Allianz: Fußgänger im Verkehr besonders gefährdet

Das Auto warnt rechtzeitig vor Fußgängern.
Das Auto warnt rechtzeitig vor Fußgängern. © ZF

Nach einer Studie des Versicherungskonzerns Allianz sind Fußgänger im Straßenverkehr besonders gefährdet. Entsprechend müsse mehr für ihren Schutz getan werden.

Das mahnt der Versicherer am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie an. Zum Schutz der unmotorisierten Verkehrsteilnehmer gehörten auch technische Lösungen. «Der Anteil der getöteten Fußgänger im Vergleich zu allen Unfalltoten steigt langjährig leicht an, und immer noch verunglücken jährlich 30 000 Fußgänger im Straßenverkehr», erklärte Allianz-Vorstand Jochen Haug in Ismaning.


Die Daten zeigten unter anderem, dass Fußgänger pro zurückgelegtem Kilometer am häufigsten verunglückten – noch häufiger als Fahrradfahrer.

457 Tote zu beklagen

In Deutschland lag der Anteil der Fußgänger an den im Straßenverkehr getöteten Menschen im vergangenen Jahr demnach bei 14 Prozent – 457 Todesopfer waren zu beklagen. Mit Blick auf die in den Unfallstatistiken abgebildete langfristige Entwicklung gehen die Studienmacher von einem Anstieg der Gefährdung von Fußgängern aus, wenngleich die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger im Straßenverkehr nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt zurückging.

2018 gab es zwischen Januar und November demnach einen Rückgang von 6,1 Prozent.Besonders gefährdet sind Fußgänger der Allianz-Studie zufolge in der Zeit von Oktober bis Februar, innerorts und in der Dämmerung oder bei Dunkelheit. Vor allem Senioren verunglückten häufig, da sie auf das Zufußgehen angewiesen seien, «Mehr als die Hälfte der getöteten Fußgänger in Deutschland ist älter als 64 Jahre», erläuterte Haug.

Der Versicherungskonzern schlug vor, auch technische Lösungen zum Schutz der Fußgänger stärker zu nutzen.Ablenkung spiele bei Fußgängern eine erhebliche Rolle, so die Alliant. Laut der repräsentativen Erhebung der Allianz „tippen“ beziehungsweise „texten“ 43 Prozent der Befragten beim Gehen. Fast jeder Zweite (45 Prozent) nutzt das Handy, um zu fotografieren. 28 Prozent hören Musik, und zwei Drittel (67 Prozent) telefonieren beim Gehen. Dies zeigt, dass Ablenkung nicht nur beim Autofahren, sondern auch zu Fuß ein nachweisbares Unfallrisiko birgt. (AG/dpa)

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