Volvo XC40: Kleiner Aufsteiger

Der Volvo XC40 hat das Potenzial, an den Bestseller XC60 heranzureichen. © Volvo

Den Volvo XC40 gibt es nun auch mit einem Dreizylindermotor und Frontantrieb. Doch reicht das, um die Kunden zum Kauf des kleinsten Schweden-SUVs zu überzeugen?

Natürlich kann man darüber streiten, ob ein Vierzylinder für ein Premium-SUV wie den Volvo XC90 ausreicht. Mit einem Lebendgewicht von fast zwei Tonnen erwartet man bei einem solchen Auto eher einen Sechszylinder.


Doch Volvo meint, dass ein Vierzylinder reicht. Nicht nur für den XC90, sondern auch für den V60 oder V90 und den bald auf den Markt kommenden S60. Damit haben sich die Schweden nicht nur Freunde gemacht. Doch allzu sehr geschadet hat das Volvo nicht. Die Verkaufszahlen zeigen nach oben. Nach acht Monaten weist der globale Absatz mit fast 412.000 Fahrzeugen einen Zuwachs von 14,5 Prozent auf. In Deutschland liegt die Marke mit 22.275 Einheiten bei einem Plus von 7,5 Prozent.

Und dieser Aufwärtstrend soll weitergehen, wie Geschäftsführer Thomas Bauch bei der Vorstellung der XC-Modelle der Schweden in Österreich sagte. Bis 2020 erwartet der Volvo-Deutschlandchef einen Marktanteil im relevanten Premiumsegment von sieben Prozent, derzeit liegt er bei 4,7 Prozent.

Volvo profitiert von XC-Nachfrage

Das Cockpit des Volvo XC40. Foto: Volvo

Maßgeblichen Anteil an diesem Zuwachs haben besagte XC-Modelle, allen voran der XC60 (8929 Einheiten per August) gefolgt vom XC90 (4926). Für weiteren Schwung soll insbesondere der Volvo XC40 sorgen, der kleinste der im Angebot befindlichen Geländewagen. Er ist seit 2017 auf dem Markt. Ihm traut Bauch in zwei Jahren zu, an den XC60 heranzurücken, „auch wenn der XC60 sicherlich unser beliebtestes Modell bleiben wird“.

Um die Attraktivität des Volvo XC40 weiter zu steigern, bieten die Schweden ihn nun auch mit einem Dreizylinder als T3 an. Mit seinem Hubraum von 1,5 Litern stellt dieser eine Leistung von 156 PS zur Verfügung. Als Dreizylinder und mit Frontantrieb beginnt der Preis bei für Volvo überschaubaren 32.050 Euro. Bei den Testfahrten in der Nähe von Salzburg jedenfalls hinterlässt der XC40 einen überzeugen Eindruck. Mit seinem Drehmoment von 265 Nm (1850 – 3850) sorgt er in Kombination mit dem gut abgestimmten manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe für einen kraftvollen Antrieb dieses 4,43 Meter langen Kompakt-SUVs.

Wer möchte, der kann in 9,4 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer beschleunigen. Die Spitzengeschwindigkeit bei 200 km/h erreicht. Auf den kurvigen Straßen im österreichischen Hinterland hinterlässt der XC40 einen guten Eindruck mit seiner Fahrdynamik. Trotz seiner Höhe von 1,65 Metern sind selbst bei flotteren Kurvenfahrten Wankbewegungen kaum feststellbar. Mit seinem Radstand von 2,70 Metern liegt er recht satt auf der Straße. Die Lenkung reagiert exakt, vermittelt dem Fahrer eine gute Rückmeldung.

Dreizylinder im Volvo XC40 recht laut

Der Volvo XC40 ist mit Dreizylindermotor mit 156 PS erhältlich. Foto: Volvo

Wenn es denn etwas gibt, was stört, ist es das doch zuweilen laute Motorengeräusch. Der Dreizylinder ist beim Beschleunigen doch arg vernehmbar. Insbesondere auch deshalb, weil Dreizylindermotoren doch nach höheren Drehzahlen verlangen, wenn man mit ihnen etwas flotter vorankommen mag. Leise geht anders. Doch wer es nur gemächlich mag und auf höhere Drehzahlen verzichtet, wird sich daran nicht stören, insbesondere dann nicht, wenn er vor allem in der Stadt unterwegs ist. Als Verbrauch werden im Durchschnitt 7,3 Liter nach dem neuen, realitätsnäheren Verbrauchszyklus WLTP in Aussicht gestellt.

Wenn es um die Anmutung im Innenraum gibt, spielt dieses immerhin fast 1,7 Tonnen schwere SUV – wie es der Anspruch von Volvo ist – im Premium-Segment. Unser Testwagen in der Ausstattungsvariante Momentum vermittelt dann auch einen sehr, sehr wertigen Eindruck. Der Innenraum vermittelt mit seinen optisch wie haptisch ansprechenden Materialien Wohlfühlatmosphäre. Über zu wenig Platz brauch sich Fahrer und Beifahrer auch nicht zu beklagen. Im Fond geht es für Mitreisende mit eine Körpergröße von 1,75 recht komfortabel zu. Wer um die 1,90 Meter ist, der muss zwar nicht über Platzangst klagen, aber gemütlich geht doch anders. Aber wer mehr Platz braucht, der entscheidet sich auch für einen XC60. Im Kofferraum finden 460 Liter Gepäck Platz. Das reicht für die Kleinfamilie.

Premium auch beim Preis

Der Volvo XC40 kam Ende 2017 auf den Markt. Foto: Volvo

Ansonsten bietet unser Testwagen alle Annehmlichkeiten, die man sich wünscht. Da sind Ledersitze ebenso im Angebot wie eine Audio-Anlage von Bowers und Wilkons und das Navi mit 9 Zoll Touchscreen. Wie es sich für einen Volvo gehört, ist mit Blick auf die Sicherheit bei den Assistenzsystemen alles im Angebot, was es derzeit gibt: Dazu gehört nicht nur eine adaptive Geschwindigkeitskontrolle bis Tempo 130 km/h, sondern auch ein Blindspot-Assistet wie auch ein Cross Traffic Alert inklusive eine Heckaufprallabschwächung. Für das Sicherheitspaket Intelli-safe Pro sind dabei 1600 Euro extra zu bezahlen.

Bereits serienmäßig an Bord sind immer schon ein Notbrems- und Kreuzungsassistent und ein Spurwechselwarner mit aktivem Lenkeingriff. Ein Notbremsassistent gehört ebenfalls zum Ausstattungsumfang unseres Testwagens. Für ihn werden übrigens mit allen Nettigkeiten rund 46.750 Euro fällig. Auch hier hat Volvo verstanden, was Premium heißt. Der Volvo XC40 jedenfalls bringt alles mit, bis 2020 an den XC60 heranzurücken.

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