Lifecycle-Kosten: Geld sparen mit richtigem Modell

Der Seat Mii fährt 260 Kilometer elektrisch. © Seat

Wer sich ein Fahrzeug anschafft, der achtet in der Regel nicht nur auf den Anschaffungspreis. Entscheidend sind auch die Kosten, die es im Laufe der Haltedauer verursacht.

Dazu gehören beispielsweise auch die Versicherungskosten. So achten viele Fahrer eines Neu- oder Gebrauchtwagens darauf, was ihr Fahrzeuge sie bei der Assekuranz kostet. Im Herbst gibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die neuen Regionalklassen bekannt, der über die Höhe der Versicherungsbeiträge mitentscheidet.


Wie sich diese Einstufung auf die Lifecycle-Kosten eines Fahrzeugs auswirkt, sollten Autofahrerinnen und Autofahrer also im Blick haben, wenn sie sich für ein bestimmtes Modell entscheiden.

So berechnen sich Lifecycle-Kosten

Hinter den Lifecycle-Kosten eines Fahrzeugs verbergen sich die Kosten, die das Gefährt über den gesamten Lebenszyklus hinweg kosten könnte. Wer vor oder bei der Beschaffung eines Fahrzeugs ein komplettes Fahrzeugleben in den Blick nimmt, der gewinnt einen deutlich valideren Eindruck über das, was das Fahrzeug kosten könnte, als wenn nur der Kaufpreis betrachtet wird.

Mit Blick auf die Anschaffung eines Fahrzeugs kann das bedeuten: Ein neues Fahrzeug verursacht tendenziell weniger Folgekosten als ein älteres Modell. Die Beschaffung eines E-Autos wird aktuell mit einer E-Auto-Prämie günstiger. Das Leasen eines Fahrzeugs kann vor allem für Selbstständige oder Unternehmer mit steuerlichen Vorteilen einhergehen.
Diese Überlegungen sind vor dem Kauf eines Fahrzeugs ebenso wichtig wie der Kreditvergleich zur Finanzierung eines Fahrzeugs im Vorfeld heute Pflicht ist, denn nur so lassen sich – mit Blick auf die persönlichen finanziellen Verhältnisse die Finanzierungsvarianten errechnen, die denkbar sind.

Gros der Regionalklassen ändert sich nicht

Mit einem Versicherungsvergleich lässt sich Geld sparen. Foto: dpa

Grundsätzlich gilt: Bei einer Autofinanzierung, die nach dem Blick in ein Vergleichsportal abgeschlossen wird, handelt es sich um eine zweckgebundene Ratenfinanzierung. Von einer sogenannten Ballonfinanzierung, die mit günstigen Raten auf den ersten Blick verlockend wirkt, auf den zweiten Blick aber bedeutet, dass am Ende der Kreditlaufzeit noch eine große Summe zur Endablöse ansteht, raten hingegen die meisten Finanzexperten ab.
Neben den Anschaffungskosten schlägt vor allem die Versicherung teuer zu Buche, die sich je nach Regional- und Typenklasse im Ein- bis Zwei-Jahres-Turnus ändern kann.

32,4 Millionen Haftpflichtversicherungen bleiben in puncto Regionalklasse unverändert. 4,5 Millionen Versicherte können für 2021 auf günstigere Tarife hoffen; 4,8 Millionen Autofahrer müssen für die Versicherung ihres Fahrzeugs künftig tiefer in die Tasche greifen als bisher. So lautet die Information zu den Regionalklassen.

Sieger der Regionalklassen

Da es sich um das Versicherungsmerkmal der Regionalklasse handelt, lassen sich ganz schnell die regionalen Sieger ausmachen: Haftpflichtversicherung: Lichtenfels, Heidenheim, Daun, Altenkirchen und Straubing verbessern sich kostentechnisch mit Blick auf die Kfz-Haftpflichtversicherung. Autos, die in Bayreuth, der Uckermark, Gera, Schwabach oder im Schweinfurter Land zugelassen und versichert werden, verschlechtern sich.

Vollkaskoversicherung: Fahrzeuge in Helmstedt, Düsseldorf, Aachen, Essen und Braunschweig können künftig günstiger in der Vollkaskoversicherung versichert werden. Für Fahrzeuge in Traunstein, im Berchtesgadener Land, in Garmisch-Partenkirchen, in Landsberg am Lech und in Moosburg steigen die Kosten für die Vollkaskoversicherung.
Teilkaskoversicherung: Fahrzeuge in Potsdam, Frankfurt an der Oder, Brandenburg an der Havel und Potsdam-Mittelmark werden günstiger; für Fahrzeuge in Miesbach, im Berchtesgadener Land, in Kaufbeuren, in Landsberg am Lech und in Garmisch-Partenkirchen wird auch die Teilkaskoversicherung teurer. Wer seine Regionalklasse abfrgane will, kann dies auf dem Verbrauchportal des GDV tun.

Typenklassen wurden für 6,5 Millionen Fahrer teurer

4,6 Millionen Autofahrer kamen bei der Typklassenberechnung besser weg. Für 29,7 Millionen Fahrzeuge sollte sich im Jahr 2020 nichts ändern. Die Typklasse der Fahrzeuge wurde erst im Jahr 2019 für die Jahre 2016 bis 2018 veröffentlicht.

Im Jahr 2020 gehörten der Seat Arona 1.0, der Suzuki Ignis 1.2, der Smart Fortfour ED, der VW Polo VI 1.0, der Citroen C3 1.2 und der Renault Twingo GT 0.9 zu den Modellen mit grundsätzlich niedrigen Einstufungen. Zu den Gewinnern 2020, die in der Typenklasse niedriger eingestuft wurden als im Jahr zuvor, gehörten der VW T-ROC 1.5 TSI, der Suzuki Swift 1.2, der Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4×4, der Range Rover Sport 3.0 TD, der Jeep Compass 1.4 T AWD und der Kia Stonic 1.2.

Zu den teureren Typenklassen zählen grundsätzlich der Lexus RX450H Hybrid AWD, der BWM 730D, der Chevrolet Camaro 6.2, der Mercedes GLE Coupe 350 D 4Matic, der BMW X6 M und der Tesla Model X 75D/90D. Teurer als im Vorjahr wurden diese Fahrzeuge eingestuft: Opel Corsa-D 1.4, Mazda CX-5 2.2 D AWD, Hyundai Ioniq Hybrid 1.6, VW Eco UP! 1.0 CNG, Honda Jazz Hybrid 1.4 und Skoda Octavia 1.2 TSI.

Günstige Fahrzeuge im Überblick

Der Skoda Octavia ist der Bestseller der Tschechen. Foto: Skoda

Berechnungen, die darüber Auskunft geben sollen, wie teuer ein Fahrzeug für den Halter in Anschaffung und Unterhalt werden wird, können in weiten Teilen nur auf statistischen Werten beruhen. Anschaffungspreis, Steuer und Versicherung können berechnet werden; Wartungs- und Reparaturkosten hängen hingegen von der Art der Nutzung ab. Im Internet lassen sich Berechnungen zu diversen Fahrzeugen verschiedener Fahrzeugklassen finden.
Das waren im Juli 2020 die günstigsten Fahrzeuge:

Zu den günstigsten Kleinstwagen zählen der Citroen C1 VTi 72 Stop&Start Start, der Seat Mii electric und der Peugeot 108 1.0 VTi 72 Stop&Start Access.
Zu den günstigsten Kleinwagen zählen der Dacia Sandero SCe 75 Access, der Mitsubishi Space Star 1.0 Basis und der Citroen C3 PureTech 83 Stop&Start Live.
In der Mittelklasse gehören der Mitsubishi Outlander 2.4 Plug-In Hybrid Spirit 4WD, der Peugeot 5008 1.2 PureTech 130 Access und der Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT Ambition zu den günstigsten Modellen.

In der Oberklasse gehören der Land Rover Range Rover Sport P300 S Automatik, der Porsche Taycan 4S und der BMW X7 xDrive40d Steptronic zu den günstigsten Modellen.
In der Kategorie der SUV sind diese Modelle am günstigsten: Suzuki Ignis 1.2 Dualjet Hybrid Club, SEAT Arona 1.0 TGI Style und KIA Stonic 1.2 Edition 7.

Zu den Aspekten, die ein Fahrer bei den Kosten einkalkulieren muss, gehören natürlich auch die Reparatur- und Wartungskosten und der Wertverlust, der insbesondere bei Neuwagen abhängig von der Fahrleistung und dem gewählten Modell hoch sein kann.

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