Razzia wegen Schmiergeld-Verdachts bei Ford

30 Büros durchsucht

Ford lässt in Köln vier Tage lang die Bänder ruhen. © Ford

Die Kölner Staatsanwaltschaft geht einem Bestechungs- und Untreueverdacht bei Ford nach. In Köln und Leverkusen wurden Büros und Wohnungen durchsucht.

Rund 100 Ermittler sind am Montag mit einer Razzia einem Korruptionsverdacht gegen Ford-Mitarbeiter nachgegangen. "Wir haben auch eine Person festgenommen", sagte die Kölner Staatsanwältin Christina Pohlen. Insgesamt seien rund 30 Büros und Wohnungen in Köln und Leverkusen durchsucht worden. Es gehe um den Verdacht der Bestechung, der Untreue und des Betrugs.

Systematisch Vorteile angenommen

Mitarbeiter einer Ford-Abteilung sollen systematisch Vorteile von Firmen angenommen haben, die mit dem Autobauer in geschäftlichen Beziehungen standen oder solche aufnehmen wollten. Im Gegenzug sollen sie unter anderem Rechnungen über Arbeiten akzeptiert haben, die nicht im vom Konzern bezahlten Umfang geleistet wurden.

Ein erster Anfangsverdacht war bereits im Sommer in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Saarbrücken bekanntgeworden. Die Manipulationen sollen sich bei technischen Anpassungen im Rahmen von Modellwechseln des Autoherstellers ereignet haben. Möglicherweise seien mehrere Standorte von Ford in Europa betroffen. Insgesamt soll Ford ein Schaden in Millionhöhe entstanden sein.

Personelle Konsequenzen eingeleitet

"Die Staatsanwaltschaft hat auch Arbeitsplätze einzelner verdächtiger Personen bei Ford, dem geschädigten Unternehmen, untersucht", sagte Ford-Sprecher Bernd Meier in Köln. Personelle Konsequenzen seien bereits "auf allen Ebenen" eingeleitet worden. Ford arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Außerdem werde das Unternehmen Schadenersatz von den Beschuldigten fordern.

Gegen welche Person am Montagmorgen ein Haftbefehl vollstreckt wurde, wollte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft zunächst nicht sagen. Neben der Staatsanwaltschaft waren auch das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und die Steuerfahndung an den Durchsuchungen beteiligt. (dpa)