel-Umrüstung mit Steuergeldern zu finanzieren, stößt auch bei den Grünen auf Ablehnung.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Cem Özdemir, hält „nichts davon, den Dieselbetrug der Autohersteller mit Steuermitteln zu kitten“. Die Bundesregierung müsse Hardware-Nachrüstungen auf Kosten der Industrie durchsetzen, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Zuvor hatte auch SPD-Fraktionsvize Sören Bartol Bouffiers Vorstoß kritisiert. (dpa)

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