Hohes Marktpotenzial von Erdgas

Zwischenbericht vorgelegt

Billiges Benzin bremst alternative Antriebe aus.
Billiges Benzin bremst alternative Antriebe aus. © dpa

Erdgas wird bei den Kunden immer beliebter. Darauf reagieren auch die Hersteller mit ihrem Angebot. An diesem Montag hat die Initiative Erdgasmobilität dem Bundesverkehrsministerium überreicht.

Der Absatz von Erdgasfahrzeugen zieht an. Mit Blick auf die absoluten Zahlen bewegt sich das indes noch auf einem niedrigen Niveau. So wurden im Jahr 2013 deutschlandweit 8900 Erdgasfahrzeuge abgesetzt. Das entspricht im Vergleich zum Jahr 2012 einem Zuwachs von 38 Prozent, wie aus dem Zwischenbericht der Initiative Erdgasmobilität hervorgeht, der an diesem Montag der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Katherina Reiche, überreicht wurde. Mit Blick auf den reinen Pkw-Markt wurden im Vorjahr nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) 7835 Erdgasfahrzeuge bei einem Gesamtmarkt von 2,95 Millionen Fahrzeugen neu zugelassen. Damit ist Erdgas nach Hybridfahrzeugen (26.348) der beliebteste alternative Kraftstoff.

Wie die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) koordinierte Initiative, der Autobauer, Energieunternehmen und der ADAC angehören, am Montag mitteilte, würden die Ergebnisse des Berichts zeigen, „dass die umgesetzten Maßnahmen der 2011 gestarteten Initiative im Markt Wirkung zeigen“. So würden beispielsweise auch die politischen Rahmenbedingungen für die Erdgasmobilität weiterentwickelt. So sei die Forderung nach einer Verlängerung der Energiesteuerermäßigung für Erdgas und Biomethan als Kraftstoff Bestandteil des Koalitionsvertrags. Zugleich wurde gerade eine EU-Richtlinie verabschiedet, die nicht nur einen Ausbau des Tankstellennetzes vorsieht, sondern auch vergleichbare Preisangaben für Benzin und Erdgas. Derzeit wird Erdgas in Kilogramm angegeben.

Lob der Politik für Erdgasinitiative

"Wir begrüßen die Signale aus der Politik. Diese müssen nun auch zügig umgesetzt werden", sagte Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Denn den Preisvorteil von Erdgas und Biomethan können Autofahrer nur mit einer transparenten Auszeichnung der Kraftstoffpreise an den Tankstellen erkennen." Positiv äußerte sich Staatssekretärin Reiche über die Arbeit der Initiative. "Erdgasmobilität hat Zukunft. Im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung ist Erdgas als eine wichtige Option für die künftige Energieversorgung des Verkehrs im Pkw- und Lkw-Sektor und in der Schifffahrt identifiziert worden“, sagte Reiche. „Erdgas kann als Kraftstoff zur Verbesserung der Klimabilanz des Verkehrs beitragen, insbesondere durch die Beimischung von Biomethan und perspektivisch von Methan, das mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird."

Wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht, sei die Beimischung von Biomethan im Erdgas mit 20 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen. Damit würde bei der Verwendung „von Erdgas als Kraftstoff bis zu 39 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als bei der Nutzung von Benzin in einem vergleichbaren Fahrzeug“, heißt es. Eine Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion würde durch das im Verkehrssektor verwendete Bio-Methan nicht entstehen, „da es zu mehr als 80 Prozent aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt“ würde.

Stephan Kohler überreicht Katharina Reiche den Bericht.
Stephan Kohler überreicht Katherina Reiche den Bericht Dena

Befördert wird der Trend zu Erdgasautos auch durch die Autobauer, die immer mehr CNG-Modelle auf den Markt bringen. So bietet der VW-Konzern seine Kleinstwagenfamilie VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii ebenso mit Erdgas an wie Fiat den Punto, 500, Doblo und Panda. Daneben gibt es bei den Wolfsburgern beispielsweise auch den Golf, den Caddy, den Touran und den Passat als Erdgasvariante. Bei Opel sind der Zafira und der Combo mit CNG bestellbar und Skoda bringt in diesen Wochen seinen Bestseller Octavia auch als Erdgasvariante auf den Markt. Die Inititiative Erdgasmobilität geht davon aus, dass sich das Marktpotenzial von Erdgas mit dem Blick auf die Fahrzeugpalette der Hersteller im Laufe des Jahres 2014 im Vergleich zu 2012 verdreifachen werde. „So wird Ende 2014 bei etwa 25 Prozent aller verkauften Pkw auch eine Erdgasvariante verfügbar sein, während dieser Wert 2012 bei lediglich 8,5 Prozent lag“, schreiben die Autoren des Berichts. (AG/FM)