Titelverteidiger Lucas di Grassi zurück auf dem Podium

Daniel Abt im Pech

Lucas di Grassi. Foto: Audi/Kunkel
Endlich wieder auf dem Podium: Lucas di Grassi. © Audi/Kunkel

Der Bann ist gebrochen: Titelverteidiger Lucas di Grassi vom Team Audi Sport Abt Schaeffler konnte beim sechsten Formel E-Lauf in Punte del Este erstmals in dieser Saison einen Podestplatz herausfahren.

Der Brasilianer di Grassi bot beim Rennen in Urguay dabei eine souveräne Vorstellung. Nachdem der Audi-Pilot zunächst im freien Training das Feld mehr als vier Zehntelsekunden hinter sich ließ, fuhr der Titelverteidiger auch in der Super-Pole Bestzeit. Das hätte für ihn eigentlich die Pole Position bedeutet. Doch statt di Grassi durfte der spätere Sieger Jean-Eric Vergne (Techeetah) von Startplatz eins ins Rennen gehen.


Ein Umstand, der di Grassi verärgerte. „Dass die Zeiten der schnellsten Fahrer gestrichen wurden, weil wir alle einen Poller in der Schikane berührt haben, war aus meiner Sicht nicht korrekt“, sagte di Grassi. „Ich habe es in der Fahrerbesprechung anders verstanden und es wurde im Freien Training und im Qualifying zuvor auch anders gehandhabt. Statt von der Pole-Position musste ich auf der schmutzigen Seite von Platz zwei starten – und das auf einer Strecke, auf der das Überholen extrem schwierig ist.“

Di Grassi lieferte sich spektakuläres Duell

Doch trotz dieses Nachteils versucht der Audi-Pilot in seinen e-tron FE04 alles, um das Rennen für sich zu entscheiden. Mit dem in der Gesamtwertung führenden Jean-Eric Vergne lieferte sich der Brasilianer ein spektakuläres Duell. Am Ende blieben alle Überholversuche erfolglos und Vergne fuhr vor di Grassi und dem Sam Bird (DS Virgin Racing) zum Sieg.

„Ich hatte das schnellere Auto, aber Jev hat sich perfekt verteidigt“, sagte di Grassi. „Heute wären 28 Punkte möglich gewesen, so wurden es nur 18. Aber unser Auto ist superschnell und jetzt auch zuverlässig. Ich freue mich schon auf die zweite Saisonhälfte.“ Sein Konkurrent Vergne lobt di Grassi, der während des Rennens so viel Druck auf ihn ausgeübt hätte. Doch Druck sei Teil seines Lebens. „Das Resultat heute macht jeden im Team noch hungriger auf weitere Erfolge“, sagte Vergne. Nach sechs Rennen führt er das Feld nun mit 109 Punkten vor Feleix Rosqvist (Mahindra/79) und Sam Bird (76) an.

Daniel Abt im Pech

Lucaas di Grassi. Foto: Audi/Kunkel
Lucas di Grassi vom Team Audi Sport ABT Schaeffler fuhr auf Rang zwei. Foto: Audi/Kunkel

Im Pech war hingegen Daniel Abt, der zuletzt noch in Mexiko triumphiert hatte. Nachdem sich Abt in der ersten Rennhälfte vom fünften Startplatz auf Rang drei nach vorn gefahren hatte, musste er nach dem Autowechsel ein zweites Mal an die Box kommen. Während der Fahrt hatten sich die Gurte gelöst hatten. „Wir müssen herausfinden, wie es dazu kommen konnte“, sagte Daniel Abt, der auf Platz 14 ins Ziel fuhr. „Die Gurte waren geschlossen, doch nach zwei Runden waren sie plötzlich offen.“

Zerknirscht wegen dieses Problems zeigte sich Teamchef Allan McNish. „Das Problem mit Daniels Gurten hat uns ein doppeltes Podium gekostet und war eine große Enttäuschung für Daniel“, sagte er und ergänzte. „Positiv ist, dass wir beide Autos ins Ziel gebracht haben und Lucas nach seinen ersten Punkten in Mexiko nun sein erstes Podium der Saison geholt hat. Sein Duell mit Jean-Eric Vergne an der Spitze war von der ersten bis zur letzten Runde unheimlich intensiv und aufregend. Einmal dachte ich, jetzt hat es Lucas geschafft, aber auch Jev ist ein starkes Rennen gefahren.“

Auch Audi-Motorsportchef Dieter Grass sprach von einem engen, und harten Kampf um den Sieg. „Leider gab es keinen Weg an Jean-Eric Vergne vorbei, obwohl es Lucas mehrmals versucht hat. Heute hätte er den Fanboost gebraucht, den Daniel hatte. Auch wenn mehr drin gewesen wäre, können wir mit der Performance an diesem Wochenende zufrieden sein“, sagte Grass.

Das Rennen in Mexiko und nun in Urguay stimme ihn zuversichtlich für den Rest der Saison. Zur Saisonhalbzeit liegt Daniel Abt im Klassement auf mit 37 Punkten auf Platz sieben. Lucas di Grassi ist mit 21 Zählern zusammen mit dem punktgleichen Nick Heidfeld (Mahindra) Zehnter.