Jaguar I-Pace Concept: Unterwegs in die Zukunft

Premiere in Los Angeles

Jaguar I-Pace Concept: Unterwegs in die Zukunft
Das I-Pace-Concept von Jaguar. © Jaguar

Lieber spät als nie. Nun entdeckt auch Jaguar die Elektromobilität für sich. Auf der Autoshow in Los Angeles präsentieren die Briten den i-Pace-Concept. Es ist ein konkreter Ausblick auf das erste elektrische Modell der Marke.

"Elektroautos werden kommen. Und sie werden bleiben“, sagt Jaguar-Produktplaner Ian Hoban. Die Erkenntnis mag die Briten spät ereilt haben, umso konsequenter wird sie nun umgesetzt. Denn wenn Jaguar mit dem I-Pace Concept diese Woche auf der Autoshow in Los Angeles einen sehr konkreten Ausblick auf das erste rein elektrische Modell der Marke gibt, dann wirkt ein Tesla Model X noch unförmiger als bisher und der kommende Mercedes EQ nur wenige Wochen nach seiner Messepremiere in Paris schon wieder hoffnungslos veraltet.

„Wir haben das alte Regelbuch weggeworfen und tatsächlich auf einem weißen Blatt Papier angefangen“, sagt Designchef Ian Callum und freut sich über die neuen Freiheiten, die ihm eine elektrische Architektur bietet. Weil der ganze Antrieb im flachen Wagenboden steckt, hat er der Fläche darüber neu verteilt: Die erste Sitzreihe rückt weiter nach vorn und die Frontscheibe taucht wie bei vielen Supersportwagen im LeMans-Stil weit vorne im Bug ein.

Dach ist flacher

Weil die Passagiere tiefer sitzen, ist das Dach flacher, und weil der Luftwiderstand für die Reichweite so entscheidend ist, ist das Heck schnittiger. Dazu noch ein paar Sicken und Kanten und wunderbar überhöhte Kotflügel – fertig ist ein SUV wie von einem anderen Stern. Stolz und trotzdem schlank, schnittig, sportlich und irgendwie viel leichter als F-Pace & Co. Und ganz nebenbei bietet es auch innen eine völlig neue Erfahrung: Von außen mit 4,68 Metern noch vergleichsweise kompakt und bei 1,56 Metern Höhe näher am XJ als am F-Pace, lässt der luftige I-Pace innen selbst den deutlich größerer Range Rover gedrungen und beengt wirken.

Zur neuen Raumordnung kommt wie immer bei Showcars ein dezent überzeichneter Innenraum, der voll auf Digital Natives zugeschnitten ist. Nicht umsonst gibt es im Cockpit gleich drei Bildschirme, von denen der größte satte 30 Zentimeter misst. Aber so ganz hat Jaguar die Tradition auf dem Weg in die Zukunft nicht vergessen: Die wenigen Schalter im Cockpit sind deshalb aufwendig gestaltet wie Juwelierarbeiten und im Leder haben sie mit einem Augenzwinkern die Tatzenspuren eines Jaguar vernäht.

Technische Konzept nicht neu

Während die Briten beim Design einen ganz eigenen Weg gehen, ähnelt das technische Konzept des I-Pace allen anderen Elektroautos von Audi bis Tesla: Auch Jaguar packt die Akkus als flaches Paket in den Wagenboden und die E-Motoren direkt an die Achsen. Für das Showcar haben die Briten eine Konfiguration gewählt, die den Abschied vom Verbrenner leicht machen dürfte. Denn die 36 Blocks mit je zwölf Lithium-Ionen-Zellen haben eine Kapazität von 90 kWh und reichen für mehr als 500 Kilometer.

Mit zwei Mal 200 PS und 350 Nm beschleunigt der I-Pace in vier Sekunden von Null auf 100 und mit elektronisch geregeltem Allradantrieb und einem gegenüber dem F-Pace um zwölf Zentimeter abgesenkten Schwerpunkt dürften die Mundwinkel des Fahrers mit jeder Kurve weiter nach oben gehen.

Zwar dauert es noch knapp zwei Jahre, bis der I-Pace tatsächlich auf die Straße kommt und nach den Worten von Designchef Ian Callum ein neues Kapitel in der Geschichte der legendären Marke schreiben wird. Doch nachdem die Briten lange mit der Elektromobilität gefremdelt haben, stehen sie jetzt endlich unter Strom und Callum kann die Premiere der Studie gar nicht hoch genug hängen. „Dieses Auto ist unsere Zukunft. Und jetzt kann sie beginnen.“ (SP-X)

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