Führerschein mit 17 ein «Erfolgsmodell»

Positive Resonanz beim Fahrlehrerverband

Das für den Führerschein erworbene Wissen geht schnell verloren. © dpa

Seit dem Beginn dieses Jahres kann der Führerschein bereits mit 17 Jahren erworben werden. Für den Fahrlehrerverband ist es ein Erfolgsmodell, weil durch das begleitete Fahren die Unfallzahlen gesenkt werden können.

Den seit Jahresbeginn bundesweit möglichen Führerscheinerwerb mit 17 Jahren hat die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände als «Erfolgsmodell» begrüßt. «Es ist ein Versuch der Superlative, weil er alle glücklich macht und nichts kostet», sagte Vizepräsident Peter Glowalla der Deutschen Presse-Agentur. So verursachten junge Fahranfänger wegen der Begleitphase zwischen 22 und 25 Prozent weniger Unfälle, betonte Glowalla mit Blick auf die Erfahrungen aus der mehrjährigen Modellphase.

Begleiter bremsen Fahranfänger vor Übermut

Dies hänge damit zusammen, dass die Begleiter den Fahranfängern ihre Erfahrungen mitgäben und sie bei Übermut bremsten. 90 Prozent der Begleiter seien Eltern. «Dadurch lernen sich plötzlich Kinder und Eltern ganz neu kennen», sagte Glowalla. In diesem Jahr dürfen sich junge Leute schon mit 17 ans Steuer setzen, wenn ein Erwachsener mit im Auto ist. Bisher war das begleitete Fahren ab 17 in den Bundesländern nur als Modell getestet worden.

Nach Angaben Glowallas nimmt in Bayern rund die Hälfte der 17- Jährigen das Angebot wahr. In Berlin seien es nur 12 Prozent, im Bundesdurchschnitt 30 Prozent. Oft fehle das Geld, um früher den Führerschein zu machen. In Städten wie Berlin komme das gute Nahverkehrssystem hinzu, das den Führerschein ab 17 nicht unbedingt erforderlich mache. (dpa)