Lotterer im Chaosrennen von Paris Zweiter vor Abt

Formel E

Daniel Abt freut sich über Platz drei. © Audi

Unfälle, Unterbrechungen, Starkregen: Beim Chaosrennen der Formel E in Paris sicherte sich am Samstag Robin Frijns (Virgin Racing) den Sieg vor Andre Lotterer (DS Techeetah) und Daniel Abt vom Team Audi Sport Abt Schaeffler.

Es war ein Rennen, das von Unfällen, Unterbrechungen und einsetzendem Starkregen geprägt war und entsprechend die Fahrer vor einige Herausforderungen stellte. Am Ende hatte Frijns die besten Nerven und behielt auch bei dem Wetterchaos in der französischen Hauptstadt den Durchblick.


Hinter dem 27-jährigen Niederländer – er war der achte Sieg im achten Rennen der Saison – konnten sich die beiden Deutschen Andre Lotterer vom Team DS Techeetah und Daniel Abt noch einen Platz auf dem Podium sichern und sich in der Fahrwertung weiter nach vorn schieben.

Lucas di Grassi Vierter

Hinter Audi-Pilot Abt platzierte sich dessen Teamkollege Lucas di Grassi auf dem vierten Rang. In der Fahrwertung rangiert Robin Frijns nun mit 81 Zählern auf dem ersten Platz vor Andre Lotterer (80) und Lucas di Grassi (79). Daniel Abt ist nach dem dritten Platz von Paris nun Achter mit 59 Zählern.

„Das war ein unglaubliches Rennen“, sagte Daniel Abt nach seinem zweiten Podium der Saison. „Nach einem starken Anfang mit tollen Kämpfen hatte ich das Gefühl, heute gewinnen zu können. Doch dann kam der Schauer und ab da war es nur noch verrückt. Ich konnte durch mein Visier fast nichts mehr sehen. Das Auto schwamm auf und ich hatte null Grip. Da habe ich mir gesagt: Mach nichts Dummes, bring das Auto einfach ins Ziel. Das ist ein wichtiges Podium, wir brauchen diese Punkte.“

Di Grassi: Bedingungen waren extrem schwierig

Auch Teamkollege Lucas di Grassi äußerte sich zufrieden: „Es war ein gutes Rennen vom achten auf den vierten Platz. Die Bedingungen waren extrem schwierig, aber wir haben viele Punkte geholt. Ich bin nun Vierter in der Meisterschaft. Wir holen weiter auf. Danke an Audi und das ganze Team für den tollen Job heute. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Rennen in Monaco.“ Das nächste Rennen findet am 11. Mai in Monaco statt, ehe die Formel E am 25. Mai in Berlin Station macht.

Daniel Abt beim Formel E-Rennen in Paris. Foto: dpa

Audi-Motorsportchef Dieter Gass zog nach dem Rennen eine positive Bilanz. „Das war ein sehr gutes Ergebnis in einem extrem aufregenden Rennen. Es gab so viel Action auf der Strecke mit dem wechselhaften Wetter, mehreren Gelbphasen und dem Safety-Car. Unsere Fahrer sind cool geblieben und haben keine Fehler gemacht“, so Gass, „Ich freue mich aber auch sehr für Robin Frijns, der mit einem weiteren Audi seinen ersten Formel-E-Sieg geholt hat. Das ist fantastisch.“

Todt: Für mich ist jede Serie wichtig

Der Präsident des Motorsport-Weltverbands FIA, Jean Todt, hat unterdessen Vergleiche zwischen der Rennserien Formel E und Formel 1 abgelehnt. Die Formel 1 sei im Gegensatz zur 2014 eingeführten Formel E «kein Baby mehr. Die Formel 1 ist ein 70 Jahre alter Erwachsener», sagte der Franzose der «Bild»-Zeitung und der «Auto Bild Motorsport». Deswegen «ist und bleibt die Formel 1 die Königsklasse des Motorsports.»

Er gab aber zu Bedenken: «Natürlich müssen wir in der Formel 1 fokussiert und konzentriert bleiben, wie wir das Racing verbessern. Für mich als Präsident der FIA ist jede Serie wichtig. Sie sind unterschiedlich und ich mag sie alle.»«Wir müssen schauen, dass wir das, was wir in der Formel 1 gelernt haben, in andere Kategorien wie die Formel E übertragen», sagte Tod: «Wir wollen Dominanzen, wie wir sie in der Formel 1 haben, verhindern. Wir wollen die Kosten reduzieren, weil wir das Gefühl haben, die Formel 1 ist zu teuer.»

Der 73 Jahre alte Todt zeigte sich zudem erfreut, dass in der nächsten Formel-E-Saison in Mercedes, BMW, Audi und Porsche erstmals gleich vier deutsche Hersteller vertreten sind. «Das ist ein wichtiges Zeichen, und es gibt uns Stabilität», sagte der FIA-Boss: «Man sieht, wie die Automobilhersteller unseren Weg unterstützen. Und auch sportlich ist die Formel E stark aufgestellt. Wir haben jetzt sieben verschiedene Sieger in sieben Rennen.»