Fiat Panda: Zuverlässige «tolle Kiste»

Zweite Generation ab 2003

Der Fiat Panda fährt mit erhöhter Mängelquote vor. © Fiat

Zu Beginn seiner Zeit wurde der Fiat Panda oft belächelt. Doch die Nachkommen des Ur-Pandas überzeugen durch Zuverlässigkeit bei kleinen Preisen.

Als «tolle Kiste» wurde der damals neue Fiat Panda zu Beginn der 1980er Jahre in Deutschland angepriesen. Wegen der zu einer Art Doppelbett gestaltbaren Sitzreihen und wegen seines günstigen Verbrauchs. Dem italienischen Hersteller, der zu der Zeit trotz Besserungstendenzen noch mit schlechter Verarbeitungsqualität zu kämpfen hatte, brachte der Kleinwagen den Aufstieg zur Importmarke Nummer eins. Viel zu verdanken gibt es dem Modell also, und auch der ADAC ist voll des Lobes: Der Autoclub lobt die Nachkommen des ersten Panda, denn sie belegen in der Pannenstatistik seit Jahren vordere Plätze.

Neuer Fiat Panda seit 2003

Doch kein technisches Produkt von der Komplexität eines Autos bleibt auf Dauer ohne Mängel: So kamen den ADAC-Pannenhelfern bei bis 2005 gebauten Benzinern gehäuft Störungen im Motormanagement unter. Defekte an Drosselkappen und Kraftstoffpumpen (Benziner 2004) waren ebenfalls ein Thema für Pannenhelfer und Ingenieure. Allgemein gab es bis zum Baujahr 2006 häufig marode Traggelenke an den Vorderachsen und kaputte Stoßdämpfer zu beklagen. Bei der Hauptuntersuchung zeigte sich vergleichsweise oft eine ungleichmäßige Bremswirkung.

Nachdem die Kleinwagenmarke Fiat den durch die Ölkrisen der Siebziger mitverursachten Trend zu Kleinwagen nicht so richtig für sich nutzen konnte, ging es mit dem 1980 eingeführten Panda bergauf. Nicht zuletzt besagte Werbekampagne machte den Wagen mit dem Bärennamen zum Star der Marke. Ein Slogan lautete: «Für alle, die keine eigene Ölquelle haben.» Erst 2003 wagte Fiat die Ablösung des Erfolgsautos durch den Nachfolger Nuova Panda, der nur als Fünftürer zu haben ist. Dafür gab es zahlreiche Sonderauflagen - vom Allrad-Panda bis zu einer für Kleinwagen eher untypischen Erdgasversion. Für März 2012 plant Fiat die Einführung der dritten Generation.

Fiat Panda als Rabatt-Spitzenreiter

Der seit 2010 angebotene Erdgas-Panda schöpft aus 1,2 beziehungsweise 1,4 Liter Hubraum 44 kW/60 PS und 57 kW/77 PS. Beliebteste Antriebsvariante ist aber der Ottomotor: Die Benziner der zweiten Panda-Generation leisten zwischen 40 kW/54 PS und 73 kW/100 PS. Diesel gibt es in nur zwei Stufen, einmal mit 51 kW/70 PS, einmal mit 55 kW/75 PS, jeweils aus 1,3 Liter Hubraum geschöpft.

Wer sich für einen gebrauchten Selbstzünder interessiert, zahlt laut Schwacke-Liste für einen Panda 1.3 Multijet Diesel Emotion mit 51 kW/70 PS von 2008 rund 6050 Euro. Solch ein Fahrzeug hat im Schnitt 68.100 Kilometer auf dem Zähler. Ein 73 kW/100 PS starker Benziner von 2010, etwa der Panda 1.4 100 HP, kostet mit 26.800 Kilometern noch rund 8500 Euro. Freunde des Erdgasantriebs zahlen für einen CNG-Panda wenigstens 6100 Euro, diesen Richtpreis nennt die Schwacke-Liste für Fahrzeuge von 2007 mit 44 kW/60 PS. Die ermittelte Durchschnittslaufleistung liegt bei 64.200 Kilometern.

Allerdings sollten Interessenten gerade beim Panda auf die Neuwagenpreise schauen. Die «tolle Kiste» ist seit Jahren Spitzenreiter bei den Rabatten und von den Gebrauchtwagenpreisen gar nicht so weit entfernt. (AG/dpa/tmn)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.