Volvo XC40: Cool sein hat seinen Preis

Kompakt-SUV startet im Frühjahr 2018

Der Volvo XC40 kommt 2018 auf den Markt.
Der neue Volvo XC4 0 basiert auf der CMA-Plattform. © Volvo

Volvo will wachsen – und dazu beitragen soll das Kompakt-SUV XC40. Es wird im März auf den Markt kommen. Das Auto bringt alles mit, um ein Erfolg zu werden. Wenn da nur nicht der Preis wäre.

Volvo hat hohe Ziele. Die Schweden wollen wachsen. Ihr Ziel: bis 2020 soll ein Absatz von 800.000 Fahrzeugen erreicht werden. Nachdem Volvo im Vorjahr weltweit bislang nur 534.000 Einheiten absetzen konnte, ist das ambitioniert.


Damit dieses Ziel auch erreicht wird, setzt der Autobauer auf die Kraft der SUVs. Es ist das Segment, das derzeit in der Branche ungeachtet der Diskussion um CO2-Grenzwerte und nachhaltige Mobilität boomt. Bei den Geländewagen sind die Schweden bislang mit dem XC90 und dem XC60 vertreten. Doch im Segment der kompakten SUVs konnte Volvo seinen Kunden bislang nichts anbieten. Bislang. Denn im März kommenden Jahres fährt der XC40 bei den Händlern vor. Er ist in einem Segment unterwegs, das im kommenden Jahr um satte 34 Prozent zulegen soll. Davon will Volvo ungeachtet der Konkurrenz von BMW (X1), Audi (Q2) und Mercedes (GLA) ein kräftiges Stück abhaben.

Volvo XC40 mit eigenständigem Design

Wer sich gegen derart etablierte Konkurrenz durchsetzen will, der muss den Kunden auch etwas anbieten. Und das haben die Schweden. Designchef Robin Page hat dem XC40 ein ausgesprochen schickes Aussehen mit auf dem Weg gegeben. Von vorn ist der XC40 mit seinem Kühlergrill und seinen LED-Scheinwerfern im „Thors Hammer“-Stil zwar als Mitglied der Volvo-Modellfamilie zu erkennen. Doch der Rest der Außendesigns unterstreicht die Eigenständigkeit des neusten Volvo. Leichte Ausbuchtungen im unteren Bereich der Türen verleihen diesen Kompakt-SUV Individualität. Das sieht alles wirklich richtig gut aus.

Cockpit des Volvo XC40. Volvo
Das Cockpit des Volvo XC40 ist klar strukturiert. Foto: Volvo

Das trifft auch auf den Innenraum dieses 4,42 Meter langen Kompaktmodells zu. Fahrer und Beifahrer finden einen Innenraum vor, der in Anmutung und Optik den größeren Geschwistern XC60 und XC90 in nichts nachsteht. Volvo braucht sich hier mit seinem Premiumanspruch wirklich nicht zu verstecken.

Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fassen sich auch so an. Damit die Kunden dieses Auto auch wirklich in die engere Wahl einbeziehen, hat Volvo sie im Vorfeld der Entwicklung nach ihren Wünschen gefragt Dazu gehört, dass sich eine Vielzahl von Ablagemöglichkeiten in den Seitentüren befinden. Damit man hier ausreichend Platz hat, wurde auf die sonst an dieser Stelle obligatorischen Lautsprecher verzichtet. Daneben finden sich Ablagemöglichkeiten unter dem Sitz oder auch in Form von Haken am Handschuhfach. An ihnen kann man dann eine Handtasche oder auch eine Einkaufstüte befestigen.

Durchdachte Ideen im Kofferraum

Der Kofferraum des Volvo XC40 bietet pfiffige Ideen. Foto: Volvo
Der Kofferraum des Volvo XC40 bietet ein Volumen von 460 Litern. Foto: Volvo

Im Kofferraum, der ein Ladevolumen von 460 bis zu 1336 Litern bietet, setzt sich dies fort. Hier wurde die Kofferraumabdeckung so konzipiert, dass sie sich über dem unteren Ladeboden verstauen lässt. Was sich banal anhört, entledigt den Fahrer davon, sich Gedanken darüber zu machen, was man nun mit der Abdeckung tun soll, wenn man auf die Schnelle etwas Sperriges in den Kofferraum einladen will. Zugleich ist die untere Kofferraumabdeckung faltbar, sodass man sie als Raumteiler nutzen kann.

Sprich: Man kann Einkaufstüten hinter der Rückbank abstellen und sie durch eine hochgeklappte Abdeckung vor dem Verrutschen schützen. Die Ladefläche des Kofferraums ist übrigens komplett eben; keine Erhöhung stört hier die Beladung. Das sind alles Kleinigkeiten, die am Ende aber ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Simply Clever kann man nicht nur in Tschechien. Wer mag, der kann sich auch ein Panoramaglasdach ordern. Mit ihm wird der Innenraum noch lichter, als er es ohnehin schon ist. Wer das Glasdach ordert, sollte indes bedenken, dass dadurch rund zwei Zentimeter an Kopffreiheit eingebüßt werden. Doch keine Angst: Mit einer Körpergröße von 1,91 Metern kann man im Fond des XC40 recht bequem sitzen und auch mal längere Fahrten über sich ergehen lassen.

XC40 mit zwei Motoren zum Markstart

Doch kommen wir nun zu den Fahrleistungen des XC40, den Volvo zum Start im März zunächst als Benziner (T5) mit 247 PS und als Diesel (D4) mit 190 PS anbietet. Beide Motorisierungen werden mit Allrad als auch mit einer wirklich gut abgestimmten Achtgangautomatik geliefert. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt noch der Einstiegsbenziner (T3) mit 156 PS und manuellem Sechsganggetriebe. Bei allen Motorisierungen handelt es sich um Reihenvierzylinder nach der neuen Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Von uns gefahren wurde bei den ersten Testfahrten der Benziner. Seine 247 PS machen auf den ersten Blick einen ebenso vielversprechenden Eindruck wie das maximale Drehmoment von 350 Nm. Doch beim Fahren relativiert sich die Leistung. Ist man im Comfort-Modus unterwegs, wünscht man sich dann doch hier und da etwas mehr Dynamik beim Beschleunigen. Dabei gibt das Datenblatt für den Sprint auf Tempo 100 gerade einmal 6,5 Sekunden an. Ein sportlicher Wert. Doch das subjektive Empfinden spricht eine andere Sprache. Doch Zahlen lügen bekanntlich nicht.

Doch kann man das noch unter subjektivem Empfinden verbuchen, bleibt ein Fakt bestehen. Beschleunigt man dieses Kompakt-SUV aus dem mittleren Geschwindigkeitsbereich, wird das ansonsten wirklich sehr laufruhige Aggregat doch sehr wahrnehmbar. Einen besseren Eindruck vermittelt der Motor indes, wenn man in den Dynamik-Modus schaltet. Dann gibt sich der Neue durchaus als Dynamiker. Und dynamisch kann man dieses SUV auch wirklich fahren. Trotz seiner Karosserieform zeigt sich der XC40 von schnellen Kurvenfahrten unbeeindruckt. Das gut abgestimmte Fahrwerk, eine direkt ansprechende Lenkung und der Allradantrieb sorgen dafür, dass dieser Volvo für viel, viel Fahrspaß sorgt. Und der Verbrauch? Er wird mit 7,3 Litern angegeben. Ein Wert, der bei umsichtiger Fahrweise durchaus erreichbar ist.

Alle Sicherheitsfeatures an Bord

Heck des Volvo XC40
Auch das Heck des Volvo XC40 kann sich sehen lassen. Foto: Volvo

Mit Blick auf die Sicherheit fährt der Volvo XC40 alles mit sich herum, was auch bei seinen größeren Geschwistern mit an Bord ist: sei es beispielsweise ein Totwinkelwarner, ein Kreuzungsassistent, ein Spurwechselwarner, ein Notbremsassistent oder auch das bis Tempo 130 km/h funktionierende Pilot Assist System. Sicherheit steht bei den Schweden auch im Kompaktsegment an erster Stelle.

In der Summe seiner Eigenschaften vermag der neue Volvo also voll und ganz zu überzeugen. Einem großen Erfolg steht also nichts im Wege? Doch. Der Preis des XC40 hat es in sich. Der von uns gefahrene Testwagen in der Ausstattungsvariante Momentum steht mit selbstbewussten 46.100 Euro in der Preisliste, der Diesel mit 44.800 Euro. Das ist eine Ansage. Der Einstiegsbenziner mit 156 PS wird auch noch mindestens 31.350 Euro kosten – und das ohne viel Extras. Vom XC40 wird es auch eine Variante als Plug-in-Hybrid und mit reinem E-Antrieb geben. Der soll aber frühestens Ende 2020 kommen. Für eine Marke wie Volvo, die sich als Elektromarke versucht zu positionieren, ist das doch arg spät.