Zeitschrift: Pläne zu stärkerer Fahrerkontrolle

VDA weist Vorwurf zurück

Reguläre Fahrerüberwachung im Forschungsfahrzeug © Autogazette

Die Autoindustrie möchte laut einem Medienbericht eine verstärkte Datenerhebung beim automatisierten Fahren einzuführen. Der Verband der Autoindustrie (VDA) bestreitet Absichten einer stärkeren Fahrerkontrolle.

Wie das Magazin "stern" berichtet, plant die Automobilindustrie die Installierung einer sogenannten Fahreraktivitätserkennung. Demnach soll sie beim Fahren mit Autopilot, an dem unter anderem VW, Daimler und BMW arbeiten, zum Einsatz kommen. Nach den von Experten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) gemachten Vorschlägen in einer vom Bundesverkehrsministerium eingerichteten Lobbyistenrunde könnten beispielsweise Innenraumkameras verhüten, dass der Mensch hinter dem Lenkrad des automatisch fahrenden Autos einschläft.

Der Stern zitiert ein aus einem Resümee der Sitzung, wo es heißt: "Eine Fahreraktivitätserkennung sollte zur Abwendung von vorhersehbarem Fehlgebrauch (z.B. Schlaf) integraler Bestandteil des Gesamtsystems sein."

VDA bestreitet "Überwachungsvorwurf"

Laut Stern wies der VDA den Vorwurf der Überwachung als "abwegig" zurück. Zugleich ließ der Verband die Frage nach dem Einsatz von Kameras offen. Man wolle "technologieoffen" vorgehen. Der VDA wollte sich auch nicht dazu äußern, welche Informationen das Auto künftig speichern soll. Natürlich falle eine "große Menge an Daten" an, heißt es in einer von dem Verband miterstellten Vorlage, die dem stern vorliegen soll. Aber man habe "ein berechtigtes Interesse", diese "für die Fahrzeugentwicklung" zu nutzen.

Die geplante Fahreraktivitätserkennung würde über heutige Systeme zur Müdigkeitserkennung, bei denen Sensoren den Lidschlag oder das Lenkverhalten verfolgen, offenkundig deutlich hinausgehen. Es sei "nicht akzeptabel, dass jemand die ganze Zeit den Fahrer beobachtet", zitiert der "Stern" den Dresdner Fahrzeugdatenexperte Jürgen Bönninger. (AG)