Von Sparfüchsen, Porsche-Jägern und Italo-Flitzern

Sportwagen auf dem Pariser Autosalon

Der Mercedes AMG GT.
Der Mercedes AMG GT. © Daimler

Sie sind die Hingucker des Autosalons Paris: die Sportwagen. Sei es nun ein Mercdes AMG GT, ein Ferrari 458 Speciale A oder ein Mazda MX-5 – sie sorgen für ausreichend Aufsehen bei den Publikumstagen.

Im Reigen der Kleinwagen, SUV- und Crossover-Modelle aller Größen gehen die eigentlichen Stars einer klassischen Autoshow fast schon ein wenig unter. Doch auch die Messe in Paris hält ein paar neue Sportwagen bereit. Mercedes-AMG präsentiert als Messepremiere seine zweite komplette Eigenentwicklung. Nach dem mittlerweile eingestellten SLS soll ab Anfang 2015 der GT auf Porsche-Jagd gehen, und vor allem dem etablierten 911er die zahlungsfreudige Kundschaft wegnehmen.

Die Preise starten für die Basisversion mit 340 kW/462 PS bei 115.500 Euro. Die schärfere Version, der GT S mit 375 kW/510 PS, kostet mindestens 133.300 Euro. Der Standard-Sprint auf Tempo 100 gelingt hier in nur 3,8 Sekunden. Bei 310 km/h regelt die Elektronik den Vorschub ab. Der durchschnittliche Verbrauch auf dem NEFZ-Rollenprüfstand soll unter 9,5 Liter auf 100 Kilometer betragen. Wir wagen aber schon jetzt die Behauptung, dass mit viel Fahrspaß dieser Wert locker verdoppelt werden kann.

Knackiger Ferrari 458 Speciale A

Persönlich vom zukünftigen Ex-Präsidenten Luca Cordero di Montezemolo wurde der Ferrari 458 Speciale A präsentiert. Die auf 499 Exemplare limitierte Oben-ohne-Sonderserie des 458 hat 445 kW/605 PS, die in dem bekannten 4,5 Liter großen V8-Triebwerk produziert werden. Das beschleunigt den knackigen Sportler aus Maranello in nur drei Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Es ist somit der stärkste Spider, den Ferrari jemals als Straßenfahrzeug zugelassen hat. Der durchschnittliche Verbrauch soll bei 11,8 Liter Super plus liegen. Das entspräche einer CO2-Emission von 275 g/km. Ganz schön sparsam, wenn es einem gelingt den Gasfuß ruhig zu halten. Das A in der Bezeichnung steht übrigens für Aperto, italienisch für offen. Und so öffnet sich in 14 Sekunden das elektrisch versenkbare Hardtop.

Mazda MX-5 kommt im Sommer 2015

Der Ferrari 458 Speciale A.
Der 458 Speciale A Ferrari

Ebenfalls eine knackige Optik, aber deutlich weniger Bumms hat der neue MX-5, der im Sommer 2015 hinter die Schaufensterscheiben der Mazda-Händler rollen wird. Das Prinzip des Cabrio-Stofffaltdaches bleibt, ebenso der Hinterradantrieb mit Saugmotoren. Unter die Motorhaube kommt ein hochverdichtender Vierzylinder mit 1,5 Litern Hubraum und einem Sechsgang-Handschaltgetriebe mit kurzen Schaltwegen. Auch bei dem beliebten Japaner ziehen Leichtbautechnologien unter die Außenhaut. So bringt die vierte Generation des MX-5 mehr als 100 Kilogramm und damit fast zehn Prozent weniger Gewicht auf die Waage, als die dritte Modellgeneration.

Freunde italienischer Sportwagen können sich schon mal den Beginn des Jahres 2015 vormerken. Da wird Alfa Romeo die Produktion der offenen Variante des Gänsehauterregers 4C starten. Der Vierzylindermotor mit einem Hubraum von 1.742 ccm, 16 Ventilen, Direkteinspritzung und Turbolader bietet 350 Nm Drehmoment bei 2.200/min und leistet wie das Coupé 177 kW/240 PS. Bei der in Paris ausgestellten Karosseriefarbe handelt es sich um einen Dreischichtlack in Bianco Madreperla. Aber auch die Coupé-Farbe Rosso Competizione wird für den offenen Sportler verfügbar sein.

Lamborghinis Antwort auf den Porsche Spyder

Der VW XL Sport schafft 270 km/h.
Der VW XL1 Sport VW

Als Antwort auf den Konzernbruder Porsche 918 Spyder präsentierte Audi-Tochter Lamborghini den Asterion LPI 910-4. Reichliche 669 kW/910 Systemleistung kommen aus dem bewährten 5,2 Liter großen Zehnzylinder im Zusammenspiel mit drei Elektromotoren. Die E-Maschinen allein leisten 220 kW/300 PS. Damit sprintet der Asterion in drei Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h. Das Plug-in-Hybrid-Concept-Car verfügt über ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe und bei vollgeladenen Akkus können bis zu 50 Kilometer rein elektrisch im Flüstermodus gefahren werden. Das geht aber nur bis zu 125 km/h, sonst schaltet sich das Krawall-Triebwerk aus dem Gallardo-Nachfolger Huracán zu. Auf dem Prüfstand ergibt sich Dank der elektrischen Hilfe ein Normverbrauch von vier Litern Super plus.

Der Sparfuchs unter den spektakulären Sportwagen ist zweifelsohne das flügeltürige Leichtbaumobil XL Sport aus dem Hause VW. Die Sportversion des Ein-Liter-Autos XL 1 nutzt dabei Technik des italienischen Motorradherstellers Ducati. Der 1,2-Liter-V2-Benzinmotor aus dem Konzernregal liefert 147 kW/200 PS an die Hinterräder des 890 Kilogramm leichten Karbon-Renners. Schwindelerregende 11.000 Touren läuft das Motorrad-Triebwerk, das mit einem Doppelkupplungsgetriebe durch die sieben Vorwärtsgänge schalten lässt. In 5,7 Sekunden sind Tempo 100 erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird nicht bei 250 km/h elektronisch abgeregelt; es darf bis zu Tempo 270 beschleunigt werden. (SP-X)