Toyota Aygo: Gelungenes Debüt in der «Mini-Klasse»

Toyota Aygo: Gelungenes
 Debüt in der «Mini-Klasse»
Der neue Toyota Aygo. © Foto: Werk

Die Autohersteller bringen derzeit eine neue Generation von Kleinfahrzeugen auf den Markt. Auch Toyota konnte sich diesem Trend nicht länger verschließen.

Stefan Grundhoff

Stolz vermeldet Toyota für den deutschen Markt eine neue Rekordmarke. Auf 4,4 Prozent haben die Japaner inzwischen ihren Anteil steigern können. Um noch mehr Käufer zu erreichen, wollen sich die Kölner nun eine gänzlich neue Kundenschicht erschließen. Schließlich war Toyota auf diesem Segment der «Mini-Fahrzeuge» hierzulande bislang noch nicht präsent. Fahranfänger und junge Leute unter 30 sind die Zielgruppe des neuen Kleinwagens Aygo. «Die Zeit für ein trendiges, kultiges Auto bei Toyota ist reif», heißt es aus der Konzernzentrale.

Für dieses Projekt hat sich Toyota mit dem französischen Konzern PSA Peugeot Citroen zusammengetan. Die Franzosen waren federführend bei der Innenausstattung, die Japaner übernahmen die technische Entwicklung. Hier ist der Aygo mit dem Peugeot 107 und dem Citroen C 1 identisch. Unterschiede gibt es nur beim Design. Die Außengestaltung bleibt Sache der einzelnen Marken.

Markantes Design

Nicht nur hier trumpft der pfiffige Aygo, der einigen Wochen vor seinen Plattformbrüdern vorgestellt wurde, auf. Das Design des 3,41 Meter kurzen Japaners prägen die ansteigende Seitenlinie, die weit nach hinten gesetzten hinteren Türen, die kurzen Überhängen sowie die markanten Stoßfänger und Seitenschweller. Am Heck setzen die weit auseinanderliebenden Leuchtelemente Akzente. Aufs Styling wurde auch im Innenraum geachtet; die Anmutung ist - wie bei Toyota üblich - durchweg hochwertig. Selbst der Modellname ist eine Kunstform. Aygo ist nichts anderes als das ausgesprochene englische «I go» (ich gehe).

Kopffreiheit garantiert

Die Instrumente sind an der Lenksäule fixiert. Foto: Werk

Platz findet der Fahrer im 1,46 Meter hohen Aygo zur Genüge. Die Innenraumhöhe ist beeindruckend. Für Arme und Beine wird es da schon enger. Das Cockpit mit den auffälligen Rundelementen ist immer gut einsehbar, da die Instrumente praktischerweise direkt an der Lenksäule angebracht sind. Heizung und Radio in der Mittelkonsole sind gut erreichbar und praktisch zu bedienen. Die gut verstellbaren Vordersitze bieten eine genügend große Sitzauflage und lassen sich auch auf die Bedürfnisse groß gewachsener Insassen einstellen. Die Kopfstütze ist fest mit dem Sitz verbunden.

Auf den Rücksitzen geht es in einem Kleinwagen naturgemäß sehr beengt zu. Kurzstreckenfahrten kann man seinen Passagieren hier aber durchaus zumuten. Ansonsten dient die hintere Sitzreihe besser als zusätzliche Ablagefläche. Was angesichts des nur 130 Liter schluckenden Kofferraums auch notwendig ist. Bei umgeklappter hinterer Bank erhöht sich der Stauraum auf stolze 782 Liter. Eine geteilt umklappbare Rückenlehne ist übrigens ab der mittleren Ausstattungsvariante verfügbar.

Dieselmotor folgt 2006

Neben der Basisversion des Aygo bringt Toyota mit dem «City» und dem «Club» zum Verkaufsstart am 1. Juli zwei weitere Ausstattungsvarianten auf den Markt. Alle Varianten werden sowohl als Drei- als auch als Fünftürer angeboten. Bei den Motoren hält sich Toyota derzeit noch zurück. Zunächst ist jeder Aygo mit einem 1.0-Liter-Benziner ausgerüstet. Der Dieselmotor lässt dagegen bis Anfang 2006 auf sich warten. Der 1,4-Liter-Selbstzünder wird von Peugeot zugeliefert; ein Rußpartikelfilter fehlt.

Agiler Motor

Die Leuchteinheiten erweisen sich als Hingucker. Foto: Werk

Der Dreizylinder-Benzinmotor bringt eine Leistung von 50 kW/68 PS. Das maximale Drehmoment von 93 Newtonmeter liegt bei 3600 Umdrehungen an. Das erscheint auf den ersten Blick zwar nicht sonderlich viel, reicht aber vollkommen aus, um den nur 865 Kilogramm leichten Aygo im Stadtverkehr zügig zu beschleunigen. Das gilt selbst dann, wenn der Viersitzer voll besetzt ist, wie die ersten Fahreindrücke zeigen. Der nur 69 Kilogramm schwere Motor wird selbst bei höheren Drehzahlen nicht laut. Die Fünfgang-Schaltung ist leichtgängig (das elektronische Multi-Mode-Getriebe wird nachgereicht) und die Lenkung angenehm direkt.

Der Fronttriebler liegt ohnehin dank seines relativ tiefen Schwerpunktes satt auf der Straße, was allein schon für Fahrspaß garantiert. Zusammen mit der straffen, aber dennoch komfortablen Abstimmung bleibt der Aygo auch in schnell durchfahrenen Kurven stets beherrschbar. Und das bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4,6 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe). Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Aygo 14,2 Sekunden, auf der Autobahn sind 157 km/h Spitze drin.

Umfassende Sicherheitsausstattung

Mit dem Einstiegspreis von 8950 Euro für den Dreitürer ist der Japaner genau so teuer wir der VW Fox. Die Sicherheitsausstattung umfasst Front- Kopf- und Seitenairbags sowie ABS mit automatischer Bremskraftverteilung. Die elektronische Stabilitätskontrolle hält Toyota zur Markteinführung noch zurück. Zwei Türen mehr kostet 350 Euro extra. Die Sonderausstattungsliste ist kurz: Hier findet sich eine Klimaanlage für 950 Euro sowie ein empfehlenswertes, einfach zu bedienendes Navigationsgerät (650 Euro).

Das Debüt ist gelungen. 4000 Exemplare des im tschechischen Kolín gebauten Aygo will Toyota in der zweiten Jahreshälfte in Deutschland verkaufen. Für 2006 sind die Erwartungen schon wesentlich ambitionierter. Dann soll das Vierfache erreicht werden - ein überaus ambitioniertes Ziel.





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