Hyundai: Online-Showroom goldrichtige Entscheidung

Gerade auch Details im Innenraum interessieren die Kunden. © Hyundai

Hyundai hat mit dem Marktstart des i10 bereits am 8. Februar einen Online-Showroom eröffnet. Das kommt dem Autobauer nun in der Corona-Krise zu Gute.

Schließlich war es dem Handel nach Inkrafttreten der von der Bundesregierung verhängten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bislang untersagt, seine Verkaufsräume zu öffnen. Ab Montag dürfen sie ihre Verkaufsräume wieder öffnen.


Die Autohändler und Hersteller hat die bisherige Regelung in massive Probleme gestürzt, da der Neuwagenverkauf zum Erliegen gekommen ist. So ist die Zahl der Neuzulassungen im März um fast 38 Prozent eingebrochen – und der April dürfte noch dramatischer werden.

Kunden informieren und zum Kauf animieren

Zwar kann auch ein Online-Showroom an diesen Absatzeinbrüchen kurzfristig nichts ändern, doch er bietet mittelfristig die Möglichkeit, die Kunden durch eine kompetente Beratung zum Kauf zu animieren. Die Hersteller, die über ein solches Angebot verfügen, dürften sich für die Nach-Corona-Zeit im Vorteil befinden.

„Gerade in einer Zeit, in der unsere Händler ihre Verkaufsräume wegen der Coronakrise nicht öffnen dürfen, schaffen wir damit einen Mehrwert für unsere Kunden. Sie können sich weiterhin über das gewünschte Modell kompetent und per Videoführung beraten lassen und werden anschließend an einen Händler vermittelt, der zum Beispiel telefonisch über die umfangreichen Finanzierungsmöglichkeiten informieren kann oder mit einem eigenen Online-Angebot aufwartet“, sagte Hyundai-Vertriebschef Holger Müller, der auch den Online-Showroom verantwortet. „So unterstützen wir unsere Vertragspartner in einer schwierigen Situation“, fügte er hinzu.

Start bereits im Februar

Hyundai hat als einer der ersten Hersteller erkannt, wie wichtig ein solcher Online-Showroom für die Kundeninformation ist. So können sich Kundinnen und Kunden seit Anfang Februar im fränkischen Elsenfeld in einem 350 Quadratmeter großen Schauraum von vier Beratern an sieben Tagen in der Woche – außer an Feiertagen – ihr Wunschmodell zeigen lassen. Mit Ausbruch der Coronakrise ziehen immer mehr Hersteller nach und entdecken diesen virtuellen Vertriebskanal, wenngleich in unterschiedlicher Ausprägung.

Audi bietet Kunden eine digitale Live-Beratung mittels Datenbrille an. Foto: Audi

Audi-Kunden beispielsweise können sich von ihrem örtlichen Händler nach vorheriger Terminvereinbarung mittels einer Live-Schalte per Datenbrille ihr Wunschmodell zeigen und erklären lassen. Nachdem die VW-Tochter im Sommer des vergangenen Jahres einen Pilotversuch gestartet hat, hat die VW-Tochter im März dieses Angebot bei mittlerweile über 40 Partnerbetrieben bundesweit an den Start gebracht. Bei den Kunden würde dieses Angebot stark genutzt. „Unser Audi-Center in Berlin ist durchgebucht“, so eine Audi-Sprecherin.

1000 Besucher pro Tag

Zunehmende Besucherzahlen verzeichnet auch Hyundai in seinem Showroom. „Unser Online-Showroom hat mit Marktstart des Hyundai i10 am 8. Februar zu einer Zeit seinen Betrieb aufgenommen, als man die Auswirkungen von Corona noch nicht absehen konnte. Nun erweist sich die getroffene Entscheidung als goldrichtig, wie wir auch an dem wachsenden Zuspruch der Kunden in den zurückliegenden Wochen sehen können“, sagte Holger Müller. Pro Tag habe man derzeit ca. 1000 Besucher auf der Seite, so Müller: „Dass wir mit unserem Online-Showroom die richtige Entscheidung getroffen haben, zeigt auch der Umstand, dass anderen Hersteller unserem Beispiel in der Krise folgen.“

Die vier Berater im Online-Showroom sind derzeit im Dauereinsatz – und auch ohne vorherige Terminvereinbarung erreichbar, wie unser Versuch zeigte. Nach kurzer Wartezeit waren wir per Video-Chat mit einer Beraterin verbunden. Da zu diesem Zeitpunkt der von uns für die Beratung ausgewählte Kona Elektro für ein anderes Beratungsgespräch genutzt wurde, wurde uns ein Termin genannt, der 45 Minuten später stattfand. Dazu erhielten wir nach vorheriger Eingabe unserer Mailadresse einen Einladungslink zugesandt. Nach einem Klick darauf, waren wir wieder mit der Beraterin verbunden. Hyundai hat die Technik dabei optional so gestaltet, dass der Kunde zwar den Berater oder die Beraterin per Video sehen kann, man selbst zum Schutz der Privatsphäre aber nur gehört wird.

Kompetente Beratung

Für Detailaufnahmen sind die Verkaufsberater mit einer Handykamera unterwegs. Foto: Hyundai

„Was interessiert Sie genau?“, fragte die Beraterin. „Ich habe gehört, dass sich die Reichweite verbessert hat. Wo liegt Sie jetzt und wie wurde das erreicht?“, frage ich. „Sie liegt momentan bei 484 Kilometer. Das sind 35 Kilometer mehr als zuvor“, antwortete Sie. „Erreicht wurde die Verbesserung durch Leichtlaufreifen und einer Modifikation des Fahrwerks“, fügte sie hinzu. Während Sie meine Fragen beantwortet, zeigt sie mir beim Rundgang mit dem Smartphone den Kofferraum („Er hat ein Volumen von 352 Litern“), die Ladekappe („In 54 Minuten können Sie die Batterie an einer Schnellladestation wieder auf 80 Prozent aufladen“) und die Leichtlaufreifen.

So kompetent geht es auch im Innenraum weiter, wo sie mir die Funktion des neuen BlueLink-Systems („Mittels der App können Sie beispielsweise den Ladestand der Batterie kontrollieren, es vorheizen oder auch ein Navigationsziel im Vorfeld der Fahrt ans Fahrzeug “) erläuterte. Von meinen vorher notierten Fragen wie beispielsweise der von Hyundai auf 8000 Euro erhöhten Kaufprämie („Gilt sie sowohl für das Modell mit kleiner als auch mit großer Batterie?“) oder der auf acht Jahre verlängerten Garantie („Steht dahinter eine bestimmte Laufleistung?“) bleibt keine unbeantwortet.

Wunsch nach Probefahrt

Ein Hyundai Kona Elektro im Online-Showroom. Foto: Hyundai

Zum Schluss des Informationsgesprächs fragt sie auch den Wunsch ab, ob man Interesse an einer Probefahrt in der Nach-Corona-Zeit habe? Habe ich. Dafür hinterlasse ich meine Rufnummer und Mailadresse, damit der örtliche Händler mit mir Kontakt aufnehmen kann. Doch zwei Wochen nach dem Beratungsgespräch gab es noch keine Kontaktaufnahme, aber das mag daran liegen, dass derzeit Probefahrten nicht erlaubt sind. Optional hat der Kunde auch die Möglichkeit, sich mit dem Berater die Wunschkonfiguration seines Fahrzeuges zusammen zu stellen und damit zum Händler seiner Wahl zu gehen, wo dieser im Idealfall einen Kaufvertrag unterzeichnet.

Im Mai plant Hyundai das Angebot im Online-Showroom weiter auszubauen. Nach dem Start mit Einzelgesprächen soll es künftig auch Online-Vorträge zu den ausgestellten Autos geben. Damit können die Berater noch mehr Kunden per Livestream über die ausgestellten Fahrzeuge informieren.

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