VW T-Roc Cabrio: Offen durch den Sommer

VW bietet das T-Roc Cabrio ausschließlich mit Benzinmotoren an. © VW

Der VW T-Roc ist derzeit die einzige Möglichkeit, ein offenes Modell der Wolfsburger zu ordern. Wie sind das Cabrio mit dem 1.5 TSI-Motor gefahren.

Offene Geländewagen gibt es, seit es die Gattung der offroadtauglichen Fahrzeuge gibt. Neben jeder Menge Frischluft boten die Ahnen der allradgetriebenen Fahrzeuge zum Beispiel die Möglichkeit, während der Fahrt in der Savanne zu jagen, ohne auszusteigen.
Mit derlei archaischen Dingen werden sich die Nachfahren in einem offenen SUV nicht beschäftigen, schon allein, weil das bevorzugte Revier eines VW T-Roc Cabrios doch eher die Stadt ist. Und natürlich hat VW nicht an offene Jeeps oder Landrover gedacht, als sie dem kompakten T-Roc das Dach abnahmen.


Vielmehr ist der Golf-Cousin für die Marke eher der Nachfolger der eingestellten Golf- und Beetle-Cabrios und aktuell die einzige Möglichkeit, einen offenen Volkswagen zu ordern. Noch dazu einen Viersitzigen. Und es ist der erste Versuch eines Großserienherstellers, ein SUV offen zu gestalten. In jüngerer Zeit hat das ausschließlich Range Rover mit dem Evoque versucht. Nun also VW.

Ausschließlich mit Benzinmotoren

Die Wolfsburger bieten das T-Roc Cabrio ausschließlich mit Benzinmotoren an. Neben einem Einliter-Dreizylinder steht ein 1,5-Liter Vierzylinder mit 150 PS zur Wahl. Der stand uns in Kombination mit einem Siebengang Doppelkupplungsgetriebe als Automatikersatz zum Testen zur Verfügung. Es kostet mit der jetzt niedrigeren Mehrwertsteuer ab 31.266 Euro.

Schlendern statt rasen: das T-Roc Cabrio von VW. Foto: VW

Die Silhouette des T-Roc gefällt. Speziell wenn das Stoffdach offen ist. Die VW-Designer haben es geschafft eine ziemlich geradlinige Form zu schaffen, bei der die minimale Hutze für das Stoffdach nicht weiter auffällt. Leicht ausgestellte Kotflügel vermitteln einen muskulöseren Auftritt, als das Auto eigentlich braucht. Trotz seiner relativen Höhe wirkt das Cabrio elegant, wenngleich nicht so sportiv, wie man es von herkömmlichen offenen Viersitzern gewohnt ist.

Reichlich Platz für zwei

Der Einstieg gelingt, der Höhe sei Dank, auch Menschen leicht, die sich sportlicher in Erinnerung haben als sie inzwischen sind. Einmal drin, ist die Höhe vergessen. Man fährt einfach ein etwas erhöhtes Auto, hat aber nicht wirklich das Gefühl, in einem SUV zu sitzen. Auch dann nicht, wenn man das Dach – auf Knopfdruck auch bei langsamer Fahrt unter 30 km/h – mal schnell schließt, weil es zu regnen beginnt oder die mitteleuropäische Sonne doch eher unziemlich brennt. Geschlossen wird dieser T-Roc zum heimeligen Kokon.

Zu zweit hat man reichlich Platz, mit mehr Personen wird es eher kuscheliger als nötig. Ungewohnt ist die Höhe wieder, wenn man neben dem offenen Fahrzeug steht und aus alter Cabrio-Gewohnheit beispielsweise eine Tasche vom Rücksitz nehmen will. Das erfordert eine gewisse Körperlänge und geht nicht so leicht wie weiland im Beetle-Cabrio. Man kann es auch als eine Art Diebstahlschutz für private Gegenstände sehen. Die gehören ansonsten in den Kofferraum, der zumindest das Gepäck für den Empty-Nesters-Urlaub zu zweit locker fasst, mit 280 Litern aber kein Raumwunder ist. Irgendwo muss das Verdeck ja schließlich hin.

Schlendern statt rasen

Generell dient ein Cabrio nicht der Hatz über die Autobahn, sondern dem automobilen Schlendern über Landstraßen, hilfsweise auch dem Flanieren vor Eiscafés. Weil letzteres coronabedingt derzeit wenig freudvoll scheint, zogen wir die Landstraßen vor. Dort spielt der T-Roc den gelassenen Gleiter. Die 150 PS genügen vollauf, um entspannt von A nach B zu kommen und gegebenenfalls spontan noch ein paar andere Buchstaben anzufahren. Der Fahrtwind hält sich auch ohne Windschott in Grenzen. Die Federung reagiert angemessen weich auf die Unebenheiten deutscher Überlandwege, die Schaltung flott auf den Wunsch nach mehr Drehzahl zum Überholen.

Wenn es an dieser Stelle überhaupt etwas zu meckern gibt, dann das etwas spontane Ansprechverhalten der Doppelkupplung beim Rangieren in engen Parklücken, was etwas Übung und viel Gefühl im Fuß erfordert. Für die Autobahn empfiehlt sich das geschlossene Verdeck, schon allein, weil der Verkehr insgesamt zu laut ist, um angenehm zu sein. Dann lässt sich auch besser ausprobieren, was der T-Roc denn in Sachen Schnellfahren so kann. Nicht das es kaufentscheidend wäre: Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h überbot unser Exemplar recht locker, wenn man dem Tacho glauben darf.

Im Mix aus Landstraße, Autobahn und etwas Stadtverkehr kamen wir auf einen Testverbrauch von 8,7 Litern, was für ein als Cabrio getarntes SUV mit Ottomotor nicht schlecht ist und zwei Liter über der Norm liegt. Man kann diesen T-Roc, bleibt man auf der Landstraße, auch mit weniger als 7 Litern fahren.

Digitales hat Luft nach oben

Auch das Heck des VW T-Roc lässt sich sehen. Foto: VW

Generell gilt festzuhalten: Autos können sie in Wolfsburg. Wo es etwas hapert, ist das leidige Digitale. Nicht dass wir uns falsch verstehen. Natürlich ist alles da, was man an moderner Konnektivitätstechnik erwartet vom Streamingdienst über die Smartphone-Anbindung bis zur Navigation. Allein, es klappt nicht immer so, wie es sich der jeweilige Ingenieur ausgedacht hat.

Das fängt bei der Sprachsteuerung an, die uns partout missverstehen wollte, geht über die etwas umständliche Bedienung von Radio und Medienabspielern bis hin zum Navisystem, dass partout nicht wahrhaben wollte, dass eine bestimmte Autobahnausfahrt nun mal einfach gesperrt ist. Derlei kann Google Maps einfach deutlich besser und immer minutenaktuell. Und, man muss es eigentlich nicht erwähnen, auch deutlich günstiger. Wir würden uns die rund 1.000 Euro Aufpreis für die Navigation von daher sparen und den gleichen Betrag lieber in LED-Scheinwerfer investieren. Unser Testwagen war wie üblich reichhaltig ausgestattet und kratzte die 40.000er-Marke. Man kann auch mit weniger Extras in diesem Cabrio gut zurechtkommen. (SP-X)

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