Fahrerflucht auch nach Unfall mit geparktem Auto

2000 Euro Schaden

Viele Unfälle sind auf schlechte Reifen zurückzuführen. © DAV

Ein Schaden beim Be- oder Entladen eines abgestellten Autos muss gemeldet werden. Wer trotzdem danach sein Auto startet und wegfährt begeht Fahrerflucht.

Wer beim Be- oder Entladen eines Kraftfahrzeugs einen Schaden an einem anderen Auto verursacht und daraufhin flüchtet, begeht Fahrerflucht. Das gilt auch, wenn das Auto bei dem Unglück gar nicht fuhr, sondern geparkt am Straßenrand stand. Das hat das Oberlandesgericht Köln entschieden.

Abgestellter LKW gilt als Transportmittel

Bei dem verhandelten Fall ging es um einen Schrotthändler, der einen Blechhaufen auf seinen Lkw laden wollte. Beim Werfen der Bleche auf die Ladefläche fiel eines herunter und verursachte bei einem parkenden Pkw einen Schaden in Höhe von 2000 Euro. Doch anstatt auf den Halter oder die Polizei zu warten, hob der Schrotthändler das Blech auf und fuhr davon. Da eine Zeugin das Nummernschild notiert hatte, konnte der Täter überführt werden und erhielt einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft. Diesen wies er mit der Begründung zurück, dass sein Auto geparkt habe und der Motor abgestellt war, als der Schaden entstand. Aus diesem Grund liege seiner Meinung nach keine "Fahrerflucht" vor.

Dies sahen die Richter laut der Deutschen Anwaltshotline anders. "Das Be- und Entladen von haltenden Fahrzeugen ist verkehrsbezogener Teil des ruhenden Verkehrs, wenn ein innerer Zusammenhang mit der Funktion eines Kraftfahrzeuges als Transportmittel besteht", erklärt Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer. Der Schrotthändler habe zweifellos an dem Blechhaufen angehalten, um dem Zweck seines Lkw als Transportmittel nachzukommen. Damit sei auch ein Wegrutschen oder Abprallen der zu transportierenden Materialien eine typische, sich aus dem Verkehrsvorgang ergebene Gefahr (OLG Köln, Az. III-1 RVs 138/11). (mid)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.