Toyota Aygo: Ein Hauch von Lifestyle

Der Toyota Aygo ist ideal für die Stadt. © Toyota

Autos wie der Toyota Aygo sind ideal für Fahranfänger. Der Kleinstwagen der Japaner bietet alles, um mit ihm gut in der Stadt unterwegs zu sein.

Die Japaner werben mit dem unlängst aufgepeppten Toyota Aygo dann auch massiv um Fahranfänger. Die finden in dem als Drei- oder Fünftürer angebotenen Stadtauto einen unkomplizierten Begleiter für den Start ins automobile Leben. Und einen Grund, langfristig am automobilen Aufstieg zu arbeiten.


Während Kleinwagen wie der Toyota Yaris mittlerweile nahezu vollwertige Allround-Autos sein können, sind die eine Klasse tiefer angesiedelten Kleinstwagen in den meisten Fällen Basismobilität auf Rädern. Das trifft im Grunde auch auf den kürzlich gelifteten Toyota Aygo zu. Allerdings ist es den Japaner gelungen, den knapp 3,50 Meter kurzen Stadtfloh einen Hauch von Lifestyle-Mobil mitzugeben.

Aygo bietet ein Heck mit Pfiff

Schon äußerlich setzt sich die zweite Auflage mit dem stilisierten „X“ in der Front von dem Modell erster Generation ab. Die gläserne Kofferraumklappe im Heck, eine ebenso breite wie knallige Lackpalette sowie passend bunt verzierte Felgen sorgen für zusätzlichen Pfiff. Der Innenraum profitiert zumindest ab der zweithöchsten Ausstattungslinie („x-play“) von dem zeitgemäß bunten Zentraldisplay in der Mittelkonsole, die etwa im Verbund mit Armaturentafel-Covern (ab 37 Euro) die ansonsten eher monochrom-graue Inneneinrichtung auflockert.

Das Cockpit des Toyota Aygo ist schlicht gestaltet. Foto: Toyota

Wer noch eine Trim-Stufe höher ordert („x-play connect“), erhält die Variante mit Smartphone-Integration – was besonders junge Fahranfänger wohl zu schätzen wissen. Vom psychologisch verlockenden Basispreis von 9.990 Euro ist man dann aber schon gut 2.500 Euro entfernt. Wer fünf statt drei Türen will, muss sogar 13.000 Euro investieren. Nach oben ist die Preisliste nahezu offen. Wer die höchste der immerhin sieben Ausstattungslinien wählt, startet bei 15.400 Euro.

Gute Platzverhältnisse für Fahrer und Beifahrer

Die automobile Hardware ist jenseits zierender Accessoires oder komfortabler Ausstattung-Boni bei allen Modellen die gleiche. Der Aygo bietet auf cityfreundlicher Grundfläche zumindest für Fahrer und Beifahrer gute Platzverhältnisse. Im Fond sind zwei weitere Insassen zugelassen, die sich aber mit recht wenig Knieraum begnügen müssen. Verlangt es sie nach Frischluft, müssen sie die Fenster etwas altmodisch ausstellen. Herunterkurbeln lassen sie sich auch beim Fünftürer nicht. Die beiden zusätzlichen Portale sind trotzdem empfehlenswert, weil sich die Rückbank so leichter für den Gepäcktransport nutzen lässt.

Das ist praktisch, weil der Kofferraum klassentypisch sehr klein ausfällt. Ebenfalls normal für Kleinstwagen: Die Ladekante ist sowohl außen als auch innen stark ausgeprägt, schweres Gut muss daher beim Einladen zunächst weit hochgehoben und dann mit nach vorn gebeugtem Rücken wieder abgelassen werden. Was die Entwickler aber mit geringem Aufwand besser hätten machen können ist die Betätigung der Kofferraumklappe, die sich kaum mit einer Hand bedienen lässt, da Türknopf und Handgriff weit auseinander liegen.

Einige Assistenzsysteme inklusive

In der kleinsten Pkw-Klasse oft vernachlässigt, für viele Fahranfänger aber durchaus wichtig, sind die Assistenzsysteme. Viel hat auch Toyota nicht im Angebot, immerhin fällt der Aufpreis für das „Safety Sense“-Paket mit 350 Euro relativ moderat aus, zudem ist das Helfer-Bündel selbst für das Einstiegsmodell zu haben. Enthalten sind Frontkollisionswarner, Notbremsassistent und Spurverlassenswarner. Immer an Bord sind der Schleuderschutz ESP und sechs Airbags. In den höher positionierten Linien ist zudem eine Rückfahrkamera Serie. Die kann man trotz der kurzen Karosserie gut gebrauchen, fällt das Heckfenster doch recht klein aus, während die C-Säule vergleichsweise breit baut. Dazu kommt, dass der Wendekreis des Aygo größer ist als man von außen erwarten würde – was den Stadtwagen eine Spur unhandlicher macht als nötig.

Das Heck des Toyota Aygo. Foto: Toyota

Gut gelungen ist das übrige Fahrwerk, das Unebenheiten und schlechte Innenstadtstraßen so gut wegbügelt, wie es der kurze Radstand eben erlaubt. Auch auf Kopfsteinpflaster oder Schlaglochpisten wirkt der Aygo nicht klapprig oder billig – in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Außerhalb der Stadt gerät der Kleine aber recht schnell an seine Grenzen. Die schmalen Sitze mit ihren kurzen Auflageflächen, der akustisch nur mäßig gekapselte Innenraum und vor allem der alternativlos angebotene kleine Dreizylindermotor mit seinen 72 PS lassen keinen Wunsch nach Langstreckenfahrten aufkommen.

Wenig spritzig, selbst in der Stadt

Selbst in der Stadt wirkt der 1,0-Liter-Benziner nicht besonders spritzig, an Steigungen richtiggehend schwachbrüstig. Zum Vorankommen benötigt der kleine Motor hohe Drehzahlen, was sich in einem ebenso hohen Geräuschniveau niederschlägt. Hier kann man nur wünschen, dass Kleinstwagen zu den ersten gehören, die von den akustischen Vorteilen eines E-Motors profitieren. An der Tankstelle würde man mit dem Stromer allerdings nicht viel sparen: In der Stadt kommt der kleinste Toyota mit knapp 5,5 Litern aus, bei ruhiger Fahrweise auf der Landstraße erreicht man auch mal eine vier vor dem Komma. Wer hingegen auf der Autobahn einigermaßen mithalten will, dreht neben dem Motor auch den Verbrauch hoch.

In der Kleinstwagenklasse ist der Toyota Aygo (wie auch die baugleichen Peugeot 108 und Citroen C1) auch fast fünf Jahre nach Marktstart durchaus konkurrenzfähig. Wer ihn oder auch einen seiner Segments-Kollegen wählt, muss allerdings zahlreiche Zugeständnisse bei Raumangebot, Fahrleistungen und Komfortniveau machen. Um trockenen Fußes durch die Stadt zu kommen, reicht er allemal aus. Wer als Fahranfänger aber seinen Bewegungsradius sukzessive ausdehnen will, entwächst dem Kleinen mit der Zeit. Eine Klasse höher findet man für nicht deutlich mehr Geld deutlich mehr Auto. (SP-X)