LiveWire: Harley-Davidson gründet eigene Elektromarke

LiveWire: Harley-Davidson gründet eigene Elektromarke
Die Harley-Davidson LiveWire ist das erste E-Bike des US-Motorradherstellers. © Harley-Davidson

Die LiveWire ist das erste Elektromotorrad von Harley-Davidson. Nun hat der US-Motorradhersteller unter diesem Namen eine eigene Marke an den Start gebracht.

Wie das US-Traditionsunternehmen mitteilte, will man zukünftig verstärkt auf Elektromotorräder setzen. Der Konzern kündigte am Montag (Ortszeit) dafür die eigene und unabhängige Sparte LiveWire an. «Indem wir LiveWire als vollelektrische Marke einführen, ergreifen wir die Gelegenheit, den Markt für E-Fahrzeuge anzuführen und zu definieren», erklärte Vorstandschef Jochen Zeitz in einer Pressemitteilung.


Die Bezeichnung LiveWire geht auf Harley-Davidsons erstes Elektromotorrad zurück, das Anfang 2019 zusammen mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic auf der Technik-Messe CES in Las Vegas präsentiert worden war.

Weiteres Modell für Anfang Juli angekündigt

Nun kündigte das Unternehmen für den 8. Juli eine weitere Premiere der Marke LiveWire an. Danach soll das neue Modell auf der International Motorcycle Show gezeigt werden. Weitere Hinweise lieferte das Unternehmen zunächst nicht.

Harley-Davidson litt jahrelang unter einem angestaubten Image und einer älteren konservativen Stammkundschaft. Der Traditionskonzern versucht, mit E-Motorrädern und moderneren Produkten jüngere Käufergruppen anzusprechen. Dazu gehört unter anderem auch die Einführung von E-Bikes. Zuletzt liefen die Geschäfte schon wieder deutlich besser. Im ersten Quartal stieg der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um über 270 Prozent auf 259 Millionen Dollar (213 Millionen Euro). Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zu.

Harley leidet unter EU-Strafzöllen

Im April hatte Harley-Davidson mit dem Handelskrieg zwischen den USA und Europa zu kämpfen. So hatte das Unternehmen angekündigt, rechtlich gegen höhere EU-Zölle vorzugehen. Ab Juni würden die Einfuhrzölle auf Motorräder des Unternehmens von 31 Prozent auf 56 Prozent steigen, hatte Harley-Chef Zeitz gesagt. «Dies ist eine beispiellose Situation und unterstreicht die sehr realen Schäden eines eskalierenden Handelskriegs», so Zeitz weiter.

Die USA und die EU überziehen sich seit Jahren gegenseitig mit Strafzöllen, was Unternehmen wie Harley-Davidson stark zusetzt. Der Motorradhersteller war in dem vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump angezettelten Handelsstreit schon früh zwischen die Fronten geraten. Wegen Produktionsverlagerungen ins Ausland gab es im US-Heimatmarkt zeitweise sogar Boykottaufrufe von Trump-Anhängern. Trotz des US-Regierungswechsels gerät Harley nun weiter unter Druck. Die kommenden EU-Zollerhöhungen gelten laut Zeitz für die gesamte Produktpalette seines Unternehmens – unabhängig davon, von wo die Fahrzeuge stammen. Dies würde Harley-Davidson vom Wettbewerb auf dem europäischen Markt ausschalten, klagt der Vorstandschef. (dpa)

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