Kfz-Gewerbe kritisiert Eigenzulassungen

Rabattschlacht erwartet

Kfz-Gewerbe kritisiert Eigenzulassungen
Rabatte gehören beim Neuwagenkauf dazu © dpa

Die Zahl der Eigenzulassungen der Hersteller liegt bei knapp 30 Prozent in diesem Jahr. Das Kfz-Gewerbe befürchtet dadurch ein preisliches Durcheinander bei Neu- und Gebrauchtwagen.

Das deutsche Kfz-Gewerbe hat angesichts extrem hoher Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern vor einer Rabattschlacht am deutschen Automarkt gewarnt. In den ersten sieben Monaten 2012 hätten diese «eine traurige Höhe von fast 29 Prozent des Gesamtmarktes» erreicht, sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftgewerbe (ZDK), Robert Rademacher, am Donnerstag in Frankfurt anlässlich der Messe Automechanika, die am Dienstag beginnt.

180.000 Fahrzeuge für die Statistik

Für den Bedarf an Vorführ- und Dienstwagen hätten zwei Drittel dieser 540 000 Neuwagen vollkommen ausgereicht, betonte Rademacher: «Diese Quasi-Neuwagen drängen nun als "junge Gebrauchtwagen" mit hohen Nachlässen auf den Markt und bringen dort das Preisniveau sowohl für Neuwagen als auch für Gebrauchtwagen und auch für Leasing-Rückläufer durcheinander.» Unter dem Strich seien damit 180.000 Fahrzeuge nur für die Statistik zugelassen worden. Diese Werte seien alarmierend: «Auf Dauer diesen Überdruck zu verursachen führt den Markt in eine Katastrophe.»

Insbesondere der Privatmarkt sei schwach, aktuell seien von dort auch keine Impulse zu erwarten. In der aktuellen ZDK-Geschäftsklima-Umfrage (Ende August/Anfang September) hätten mehr als die Hälfte der Betriebe (55,1 Prozent) das laufende Quartal als «schlecht» bezeichnet. Der Gesamtindex aus Neufahrzeug- und Gebrauchtwagengeschäft sowie Service sei auf den zweitschlechtesten Wert seit Februar 2010 gesunken, betonte Rademacher: Die Rabattschlacht mache das Geschäft kaputt, die Bruttogewinne seien auch im Gebrauchtwagenhandel unzureichend.

Andrang auf der Automechanika

Neue Impulse erhofft sich der ZDK von der Automechanika (11. - 16. September). Der Andrang zur weltgrößten Werkstatt- und Fachteilemesse sei enorm, betonte der Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Detlef Braun. 4593 Aussteller aus 74 Ländern präsentierten auf rund 305.000 Quadratmetern Fläche ihre Produkte: «Das ist eine neue Rekordmarke für die Automechanika nach 4471 Ausstellern vor zwei Jahren. Mehr geht nicht.»

Hinter der Automechanika stehe mit den inländischen Teile- und Zubehörherstellern eine Branche mit einem Nettoumsatz von 96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, sagte Braun. Zudem würden im Handel 19 Milliarden Euro umgesetzt und mit der Reparatur weitere vier Milliarden Euro. (dpa)

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