Chevrolet setzt weiter auf Flüssiggas

Chevrolet-Geschäftsführer Günter Sommerlad © Foto: Werk

Der Entwurf zum Energiesteuergesetz sieht die finanzielle Förderung von Autogas nicht mehr vor. Günter Sommerlad will trotzdem an dem alternativen Kraftstoff festhalten, sagte der Chevrolet-Geschäftsführer der Autogazette.

Chevrolet wird seine Autoflotte auch weiterhin mit Flüssiggasanlagen bestücken. Trotz des vorgesehenen Entwurfs des Bundeskabinetts zum Energiesteuergesetz, in dem die finanzielle Förderung von Autogas nach dem 31.12.2009 nicht mehr verlängert werden soll, bleibe Flüssiggas weiterhin eine günstige Alternative, sagte Chevrolet-Geschäftsführer Günter Sommerlad in einem Interview mit xder Autogazette.

Jedes zehnte Modell mit Autogas

«Anstatt wie jetzt etwa 60 Cent würde ein Kilogramm dann um die 75 Cent kosten. Kein Verlust an Komfort und Leistung, der günstige Preis und die Umweltverträglichkeit von Autogas werden auch weiterhin die Kunden überzeugen», so Sommerlad. Chevrolet kann alle seine Modelle mit Flüssiggas ausrüsten. Etwa jeder zehnte in den Verkauf gelangte Chevrolet wird mit Autogas betrieben

Allerdings hegt der frühere Opel-Manager noch die Hoffnung, dass die Politiker noch einmal umdenken werden. «Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Förderung bis 2020 bestehen bleibt und haben auch schon von der SPD Hinweise erhalten, dass sich die Partei weiter für die Förderung stark machen werde. Wir bleiben am Ball.»

Autogazette: Herr Sommerlad, das Bundeskabinett hat in seinem Entwurf zum Energiesteuergesetz vorgesehen, die Ermäßigung für Flüssiggas nicht über den 31.12.2009 hinaus zu verlängern. Ihre Erwartungen, dass Autogas ebenso wie Erdgas bis 2020 gefördert wird, haben sich damit nicht erfüllt....

Günter Sommerlad: ...allerdings ist das Gesetz noch in Arbeit. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Förderung bis 2020 bestehen bleibt und haben auch schon von der SPD Hinweise erhalten, dass sich die Partei weiter für die Förderung stark machen werde. Wir bleiben am Ball.

«Wollen nichts anderes als Fairness

Das Flüssiggassystem Foto: Werk

Autogazette: Die Realität sieht derzeit aber anders aus...

Sommerlad: ...um eines vorwegzunehmen: Wir wollen nicht, dass Erdgas benachteiligt wird. Wir wollen aber, dass Autogas genauso wie Erdgas behandelt wird. Deshalb haben wir klar zum Ausdruck gebracht, dass Autogas als alternativer Kraftstoff Vorteile beim Umweltschutz und beim Preis hat.
Wir wollen nichts anderes als Fairness.

Autogazette: Die Politiker denken da offensichtlich anders...

Sommerlad: ...wir hoffen auf die Weitsicht der Verantwortlichen, ihren ersten Gesetzesentwurf, der eine Gleichstellung der beiden Kraftstoffarten Erdgas und Flüssiggas vorsah, doch noch umzusetzen. Darauf setzen wir weiterhin. Die guten Perspektiven für Autogas unterstreicht nicht zuletzt das aktuelle Tankstellenwachstum: Letztes Jahr gab es 800 Stationen, heute erhält man schon an über 1200 Tankstellen Flüssiggas. Das entsprechende Netz von Erdgastankstellen wächst in einem viel geringeren Maße.

Keine Umkehr bei Besteuerung

Autogazette: Dabei erhält Erdgas finanzielle Unterstützungen, die für das Flüssiggas nicht anfallen....

Sommerlad: ...die Unterstützung der Kommunen für Erdgas ist bekannt. Das sieht man deutlich - zum Beispiel bei Taxen, die mit Erdgas betrieben werden. Wir selbst bauen nicht darauf, dass wir Unterstützung erhalten, diese Ambitionen hegen wir nicht.

Autogazette: Anstatt finanzieller Unterstützung spricht man von 13 Cent Besteuerung pro Liter Autogas. Muss Chevrolet dann seinen Kurs verändern?

Sommerlad: Es wird keine Umkehr geben, weil Flüssiggas auch im Falle einer Besteuerung weiterhin eine günstige Alternative bliebe. Anstatt wie jetzt etwa 60 Cent würde ein Liter dann um die 75 Cent kosten. Kein Verlust an Komfort und Leistung, der günstige Preis und die Umweltverträglichkeit von Autogas werden auch weiterhin die Kunden überzeugen. Und auch unter Sicherheitsaspekten ist Autogas attraktiv: Der geprüfte und gesicherte Flüssiggas-Tank befindet sich platzsparend in der Reserveradmulde und damit unterhalb der Fahrgastzelle - ein großer Vorteil bei einem eventuellen Auffahrunfall.

Das Interview mit Günter Sommerlad führte Thomas Flehmer