Leasing schiebt Autokredit in den Hintergrund

Autofinanzierung

Leasing schiebt Autokredit in den Hintergrund
Die Zahl der Rabatte beim Neuwagenkauf nimmt leicht ab © ZDK

Leasing beim Autokauf hat das klassische Finanzierungsmodell langsam, aber sich in den Hintergrund gedrückt. Doch auch beim so genannten Ratenkredit gibt es günstige Konditionen von Autohäusern und Gebrauchtwagenhändlern – wenn man die Prüfung der Kreditwürdigkeit besteht.

Ungefähr drei Viertel aller Autokäufe werden heute nicht mehr bar getätigt, sondern finanziert. Das klassische Finanzierungsmodell für den Autokauf ist der so genannte Ratenkredit. Allerdings bekommt er zunehmend Konkurrenz von einem anderen Finanzierungsmodell: Dem Leasing. Der Autokredit rückt also langsam aber sicher ein wenig in den Hintergrund, während attraktive Leasingkonditionen immer mehr Autofahrer anlocken. Trotzdem greifen auch heute noch viele Kunden von Autohäusern und Gebrauchtwagenhändlern gerne auf die Möglichkeit der Ratenfinanzierung zurück. Das heißt, sofern sie ihnen offen steht. Autohändler werben zwar gerne mit der Option, das neue Traumauto zu günstigen Konditionen zu finanzieren, aber längst nicht jeder Kaufinteressent bekommt letztendlich auch den Zuschlag für den gewünschten Ratenkredit.

Der Grund ist eine mangelnde Kreditwürdigkeit, die den Händler an der Zahlungsfähigkeit seines potentiellen Kunden zweifeln lässt. Und da beim Geld bekanntlich die Freundschaft aufhört, müssen sich selbst treue Kunden bei jedem neuen Finanzierungswunsch wieder einer Prüfung ihrer Kreditwürdigkeit unterziehen. Getreu dem Motto „Niemand hat etwas zu verschenken“ möchten sich sowohl die Autohäuser als auch die kreditgebenden Banken ausreichend absichern, bevor die Autofinanzierung bewilligt wird. Schließlich muss sich der Kreditnehmer die Finanzierung auch tatsächlich leisten können.

Kredit interessantes Finanzierungsmodell für Elektroautos

Besonders interessant wird der Autokredit derzeit im Zusammenhang mit Elektroautos. Da die umweltfreundlichen Motoren momentan in der Neuanschaffung noch deutlich teurer sind als Autos mit Verbrennungsmotor, ist eine Finanzierung vielfach unumgänglich. Einen zusätzlichen Anreiz für den Kauf eines Elektroautos bietet die staatliche Förderung, die den Wandel des Automarktes zugunsten der umweltfreundlichen Elektrofahrzeuge vorantreiben soll. Wer sich für den Kauf eines Elektroautos interessiert, darf gleich mehrere Vorteile in Anspruch nehmen.

- Befreiung der KFZ-Steuer für 5 Jahre ab 2016
- Befreiung der KFZ-Steuer für 10 Jahre bis 2016
- Kaufprämie von 4000 € (die Kaufprämie wird für den Neukauf eines Elektroautos gewährt, dessen Kaufpreis mindestens 60.000 € beträgt)

(Quelle: https://www.smava.de/info/elektroauto-laendervergleich)

Der Ratenkredit im Detail

Vor allem für potentielle Kreditnehmer lohnt es sich, das Thema Ratenkredit ein wenig genauer zu beleuchten. Beim klassischen Ratenkredit, der auch dem Autokredit zugrunde liegt, handelt es sich um ein Finanzierungsmodell, bei dem dem Kreditnehmer eine bestimmte Gesamtsumme zur Verfügung gestellt wird. Als Kreditgeber kommen Banken und Kreditinstitute in Frage. Autohäuser arbeiten zum Beispiel häufig direkt mit Autobanken zusammen, sodass die Vermittlung und die Finanzierung eines Fahrzeugs aus einer Hand kommen.

Es ist aber auch möglich, den Ratenkredit über einen so genannten Kreditvermittler zu beziehen. Ein Kreditvermittler kooperiert mit mehreren großen Banken und kann deshalb häufig ein Kreditangebot unterbreiten, das günstiger ausfällt als die Finanzierungsoption des Autohändlers. Unabhängig davon, ob der Kredit über ein Kreditinstitut oder über einen Kreditvermittler bezogen wird, muss der Kreditnehmer die Gesamtsumme zuzüglich Zinsen und Kosten in festgelegten Raten über einen bestimmten Zeitpunkt zurückzahlen, bis die Gesamtschuld beglichen ist.

Die rechtliche Grundlage für den Ratenkredit bilden §§ 488 und 489 BGB. Vor allem das Kündigungsrecht ist für den Ratenkredit sehr konsumentenfreundlich gestaltet. So darf der Kreditnehmer den Ratenkredit ab sechs Monaten nach der Auszahlung der Kreditsumme in der Regel innerhalb von drei Monaten fristgerecht kündigen. Das ist zum Beispiel dann interessant, wenn ein günstigeres Finanzierungsangebot von einem anderen Kreditgeber vorliegt oder wenn eine größere Geldsumme zur Verfügung steht, die die Ablösung der Restschuld sofort ermöglicht. Der Kreditgeber wiederum darf den Kreditvertrag nur dann kündigen, wenn der Schuldner seiner Rückzahlungsverpflichtung nicht nachkommt.

Das muss der Kreditnehmer vorweisen

Welche Finanzierung ist günstiger: Kredit oder Leasing?
Auch beim Ratenkredit gibt es unterschiedliche Wege Arag

Die Beantragung eines Ratenkredites für die Autofinanzierung kann eine reine Formalität sein, allerdings sind vom Antragsteller verschiedene Auskünfte und Dokumente vorzulegen. Zu den typischen Nachweisen, die Kreditgeber einfordern, gehören

- Gehaltsabrechnungen als Nachweis der Zahlungsfähigkeit
- Alternativ Kontoauszüge mit Gehaltseingang (z. B. bei Angestellten und Auszubildenden)
- Steuerbescheide oder eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (z.B. bei Selbstständigen und anderen Personen, die ihr Einkommen nicht über Gehaltsnachweise belegen können)
- Zulassungsbescheinigung Teil 2 des Fahrzeugs als Nachweis für den Grund der Kreditaufnahme. Einige Banken verlangen allerdings lediglich eine Kopie des Kaufvertrages

(Quelle: https://www.smava.de/autokredit/)

Der Ratenkredit und die Bonität

Wenn es um die Genehmigung eines Ratenkredites geht, ist die Bonität des Antragstellers ein wesentlicher Faktor. Damit ist die Zahlungsfähigkeit gemeint, die für den Kreditgeber sicherstellen soll, dass der Kreditnehmer in der Lage ist, die gesamte zur Verfügung gestellte Summe im Rahmen der vereinbarten Ratenzahlung zurückzuzahlen.

Die Bonität eines Kreditnehmers wird in der Regel an sein Einkommen geknüpft, das sowohl aus einem Angestelltenverhältnis als auch aus einer selbstständigen Tätigkeit generiert werden kann. Ein nachweislich regelmäßiges Einkommen ist die Grundvoraussetzung für die Inanspruchnahme eines Ratenkredites. Regelmäßig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die meisten Kreditinstitute oder Kreditvermittler einen Nachweis über die letzten sechs Monate vor der Antragstellung verlangen. Als Nachweis können sowohl eine Gehaltsabrechnung als auch Kontoauszüge oder Steuerbescheide dienen.

Überzogenes Girokonto führt zu negativem Bonitätsscore

Nicht überall fließt die Umweltprämie zu 100 Prozent ein
Vor der Kreditvergabe wird die Bonität überprüft ZDK

Ein wichtiges Kriterium für die Bonität sind auch die Bewegungen auf dem Bankkonto des Kreditnehmers. Eine der Grundvoraussetzungen für die Beantragung eines Kredites ist die Führung eines Kontos bei einer in Deutschland ansässigen Bank. Auf diese Weise ist es für den Kreditgeber möglich, Informationen über das Zahlungsverhalten und die Vermögenswerte des Kreditnehmers einzuholen. Wer ein Konto bei einem in Deutschland ansässigen Kreditinstitut führt, verfügt automatisch über einen so genannten Bonitätsscore, der Zahlungsein- und -ausgänge sowie potentielle Kontoüberziehungen, Rückbuchungen oder Zahlungsverweigerungen aufgrund unzureichender Kontodeckung in einen Wert übersetzen.

Dieser Wert gibt die Wahrscheinlichkeit wieder, mit der der Kontoinhaber seiner Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Kreditgeber nachkommen kann. Ein häufig überzogenes Girokonto kann deshalb durchaus zu einem negativen Bonitätsscore führen. Eine detaillierte Auskunft über den Kontostand oder die Zahlungsein- und –ausgänge im Einzelnen gibt der Bonitätsscore dem Kreditgeber übrigens nicht. Möchte er solche Details einsehen, ist dies nur in Rücksprache mit dem Antragsteller möglich.

Den Bonitätsscore ermitteln nicht die Kreditinstitute selbst, sondern spezielle Auskunfteien. Die bekannteste in Deutschland tätige Auskunftei ist wahrscheinlich die SCHUFA. Die SCHUFA-Auskunft ist aber nur eine Möglichkeit des Bonitätsnachweises. Tatsächlich werden Ratenkredite zur Autofinanzierung häufig ohne SCHUFA-Abfrage vergeben. Als Nachweise für die Zahlungsfähigkeit reicht dem Kreditgeber dann meist eine lückenlose Auskunft über das Einkommen der letzten sechs bis zwölf Monate aus.


Keine Beiträge vorhanden