Hyundai: Gerüstet für Markthochlauf der E-Mobilität

Hyundai-deutschlandchef Jürgen Keller. © Hyundai

Der koreanische Autobauer Hyundai befindet sich auf Wachstumskurs. Das liegt auch an dem breiten Angebot von Modellen mit alternativen Antrieben.

Hyundai-Geschäftsführer Jürgen Keller ist sichtlich zufrieden. Der Autobauer wächst beständig. Im September kamen die Koreaner auf dem deutschen Markt auf 11.676 Neuzulassungen. Das entspricht nicht nur einem Zuwachs von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, sondern auch einem Marktanteil von 4,8 Prozent. „Noch nie zuvor kam Hyundai in Deutschland auf einen derart hohen Anteil“, stellte Keller am Rande des Bundesligaspiels zwischen Hertha BSC und der TSG Hoffenheim (2:3) fest. Hyundai ist seit der zurückliegenden Saison Automobilpartner des Hauptstadtclubs.


Doch während die Hertha derzeit als Tabellen-Elfter noch nach ihrer Form sucht, performt Hyundai bestens. Nach neun Monaten verzeichnet man mehr als 98.000 Neuzulassungen (Marktanteil 3,6 Prozent), ein Plus von 12,1 Prozent. Mit Blick auf diese Zahlen erwartet Keller für Hyundai in diesem Jahr auch ein neues Rekordergebnis.

Breites Angebot an alternativen Antrieben

Der Hyundia Kona gibt es nun auch als Hybrid. Foto: Hyundai

Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg haben dabei aber nicht nur die Modelle mit Verbrennungsmotor wie der der i10, i20, i30, Kona, Tucscon oder Santa Fe, sondern auch die Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Die Koreaner gehören zu einer der weniger Marke, die den Kunden fast das ganze Spektrum alternativer Antriebe anbieten kann wie Hybriden, Plug-in-Hybriden, Elektroautos bis hin zur Brennstoffzelle.

Derzeit machen Autos mit diesen Antrieben sieben Prozent am Gesamtabsatz aus. Tendenz steigend: Hyundai fördert derzeit den Verkauf des Tucscon Mildhybrid und des Kona und des Ioniq Hybrid mit einer Aktions-Prämie von 4000 Euro beziehungsweise 3000 Euro. Wie viele Bestellungen dadurch bereits erzielt werden konnten, verrät Keller nicht. „Doch beim Handel und den Kunden kommt das Angebot gut an.“

Kürzere Lieferzeiten versprochen

Pro 100 km verbraucht der Hyundai Nexo durchschnittlich 0.84 kg Wasserstoff. Foto: Hyundai

Doch wer derzeit Interesse beispielsweise an einer Elektroversion eines Hyundai Kona hatte, der musste sich auf lange Wartezeiten von bis zu einem Jahr einstellen. Doch das soll mit Blick auf das kommende Jahr der Vergangenheit angehören. Keller verspricht, dass die Kunden, die sich für ein Elektromodell der Koreaner entscheiden, darauf durchschnittlich nicht länger als „zwei bis drei Monate“ warten müssen. Mit derart langen Wartezeiten ist Hyundai indes nicht allein, auch bei anderen Marken muss man sich in Geduld üben, bevor man ein E-Auto bekommt.

Für das kommende Jahr hat sich Keller aber für den deutschen Markt ausreichend Produktionskapazitäten gesichert. Das ist auch nötig, denn Keller erwartet, wie auch andere Experten, für 2020 einen Markthochlauf der Elektromobilität. Damit dürfte zugleich ein deutlicher Absatzschub für Hyundai einhergehen, denn die Koreaner sind mit ihrem Angebot an alternativen Antrieben so gut aufgestellt wie nur wenige andere Hersteller.

Von daher zeigt sich Keller auch zuversichtlich, dass Hyundai ohne Probleme die ab 2021 geltenden strengen CO2-Grenzwerte der EU von 95 g/km erreichen wird. Wie viele elektrifizierte Autos er dafür im kommenden Jahr bereits zulassen muss, darüber schweigt sich Keller aus. Für die Koreaner jedenfalls stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Mit seinem Modellangebot ist man für den Hochlauf der E-Mobilität bestens gerüstet. Bis 2020 will der Hersteller bereits 75 Prozent seiner Modelle (mindestens mit Mildhybrid) elektrifiziert haben.