Fracking bremst Elektromobilität weiter aus

Studie von Roland Berger

Fracking bremst Elektromobilität weiter aus
Die unzureichende Infrastruktur ist ein Problem für die Elektromobilität. © Daimler

Die Elektromobilität kommt nicht in Schwung. Dabei stelle nicht nur die Infrastruktur ein Problem dar, sondern auch die geringen Deckungsbeiträger der Hersteller. Fracking könnte ein weiteres Problem darstellen.

Die Elektromobilität kommt einer Analyse zufolge nicht richtig in Schwung. Es gebe noch viele ungelöste Probleme, wie aus dem am Mittwoch vorgelegten «Index Elektromobilität» der Beratungsgesellschaft Roland Berger Strategy Consultants und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen hervorgeht.

Die Herstellung von Elektrofahrzeugen sei für die Autohersteller immer noch finanziell unattraktiv. «Beim Verkauf von Elektrofahrzeugen realisieren Automobilhersteller viel geringere Deckungsbeiträge als beim Verkauf von Autos mit konventionellem Antrieb», hieß es. Der Index vergleicht die Wettbewerbsposition der sieben führenden Automobilnationen, dies sind Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea in der E-Mobilität.

Höhere Reichweite erst ab 2020 zu erwarten

Ungelöst sei außerdem das Problem der mangelnden Infrastruktur für E-Mobilität. Derzeit verfüge Deutschland über rund 2200 öffentliche Ladesäulen. Das Ziel der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) ist es aber, diese Zahl bis zum Jahr 2020 auf 150.000 zu erhöhen. Die eingeschränkte Reichweite der Elektrofahrzeuge werde sich voraussichtlich erst nach 2020 durch effizientere Speichertechnologien verbessern. Unter den einzelnen Ländern halte Südkorea im Technologiebereich weiterhin die Spitzenposition. Danach folge Deutschland. In allen untersuchten Ländern sinke die öffentliche Förderung für Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität, mit Ausnahme von China.

Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million E-Autos in Deutschland auf die Straße zu bringen. 2012 aber wurden nur knapp 3000 Elektro-Autos neu zugelassen. Die Nationalen Plattform Elektromobilität rechnet derzeit ohnehin nicht mehr mit einer Erreichung dieses Ziels von einer Million E-Autos, hier geht man seit geraumer Zeit nur noch von 600.000 Einheiten aus.

Ein weiteres Problem für die Elektromobilität könnte auch durch das so genannte Fracking entstehen. „Die Ölgewinnung mithilfe der Fracking-Technologie könnte den Ölpreis in den kommenden Jahren stabilisieren", sagt Roland Berger-Partner Thomas Schlick. "Dies würde den Kostennachteil alternativer Antriebe noch weiter verstärken." (AG/dpa)

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