Unordnung im Zelt

Peugeot Partner Tepee 1.6 HDi FAP

Unordnung im Zelt
Der Peugeot Partner Tepee © Foto: Peugeot

Hochdachkombis sind im Trend. Beim Peugeot Partner Tepee sorgt nicht nur der Name für Verwirrung, auch die üppigen Platzverhältnisse können zur Unordnung beitragen.

Von Thomas Flehmer

Die Namen bestimmter Modelle französischer Bauart lassen traditionell aufhorchen. Neben einem Nemo deutet vor allem der Bipper darauf hin, dass bei der Namensgebung Alkohol im Spiel sein musste. Doch für französische Ohren sind solche Schöpfungen keineswegs exotische Wortspielereien. So hat auch der Begriff «Tepee» bei Peugeot nicht nur Tradition, sondern auch einen gewissen Hintergrund. So werden die auf Personentransporte aufgehübschten Fahrzeuge der Nutzfahrzeugsparte des französischen Herstellers genannt. Und hinter dem Tepee steht ganz eindeutig das Tipi, also das Zelt so mancher Indianerstämme aus Nordamerika.

Wie im Zelt

Wie im Zelt kann man sich auch im Partner Tepee fühlen. Dort erwarten die Passagiere Stauräume en masse, egal, ob im Boden, an der Seite oder sogar im Dachhimmel. Selbst auf dem Armaturenträger hinterm Lenkrad wartet eine Klappe für Papiere, Portmonnaie oder Popcorn. Der Nachteil bei so viel Stauraum ist, dass das Auto bei nicht vorhandener Disziplin innerhalb kurzer Zeit aussieht wie ein Mädchenzimmer nach dem zweiten Tag der Klassenfahrt - und erstmal abgelegte Dinge so schnell nicht wiedergefunden werden können.

Dann fliegen die Sachen während der Fahrt auch haltlos im geräumigen Innenraum herum und stören schließlich nicht nur die drei Insassen auf den Einzelsitzen der zweiten Reihe, sondern auch Fahrer und Beifahrer. Obwohl sie durch eine riesige Mittelkonsole, in der leicht zwei große Wasserflaschen Unterschlupf finden, geschützt sind. Ein Rest Ordnung steht zur Not noch im Kofferraum zur Verfügung, um sperrige Teile aufzunehmen.

Sportlicher Kastenwagencharme

Üppig Platz ist vorhanden Foto: Peugeot

Disziplin ist also gefragt, damit das Auto nicht zur Studentenbude verkommt und die Sicherheit gewährleistet bleibt. Die ist zwar auch durch die vorhandenen Airbags und das sehr schnell eingreifende ESP gegeben, aber man sollte das Schicksal nicht herausfordern.

Denn trotz des Kastenwagen-Charme lässt sich der Partner Tepee mit dem 110 PS starken Dieselmotor recht gut und vergleichsweise sportlich steuern. Zwar benötigt der 1,5 Tonner über 14 Sekunden, ehe er aus dem Stand Tempo 100 erreicht, doch gefühlt sind es einige Sekunden weniger.

Sechster Gang fehlt

Leider ohne sechsten Gang Foto: Peugeot

Die etwas zu leichte Lenkung und das nicht unbedingt hart abgestimmte Fahrwerk sorgen bei einem für Freude, bei anderen eher für reichlich Verdruss. Trotz des etwas zu weichen Fahrwerks legt sich der Tepee nicht in die Kurven wie ein Segelschiff bei Windstärke acht.

Ärgerlicher ist aber der fehlende sechste Gang, den man schon bei Tempo 70 oder 80 km/h auf der Stadtautobahn gerne einlegen würde. Nicht nur, um Kraftstoff einzusparen, der bei besonnener Fahrt bei 7,1 Litern über Land und 5,9 Litern in der Stadt liegt. Sondern auch, um bei höheren Geschwindigkeiten die Geräuschkulisse zu schmälern. Denn bei dem entspannenden Reisetempo zwischen 130 und 150 km/h ist das Motorgeräusch zwar nicht störend, aber doch stets vernehmbar.

Ab 20.340 Euro

Geräumiges Cockpit Foto: Peugeot

So bleibt im mindestens 20.340 Euro teuren Hochdachkombi immer ein Rest Nutzfahrzeug vorhanden, auch wenn die liebevoll zweifarbig gestaltete Polsterung so etwas wie gemütliche Wohnlichkeit aufkommen lässt - auch dann, wenn alle Ablagen gut gefüllt sind. An die exotische Namensgebung französischen Ursprungs denkt man dann schon lange nicht mehr.

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