2020 wird bei Hyundai das Jahr der Elektromobilität

Eine optionale Zweifarbenlackierung ist beim Kona Elektro nun erstmals auch mit einem weißem Dach verfügbar. © Hyundai

Hyundai hat 2020 für sich zum Jahr der Elektromobilität erklärt. Um die erwartete Nachfrage zu befriedigen, lässt man sein Elektroauto Kona nun auch in Europa bauen.

Ein gelungener Start ins neue Jahr sieht anders aus: Mit gerade einmal 8217 Neuzulassungen musste der koreanische Autobauer Hyundai im Januar einen Rückgang von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen.


Doch Hyundai-Deutschlandchef Jürgen Keller zeigt sich davon unbeeindruckt. Es sind Zahlen, so sagte Keller am Donnerstag am Rande der Jahrespressekonferenz, die vor allem auf den Modellwechsel des Kleinwagens i10 zurückzuführen seien. Entsprechend sieht Keller keinen Grund zur Sorge.

Im Gegenteil. Der Manager erwartet auch für 2020 ein erfolgreiches Jahr für den Importeur aus Offenbach. Der neue Hyundai i10 stoße bei den Kunden auf eine hohes Interesse. Die Bestelleingänge stimmen zuversichtlich. Von daher seien die Januar-Zahlen nichts weiter als eine Momentaufnahme.

Vorreiter bei alternativen Antrieben

Hyundai-Deutschlandchef Jürgen Keller. Foto: Hyundai

Damit 2020 so erfolgreich wird wie 2019 – im Vorjahr kamen die Koreaner mit 129.508 Neuzulassungen auf ein Plus von 12,7 Prozent – müssen vor allem die Produkte stimmen. Doch auch hier macht sich Keller keine Sorgen, verweist auf die Modellneuheiten und die Stärke bei den alternativen Antrieben. Hier sieht der Deutschlandchef die Koreaner in einer Vorreiterrolle.

„2020 wird das Jahr der Elektromobilität bei Hyundai. Wir wollen zu einem der größten Anbieter von Null-Emissions-Fahrzeugen in Europa werden“, nannte Keller eine der Zielsetzungen. Bis zum Ende des Jahres soll bereits mehr als drei Viertel der Hyundai Modelle elektrifiziert sind. Dabei bildet der Kona den „wichtigsten Baustein unserer Elektrooffensive“, so Keller.

Lieferzeiten verkürzen

Der Hyundai Kona Elektro wird nun auch in Europa gebaut. Foto: Hyundai

Damit man auf die erwartet steigende Nachfrage nach E-Autos auch vorbereitet ist, lässt Hyundai sein E-Auto neuerdings auch in Europa bauen – nämlich im tschechischen Werk in Nosovice. Dadurch wird die Produktionskapazität für den Kona verdreifacht. Zugleich wird die Produktionskapazität im koreanischen Werk erhöht. Dadurch soll ermöglicht werden, dass insgesamt 80.000 emissionsfreier Autos auf den europäischen Markt kommen. „Damit ist es uns nunmehr möglich, auf Kundenanfragen und Kundenaufträge verkürzt reagieren zu können“, sagte Keller. Nachdem man in der Vergangenheit fast 12 Monate auf ein E-Auto warten musste, soll sich die Wartezeit auf „zwei, drei Monate“ verkürzen.

Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben sei bereits im Vorjahr mit über 10.000 Fahrzeugen hoch gewesen, darunter 5000 reine E-Autos. „Bei den E-Autos hatten wir eine Steigerung von 140 Prozent.“ Das zeige, dass Hyundai gerade bei den alternativen Antrieben gut aufgestellt sei, so Keller.

Komplettes Antriebsportfolio im Angebot

Der Hyundai Nexo schafft es mit einer Tankfüllung auf eine reale Reichweite von 666 km. Foto. Hyundai

So gehört Hyundai zu den Autobauern, die seinen Kunden die ganze Bandbreite an Antrieben anbieten könne: so verfügen die Koreaner sowohl über Hybrid-, Plug-in-Hybrid-, Elektro- als auch über Modelle mit Wasserstoffantrieb. „Allein bis 2024 haben wir uns vorgenommen, 44 Modelle mit alternativen Antrieben auf den Markt zu bringen.“ Das Volumen von reinen E-Autos und Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb solle sich bis dahin auf jährlich 670.000 Einheiten belaufen, wie Keller in ankündigte. „Wir wollen bis dahin weltweit zum drittgrößten Anbieter batterieelektrischer Fahrzeuge werden.“

Damit die Nachfrage auch wie erwartet anspringt, hat Hyundai den Umweltbonus für den Kona zuletzt auf 8000 Euro erhöht und offeriert für ihn zudem eine Garantie von acht Jahren. Mit der Auslobung dieser hohen Prämie hatten die Koreaner auf die Verzögerung bei der Erhöhung der Kaufprämie reagiert.

Angekündigt wurde sie nach dem Autogipfel bereits im November des zurückliegenden Jahres, Vollzug konnte die Bundesregierung aber erst am Dienstag melden, nachdem die EU der Erhöhung zugestimmt hatte. In den Wochen davor hatten die Kunden mit einer merklichen Kaufzurückhaltung reagiert. Dass nun grünes Licht erteilt wurde, freut Keller. Aber der Manager hätte sich diese Entscheidung deutlich früher gewünscht. Trotz der nun erfolgten Erhöhung wird Hyundai vorerst an der 8000 Euro-Förderung für den Kona festhalten.