Kymco überwindet Reichweitenängste

Innovatives Versorgungssystem

Das Versorgungssystem Ionex. Foto: Kymco
Leichter Akku-Tausch mit dem Kymco-System Ionex. © Kymco

Kymco will die Reichweite von Elektroscootern mehr als nur verlängern. Mit dem Versorgungssystem Ionex kann der Roller auch während des Ladevorgangs unterwegs sein.

Die Nachteile elektrischer Mobilität sind bekannt: Eingeschränkte Reichweite und zu lange Ladezeiten erschweren es den meisten potenziellen Anwendern, den meist deutlich höheren Preis vor sich selbst zu rechtfertigen. Mit den Punkten Reichweite und Ladezeit sowie der damit zwangsweise verbundenen partiellen Immobilität will der taiwanesischen Scooter-Hersteller Kymco jetzt Schluss machen.


Auf der Tokio Motorcycle Show präsentierte sie mit ein komplett neues Energieversorgungssystem namens Ionex. Dazu gehören Akku-Wechselstationen, Miet-Akkus zur Mitnahme für eine Verlängerung der Reichweite und die technische Möglichkeit, während des Ladevorgangs den Roller trotzdem nutzen zu können. Außerdem will Kymco das System Ionex für andere Hersteller von Elektrofahrzeugen öffnen. Die ersten Roller mit Ionex sollen innerhalb von drei Jahren auf den Markt kommen.

Kymco Ionex mit einfachem Austausch

Des Pudels Kern ist die Energiestation, die unter dem Trittbrett des Rollers ihren Platz hat. Die Abdeckung öffnet sich auf Knopfdruck, die beiden Batterien sind sehr einfach entnehmbar. Wahlweise können die Akkus geladen oder an speziellen Stationen einfach ausgetauscht werden. Während des Ladevorgangs ist der Scooter dank der fest installierten „Kernbatterie“ dennoch einsetzbar; welche Strecke auf diese Weise möglich ist, wurde noch nicht mitgeteilt. Wer schon vorher weiß, dass er eine weite Strecke absolvieren möchte, kann auch bis zu drei Akkus anmieten und diese im Stauraum unter dem Sitz mitnehmen; sind die Normal-Akkus leer, wird einfach getauscht. Auf diese Weise sollen etwa 200 Kilometer Reichweite möglich werden.

Laden lassen sich die Batterien einfach und schnell zu Hause oder bei ausgewiesenen Ladestation-Partnern. Kymco hat außerdem eine weitere neue Lösung zur Batterieladung mit erheblichem Zukunftspotential entwickelt: sehr flexible, leicht installierbare und öffentlich nutzbare Ionex-Energiestationen, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Der Vorteil: Diese Stationen ermöglichen außerdem einen schnellen und einfachen Batterien-Tausch. Auch andere Fahrzeughersteller oder öffentliche Fahrzeugverwender (Post, Kommune, etc.) könnte die Station nutzen. Dadurch wäre eine einheitliche Energieversorgung für verschiedene Elektrofahrzeuge möglich.

Kymco hat in Tokio angekündigt, dass man innerhalb von drei Jahren zehn Elektroroller präsentieren will; wie viele davon über Ionex verfügen sollen, blieb offen. (SP-X)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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