Daimler-Chef Källenius lobt Aussagen zur E-Mobilität

Koalitionsvertrag

Daimler-Chef Källenius lobt Aussagen zur E-Mobilität
Daimler-Chef Ola Källenius. © dpa

Die Ampel-Koalition will die Elektromobilität stärken. Entsprechende Pläne im Koalitionsvertrag wurden nicht nur von Daimler-Chef Ola Källenius begrüßt.

„Beim ersten Überfliegen des Koalitionsvertrags gefallen mir drei Zahlen: 15 Millionen Elektroautos, 1 Million Ladepunkte und 80 Prozent Erneuerbare Energien“, sagte Källenius am Mittwochabend, wie sein Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Das seien konkrete Ziele für das Jahr 2030. Diese würde den Wandel der Automobilindustrie unterstützen.


Die Ampel-Koalition hatte zuvor unter anderem mitgeteilt, sie wolle den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos beschleunigen. Dabei solle der Schwerpunkt auf Schnellladeinfrastruktur gelegt werden, heißt es in dem von SPD, Grünen und FDP vorgelegten Koalitionsvertrag. Dort haben sich die Koalitionäre zum Ziel gesetzt, bis 2030 auf 15 Millionen E-Autos zu kommen.

Ziel der Koalitionäre: Leitmarkt für E-Mobilität

„Wir machen Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität, zum Innovationsstandort für autonomes Fahrer und beschleunigen massiv den Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur“, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur müsse dem Bedarf vorausgehen, deshalb werde man „den vorauslaufenden Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur mit dem Ziel von einer Million öffentlich und diskriminierungsfrei zugänglichen Ladepunkten bis 2030 mit Schwerpunkrt auf Schnellladeinfrastruktur ressortübergreifend beschleunigen“.

Bei den Erneuerbaren richten die drei Parteien ihr Ziel auf einen Anteil von 80 Prozent beim Bruttostrombedarf aus, den man bis 2030 auf 680 bis 750 TWh jährlich veranschlagt.

Lob von Källenius

Die Ziele der Berliner Koalition entsprächen der Strategie bei Mercedes-
Benz, sagte Källenius. „So können noch mehr Autos elektrisch werden und elektrische Autos wirklich grün. Auch höhere Investitionen, schnellere Genehmigungsverfahren und ein digitaler Aufbruch in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft werden uns guttun.“

Die Stuttgarter hatten im Juli mehr Ehrgeiz für den Durchbruch der eigenen E-Flotte signalisiert: Das Mercedes-Benz-Geschäft soll auf elektrisches Fahren ausgerichtet werden. 2025 wollen die Schwaben 50 Prozent ihrer Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen. Bis zum Ende des Jahrzehnts will man vollelektrisch werden – überall dort, wo es „die Marktbedingungen zulassen“, hatte es geheißen.

VDIK begrüßt Verlängerung der Innovationsprämie

„Eine erste Analyse des Koalitionsvertrags zeigt, dass die künftige Regierung den Hochlauf der alternativen Antriebe und den Aufbau der nötigen Tank- und Ladeinfrastruktur fortsetzen und beschleunigen will. Daher ist die im Vertrag festgeschriebene Verlängerung der Innovationsprämie für E-Fahrzeuge in der bisherigen Höhe bis Ende 2022 sehr wichtig“, sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel.

Dass die Ampel die Regelungen für Plug-in-Hybride verschärfen will und deren Förderung von einem elektrischen Fahranteil von mehr als 50 Prozent abhängig machen will, wird vom VDIK grundsätzlich begrüßt. „Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, die elektrischen Fahranteile von Plug-In-Hybriden deutlich zu steigern. Es kommt jedoch entscheidend darauf an, dass der Nachweis gegenüber den Behörden unkompliziert und bürokratiearm erfolgen kann“, so Zirpel.

Positiv bewertet wurde der Koalitionsvertrag auch vom ADAC. Der Automobilclub hält ihn für einen ausgewogenen Kompromiss. „Der Entwurf des Koalitionsvertrages macht deutlich, dass emissionsarme Mobilitätsoptionen mit und ohne Auto für die Verbraucher attraktiver und schneller verfügbar werden sollen. Das zeigen der starke Fokus auf den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie auf den weiteren Hochlauf der E-Mobilität“, sagte ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. Für den ADAC sei es wichtig, dass es der Koalition gelingt, Klimaschutz und bezahlbare Mobilität zu vereinbaren. (mit dpa)

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