Ionity: Laden eines Elektroautos wird teurer

79 Cent die Kilowattstunde

Ladestationen von Ionity an der Autobahn. © dpa

Das Joint-Venture Ionity hat ein neues Preismodell eingeführt. Damit wird das Laden eines Elektroautos an den Schnellladestationen des Unternehmens für das Gros der Kunden ein teurer Spaß.

Wie der Zusammenschluss der Autobauer VW, Daimler, BMW, Ford und Hyundai/Kia mitteilte, müssen Fahrer eines Elektroautos zukünftig tiefer in die Tasche greifen, wenn sie eine der Schnellladestationen von Ionity an den europäischen Fernstraßen anfahren.
Statt einer Pauschale von 8 Euro für eine Ladung werden zukünftig 79 Cent pro Kilowattstunde berechnet.


Günstiger Strom tanken können dann nur noch die Kunden der angeschlossenen Mobility Service Provider wie Audi, Mercedes, BMW, VW und Porsche, die ihren Kunden beim Kauf eines ihrer Modelle entsprechende Sonderkonditionen einräumen, wenn sie eine HPC-Stationen ansteuern. Bei Porsche beispielsweise müssen die Kunden nur 33 Cent die Kilowattstunde zahlen, wie ein Sprecher sagte.

Ionity spricht von transparenter Preisstruktur

„Mit Blick auf den beschleunigten Hochlauf der Elektromobilität bieten wir mit der Preisumstellung eine marktadäquate und transparente Preisstruktur in Europa. Je nach den individuellen Bedürfnissen, können unsere Kunden ein passendes Preismodell für sich aussuchen,“ sagte Ionity-Chef Michael Hajesch.

Diese „marktadäquate Preisstruktur“ hat letztlich zur Folge, dass das Fahren eines Elektroautos zu einer teuren Angelegenheit wird. So müsste beispielsweise ein Seat Mii electric bei einem Verbrauch von 12,9 kWh für 100 Kilometer 10,19 Euro bezahlen. Damit hat sich der Kostenvorteil eines E-Autos aufgehoben. An öffentlichen Ladestationen kostet in Berlin beispielsweise die Kilowattstunde derzeit je nach Anbieter zwischen 39 Cent an einer Wallbox und 59 Cent an einem Schnelllader.

Bislang 200 HPC-Ladestationen

Die Ionity-Geschäftsführung. Foto: Ionity
Die Ionity-Geschäftsführer Marcus Groll (links) und Michael Hajesch. Foto: Ionity

Wie das Joint-Venture mitteilte, habe man derzeit über 200 Ladestationen mit mehr als 860 Ladepunkten in 20 Ländern im Betrieb. An den Stationen von Ionity kann man, so es das Auto erlaubt, mit einer Leistung von bis zu 350 kW sein E-Auto mit grünem Strom aufladen. Bis Ende des Jahres will Ionity sein Ladenetzwerk auf dann 24 Länder mit 400 Ladestationen ausbauen.

In Deutschland gab es nach einer Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Jahr 2019 rund 24.000 Ladepunkte. Das ist rund 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2018. Der Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung sieht für die kommenden zwei Jahre den Ausbau der Ladeinfrastruktur um weitere 50.000 Ladepunkte vor. Bis zum Jahr 2030 soll es bundesweit eine Million Ladepunkte bei den bis zu zehn Millionen erwarteten E-Autos geben.